„Perfektionismus mache verwechselbar und verhindere Charme“, sagte die wunderbare Catherine Deneuve in einem Interview, denn Charme setzt kleine Fehler voraus.

Kennst Du das Gefühl?

Du sitzt schon schon seit Ewigkeiten an einem Projekt und wirst einfach nicht fertig.

Aber richtig vorwärts kommst Du auch nicht, denn eigentlich ist es ja schon gut genug.

Aber hier passt noch was nicht so ganz und dort geht’s noch besser…

Du sitzt in der Perfektionismusfalle!

Warum das so ist und wie Du Dich selbst daraus befreist, das erklärt Dir dieser Artikel mit den 8 besten praxiserprobten Lösungen.

 Perfektion, schön und gut, ABER….

Wir haben unser Bestes gegeben und meistens sieht der andere das auch. Leider zahlen wir auch einen verdammt hohen Preis dafür: Es kostet Zeit.

Nach dem Pareto-Prinzip braucht es viermal so lange, eine gute Sache perfekt zu machen als es dauert, sie gut hinzubekommen.

Trotzdem ist Perfektionismus nichts Schlechtes.

Manchmal muss es perfekt sein, weil es sonst nicht funktioniert, oder es hängt so viel an diesem Projekt, dass alles andere zu riskant wäre.

Aber wir Kreative Chaoten sind viel zu oft davon überzeugt, dass etwas perfekt sein muss. Weil wir mit Leib und Seele dabei sind und uns die Arbeit so Spaß macht.

Oder weil wir andere auf keinen Fall enttäuschen wollen. Und schon ist es passiert: wir werden nicht fertig, es läuft uns die Zeit davon, wir sind gestresst und unzufrieden mit uns selbst.

Häufig fangen wir auch gar nicht mit etwas an, aus Angst, es könnte nicht perfekt werden.

ABER wer alles kann, der kann auch nichts richtig!

So kannst Du „ungesunde“ Perfektionssymptome erkennen

Perfektionismus fordert absolute Makellosigkeit

Perfektionisten legen die Messlatte an das eigene Tun ganz weit nach oben und erwarten korrektes, gründliches, fehlerfreies Tun – bis ins letzte Detail. Mit sich selbst sind sie besonders streng, was ein perfektes Ergebnis anbelangt. Klappt das nicht, dann sehen sie rot und sie befürchten, als Versager dazustehen, und rechnen mit verheerenden Konsequenzen. Für sie sind Fehler ausgeschlossen.

Perfektionismus unterschätzt grundsätzlich die eigenen Fähigkeiten

Und Perfektonisten überschätzen die Fähigkeiten der anderen. Die Auswirkungen auf den Selbstwert sind dabei fatal. Besonders schlimm wird es, wenn das labile Selbstwertpflänzchen dann auch noch mit Kritik konfrontiert wird. Dann ist die Krise perfekt; und alles, was sie sich in ihrem Leben bislang aufgebaut haben, wird in Abrede gestellt.

Perfektionismus macht Aufgaben abgeben schwer

Dank viel Praxis, Routine, vieler Schulungen und Korrekturen erreicht der Perfektionist ein Spitzenniveau bei seinen Aufgaben. Und dann ist es tatsächlich fast ein Ding der Unmöglichkeit, jemand zu finden, der auch nur annähernd so gut leisten kann wie er. Bei der Teamarbeit müsste er Abstriche machen. Und das ist Grund genug für den Perfektionisten, gar nicht erst an „Tu Du!“ Zu denken.

Perfektionismus begünstigt Workaholismus

Was macht einen perfekten Angestellten aus? Ganz logisch, ein perfekter Angestellter ist natürlich jederzeit ansprechbar für Rückfragen und zeigt, dass er rund um die Uhr einsatzbreit ist! Überstunden machen – und danach noch die restliche Arbeit mit nach Hause nehmen, um dort weiterzuarbeiten. Tja. Für perfektionistische Menschen ist das nicht die Ausnahme von der Regel, sondern eine Selbstverständlichkeit. Sie gehen über ihre Belastungsgrenzen, um Projekte abzuschließen oder minimale Mängel zu vermeiden. Aber wer sich keine Pause gönnt, spart Zeit am falschen Fleck und trudelt früher oder später in Richtung Burnout.

