• Home  / 
  • Mind&Body
  •  /  Mehr Kraft zum „Nein“-Sagen – dank weniger Süßigkeiten?

Mehr Kraft zum „Nein“-Sagen – dank weniger Süßigkeiten?

13. September 2017

Es ist ein natürliches Bedürfnis: wir wollen gemocht werden, wir wollen, dass andere uns nett, hilfsbereit und sympatisch finden. Und das ist ja auch schön. Bis zu jenem Punkt, an dem das „Nettsein“ an die eigene Substanz geht. Weil wir viel zu oft „ja“ sagen, obwohl wir lieber „nein“ sagen würden. Weil wir beim Umzug helfen, obwohl wir eigentlich (!) todmüde sind und uns ein Samstag auf der Couch viel besser tun würde. Weil wir noch ein Projekt übernehmen, obwohl die Tage eh schon aus allen Nähten platzen.

Viele Menschen können einfach nicht Nein sagen, selbst dann nicht, wenn sie schon buchstäblich aus dem letzten Loch pfeifen. Vielleicht gibt es aber eine Möglichkeit, dem ganzen Schlamassel ohne viel Training und Coaching ein Ende zu setzen!

Im Blog haben wir vor einiger Zeit über Studien berichtet, die zeigen, dass Schokoliebhaber als freundlicher und hilfsbereiter angesehen werden und sich auch selbst so fühlen. Wer also viel Süßigkeiten zu sich nimmt, ist netter.

Sind Naschkatzen zu hilfsbereit?

Und jetzt kommt´s: das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass uns Süssigkeiten anfälliger machen für unser „Nein-Problem“. Dass wir, wenn wir genascht haben, viel zu nett sind, um Grenzen zu setzen. Das meinte zumindest Linda, eine Speaker-Kollegin aus Maui, die ich im August 2012 in ihrem Haus in den Hawaiianischen Bergen besuchte.

Lange saßen wir an ihrem Küchentisch und haben diskutiert, ob Zucker uns zu sehr „weichspült“ oder ob das Nonsens ist. Linda hat eine Zuckerverzichtsphases hinter sich – und war begeistert, wie klare Ansagen sie plötzlich machen konnte.

Experiment: mehr Durchsetzungsvermögen bei Zuckerverzicht

Gut! Das Experiment ist eröffnet: wenn wir uns häufig selbst schimpfen, weil wir schon wieder unüberlegt „ja“ gesagt haben oder die uns nötigen Grenzen nicht verteidigt haben, dann könnten wir den Spieß ganz einfach umdrehen und in den nächsten Tagen und Wochen auf Süsses verzichten. Das Ergebniss müsste sein, dass wir „saurer“ werden – also besser unsere Interessen durchsetzen können.

Ich habe 2012 bereits mal sechs Wochen den Zuckerverzicht ausprobiert – wobei ich eher den abendlichen Wein (Zucker!) weggelassen habe :-).

Wie schaut es aus? Wollen wir mal wieder ein Experiment starten? All die „Hanni Herzlichs“ unter uns? Wie ist das mit Ihnen? Welche Erfahrungen haben Sie? Oder machen Sie doch einfach mit, und wir tauschen uns im BLOG über unsere Fortschritte aus.

Erstmals veröffentlicht im September 2012, frisch für Sie aufbereitet im September 2017.

Dieser Artikel ist super - den will ich meinen Freunden zeigen!