Perfektionismus kann Kritik schlecht aushalten

Dadurch, dass perfektionistische Menschen alles bis zum i-Tüpfelchen hinterfragen und akribisch überprüfen, fallen sie aus allen Wolken, wenn jemand einen Fehler entdeckt, den sie gemacht haben. Noch dazu, wenn eine latente Unsicherheit dazu führt, dass jeder negative Kommentar einer Wertung gleichkommt. Denn solange der Selbstwert daran gekoppelt ist, wie perfekt man den Erwartungen anderer nachkommt, desto schwieriger ist es sich aus dem Perfektionsdrang zu befreien.

8 TIPPS
SO BEFREIST DU DICH AUS DER PERFEKTIONISMUSFALLE

Raus aus der Perfektionismusfalle
#1 Das „Gut-statt-perfekt“-Prinzip

Überlege Dir bevor Du eine Aufgaben anfängst, wer Deine Mühe zu schätzen weiß. Verlangt der Chef wirklich so eine genaue Analyse, oder ist er mit etwas weniger auch zufrieden?

Verzichte auf das Sahnehäubchen! Häufig sind die Ansprüche, die wir an uns selbst haben, höher als die unserer Mitmenschen an uns.

Verzichte darauf, ständig immer erreichbar zu sein sein.

Verzichte darauf Dir vorzustellen, was andere Menschen von Dir erwarten und lege die Messlatte Deiner eigenen Erwartungen eine Etage tiefer, damit sie dich nicht lähmt!

Poste gut sichtbar Dir den Satz: Gut ist gut genug!

Raus aus der Perfektionismusfalle
#2 Scheue Dich nicht vor Fehlern

Du kannst Deinen Perfektionismus neu kanalisieren, indem Du Wege schaffst, um perfekt mit Fehlern umzugehen 😊

Befreie Dich davon den Fehler zu vertuschen, sondern lege ihn offen.

Schaffe Dir eine grundsätzliche Haltung des „neugierigen Ausprobierens“, sei offen für Kritik, in einem Klima, das frei von Ängsten, Rechtfertigungsdruck oder Schuldzuweisungen ist, und lerne anschließend aus den Dingen, die nicht geklappt haben oder schiefgelaufen sind.

Erkenne die Ursachen und spar Dir damit Zeit, den gleichen Fehler nicht nochmal zu machen.

Lass Dich inspirieren von wegweisenden Misserfolgen, wie die Erfindung des Klebezettels oder von Penicillin und lerne von Unternehmen wie dem Eishersteller Ben & Jerrys, die ihre Scheitern-Kultur sogar mit einem „Friedhof der Eissorten“ zelebrieren für Geschmacksrichtungen, die floppten und zu Grabe getragen werden mussten.

Wenn Du im Team arbeitest und Aufgaben abgibst, dann betrachte Fehler und Misserfolge als Chance für Verbesserungen – und nicht als Killer-Argument nach dem Motto: „Hätte ich es doch gleich lieber selbst gemacht!“

Orientiere Dich an der Schönheit des Unvollkommenen und der Kunst Schwächen zu akzeptieren und zu schätzen. Nimm Kritik als Chance! Denn schließlich lernen wir aus Fehlern immer noch am meisten. Je mehr wir davon machen, desto besser!

Raus aus der Perfektionismusfalle
#3 Hör auf Dich mit anderen zu vergleichen

Jeder Mensch hat andere Talente, die ungleich verteilt sind. Es gibt kein besser oder schlechter. Deine Aufgabe ist es nicht, die anderen zu übertrumpfen, sondern aus Deinen eigenen Begabungen das Beste zu machen und „fünf gerade sein“ zu lassen.

Sei gnädig mit Dir selbst, dann wirst Du auch mit Deinen Mitmenschen und Kollegen nicht so streng ins Gericht gehen.

Perfektionismus_Vergleich

Raus aus der Perfektionismusfalle
#4 Schluss mit Verzetteln, dank Zeitlimits

Setze Dir Zeitlimits und Fristen! Denn je mehr Zeit Du Dir gibst, desto länger brauchst Du auch, denn die perfektionistische Detailliebe führt zum Tunnelblick und am Ende verzettelst Du Dich und schiebst Entscheidungen vor Dir her.

Halte Dein Zeitlimit schriftlich fest, dann kommst Du nicht mehr so leicht aus.

Raus aus der Perfektionismusfalle
#5 Finde heraus, warum Du perfekt sein willst

Liegt es daran, dass die Arbeit Dir einfach so viel Spaß bringt? Oder bist Du nicht gerade ein Spezialist in dem Gebiet, willst aber andere beeindrucken und bist extrinsisch motiviert?