24
Hinterlasse einen Kommentar

22 Comment threads
2 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
23 Comment authors
  Antworten & Kommentare abonnieren?  
Benachrichtige mich (unter Beachtung der Datenschutzrichtlinien) zu:
Martina

eine spannende Theorie, von der ich aus eigener Erfahrung noch nicht sagen kann, ob ich ihr zustimme oder nicht. Meine Kernaussage: wenn ich bewusst (!) öfter mal „Nein“ sagen will, könnte weniger Zucker helfen Belege: 2010 – 2012 zur klassischen Fastenzeit 6 Wochen mitgefastet – nichts Süßes außer 1 Stück Zucker im Kaffee und kein Alkohol – nur Obst als „Süßes“ – „nein“-Sagen oder nicht war nicht mein Thema. Nach dem Urlaub 2012 habe ich beschlossen, nicht wieder in das Chaos von vor dem Urlaub zu verfallen und einfach mal Nein zu sagen. da ich zur Zeit (seit ca. 6… mehr »

Cordula

mir auch 🙂

Nein sagen bedeutet, konsequent zu sein, diszipliniert zu sein und vernünftig (ist ja nicht so unsere Stärke;-) ) statt impulsiv zu sein. Ich glaube, das gilt für Wein, Gummibärchen und Schokolade genau so, wie für die Chance gut da zu stehen und gelobt zu werden, weil ich meine Hilfsbereitschaft signalisiere. Doch muss ich lernen, meine langfristigen Ziele im Auge zu behalten und dabei nein zur kurzfristigen Befriedigung meiner Bedürfnisse zu sagen. Übrigens beobachte ich viele Jugendliche. Da habe ich den Eindruck, dass sie trotz oder gerade wegen immer größer währenden Herausforderungen im Berufsleben immer mehr den schnellen Kick suchen. Warum… mehr »

Zucker ist jedenfalls ein gutes Übungsfeld zum Nein – Sagen und ein Vanillepudding mit Stevia und nur wenig Zucker ist auch sehr lecker!

Michael

Total spannende Theorie. Ich beobachte zwar immer wieder mal in Zucker-, Alkohol-, und sonstigen fastenartigen -verzichtzeiten den Effekt klareren Auffassens, Denkens und Entscheidungen-treffens, aber daß ich klarer Nein sage, weil gerade eine Süssigkeitenverzichtphase ansteht.
Vielleicht berichte ich mal in zwei, drei Wochen, da ich mir momentan überhaupt nichts aus Gummibärchen und Co. mache und sich das auch nicht so schnell ändern soll 😉
Wirklich spannende Theorie.

Ich ernähre mich kohlehydratfrei (also auch keine Mehlprodukte o.ä., die der Körper in Zucker verwandelt). Die erste Woche war wie körperlicher Entzug, weil der Zucker generell Gefühle dämpft und das Hirn vernebelt. Wenn der Zucker wegfällt, kriegen wir viele Gefühle mit, die wir vorher nicht wahr haben wollten/konnten/mit Schokolade oder was auch immer erstickt haben. Und nebenbei wird unser Weckewerk klarer. Insgesamt eine prima Basis, um öfter mal nein zu sagen. Man kriegt sich selbst viel besser auf mehr Ebenen mit und hat mehr innere Argumente, um sich darüber klar zu sein: „Mit mir nicht mehr“ 🙂

sonja

Ich habe ein grundlegendes Problem mit Deiner Theorie, Cordula: Denn ich habe gerade vorhin – vor dem Lesen Deines Blogs! – zwei Kinderriegel vertilgt 🙂
Was muss ich denn essen, damit ich NEIN zu mir und der Schokolade sagen kann? Mehr Essiggurken?

Liebe Grüße aus IN; in hoffnungsvoller Erwartung Deiner Antwort

Sonja

Essiggurken sind immer gut 🙂 Oder bei mir wirken immer super die kleinen Karotten aus dem Kühlregal (super zum „Naschen“)….oder eine leckere Butterbreze….. 🙂

Vor zwei Jahren hatte ich die Gelegenheit einen spannenden Vortrag von H-J. Kröger ( einem Profiverhandler ) zu hören – hier blieb mir der Satz in Erinnerung, dass er in Verhandlungen nie Süßes ist ( aber gerne der Gegenseite anbietet ), da „Süßes weich macht“.