Finde Deine innere Stimme und schreibe Dir Deine Glaubenssätze auf. Das kann z.B. sein: Nur fehlerfrei ist akzeptabel oder „Wenn ich etwas mache, dann richtig“ oder „Halbe Sachen zu liefern, bedeutet versagt zu haben“ oder „Je besser meine Leistung ist, umso mehr bin ich es wert geliebt zu werden“

Verabschiede Dich von diesen Glaubenssätzen und schicke damit Deine inneren Saboteure in die Wüste.

Unterstützung kann Du Dir dabei in meinem Online-Kurs Innere Saboteure zu Freunden machen holen.

Raus aus der Perfektionsismusfalle
#6 Schraube Deine eigenen Ansprüche mit kleinen Schritten herunter

Muss es wirklich so genau und so gründlich sein? Auch 10 % Verbesserung sind schon eine Verbesserung. 😊 Das vergessen wir oft.

Mach Dir bewusst, was Du alles erreicht hast und sei zufrieden mit Dir selbst.

Raus aus der Perfektionismusfalle
#7 Bitte um Hilfe, wenn Du sie brauchst

Keiner kann alles alleine schaffen!
Bitte um rechtzeitig um Hilfe, bevor Dir eine Sache über den Kopf wächst. Bitte um Hilfe, auch wenn Du schnell an der Arbeit der Kollegen etwas auszusetzen hast, weil sie es nicht genau so perfekt machen wie Du.

Es ist ein Zeichen von Größe und Selbstvertrauen sich seine eigenen Schwächen einzugestehen und anderen zu zeigen. Gönne Dir ruhig hin und wieder ein bisschen Perfektionismus (vielleicht bei der Wohnzimmer-Renovierung?), aber verschenke keine Zeit, die Du woanders besser gebrauchen könntest.

Raus aus der Perfektionismusfalle
#8 Lieber unperfekt begonnen als perfekt gezögert

Ich habe kreative Chaoten erlebt, die schon lange ihr Büro aufräumen oder ein neues Projekt beginnen wollten. Aber weil sie immer auf den perfekten Augenblick gewartet haben, zum Beispiel mal drei Tage am Stück Zeit zu haben, haben sie nie angefangen. In der Management-Welt ist das unperfekte Anfangen als „Rapid Protoyping“ bekannt. Entwickler rund um den Globus werfen unreife Produkte, Softwarelösungen oder Dienstleistungen auf den Markt und verbessern diese dann anhand der Feedbacks der Nutzer.

Deshalb vergiss das Motto „Entweder richtig oder gar nicht“, „Alles oder nichts“ und zerlege Deine Projekte in Etappen (mit jeweils festgelegten Zwischenziel-Deadlines) und fange an. Jetzt. Sofort!

Innere Antreiber enttarnen und entmachten: mit dem Online-Kurs in die Tiefe gehen

Wenn Du meine Arbeit und meine bisherigen Bücher bereits ein wenig kennst, dann weisst Du, dass ich bei allen Lösungen gerne genauer hinschaue und auf Strategien ziele, die unser Leben wirklich und nachhaltig verbessern können. Also keine „Husch-Husch-Oberflächenkosmetik“, sondern echte Veränderungen. Besonders bei diesem Buch war mir das wichtig! Denn wenn wir nicht wirklich abschalten, dann hat das ganz viel damit zu tun, dass kleine innere Saboteure uns das Leben schwer machen. In Kapitel 6 nehmen wir uns deshalb den On-Treiber „Innerer Drang“ vor, und Du lernst, warum Dir hinderliche Überzeugungen (Glaubenssätze, Antreiber), wie „Sei perfekt!“, „Sei stark!“ oder auch „Mach es allen recht!“ ein echtes Abschalten vereiteln.

In meinem Buch „Geht ja doch – Wie Sie mit 5 Fragen Ihr Leben verändern“ sind diese Dir bereits in ähnlicher Form als „Gegenwind“ begegnet – diesmal gehen wir tiefer. Und zwar so tief, dass ich sogar einen eigenen Online-Kurs entwickelt habe, mit dem wir unsere „Inneren Saboteure zu Freunden machen“ können. In Hinblick auf das Buch wirst Du die Erkenntnisse aus dem Online-Kurs nutzen können, um Deine „On-Treiber“ zu entmachten. In Hinblick auf andere Themen in Deinem Alltag wirst Du endlich selbstbestimmt Dein Leben gestalten können – anstatt Dir von inneren Saboteuren den Erfolg nehmen zu lassen.