Dazu noch ein weiterer Link …
http://www.wissenswerkstatt.net/2009/08/08/verfuhrungen-wie-susigkeiten-unser-kaufverhalten-beeinflusen/

Mag schon sein, dass „Süßes“ „weich“ macht, aber nachdem ich seit über 4 Wochen wirklich NICHTS Süßes esse, kann ich leider nicht feststellen, dass meine NEIN-Sage-Kompetenz sich wesentlich verbessert hätte. Bin aber für Tipps wie das NEIN-Sagen öfter gelingt, dankbar.

Carsten

vielleicht kann ich das Thema durch einen interessanten Aspekt ergänzen: In „Der Körper lügt nicht“ beschreibt Dr. John Diamond unter anderem, wie man mit Muskeltests die Veränderung seines körperlichen Befindens überprüfen kann. Ich habe es selbst ausprobiert, nicht nur aber auch mit Zucker, es ist unglaublich, wie schon ein paar Körnchen auf der Zunge den Muskel schwächer werden lassen.

Brita

Irgendwo in den Untiefen meines Kochbuchregals stehen die Gutachten-Resumees zu gesundem Essen: daß die Zusatzstoffe oder der übermäßige Konsum von Zucker und anderen ‚Drogen‘ unser Verhalten und Genetik-Lesefähigkeit modifiziert usw.

Ja, mehr Prioritäten zu rohen, (wenig) un-veränderten und un-verfälschten Lebensmitteln, und nicht nur Nahrungsstoff-Zunahme, hilft sicher, in Balance und Gleichgewicht zu leben, und damit auch ein ehrliches NEIN-sagen zu dürfen –
daher: weniger Zucker (und andere Lebensverfälscher) = mehr Lebensglücklichkeit.

Und das Glas Wein in guter Gesellschaft, das Kuchestückchen und Der Schoko-Osterhase gehören dazu, bewusst udn mit Genuss udn in Maßen – in Unmaßen macht auch das NEIN-sagen kein Spaß 😀

Steph

… klar funktioniert das! Wenn ich so richtig schlecht gelaunt bin, weil ich im Unterzucker bin, dann schaffe ich es auch, meine Grenzen zu verteidigen 😉 Ich glaube, diese ‚Zuckertheorie‘ ist mir zu einfach. Denke, das NEIN-Sag-Problem ist doch eher ein persönliches/psycholigisches. Vielleicht ist man aber auch nur neidisch auf die Menschen, die es schaffen ohne Zucker zu leben. Ich oute mich als ‚Zucker-Junkie‘, meine einzige ‚Droge‘ … gehe jetzt erstmal Apfelkuchen essen :-))

Ich würde auch gerne mal öfters nein sagen wollen, ist aber leider gar nicht so einfach. Hab schon vieles probiert, aber das richtige Mittel war leider noch nicht mit dabei.

Corinna

Einen wundervollen Guten Morgen an alle, hier bereits Nützliches geschrieben haben. Ich hatte keine Ahnung von dem Zusammenhang ZUCKER & NEIN sagen – kann diesen in der Reihenfolge ‚erst Zucker weglassen, dann folgt das Neinsagen automatisch‘ auch in Fastenzeiten so überhaupt nicht bestätigen. Ich tue es einfach – und JA, bin dann manchmal unbequem. Was ich eher glaube ist das der Zucker eine Wirkung und nicht die Ursache sein könnte – ein Trostbonbon … Seelenvertröster, eine Art Ersatzbefriedigung für nicht erledigte Handlungsabläufe oder bspw. Leere im Leben. Für mich geht es nicht darum ganz ohne Zucker auskommen zu müssen. Wir… mehr »

Renate Kaufmann

Das Maß machts für mich. Ich werde ein Glas Wein weiter trinken, in Maßen und freundlich und bestimmt nein sagen. Auch wenn es mir leid tut. Ich liebe es, am Wochenende ein Stück Kuchen zu essen, sonst verzichte ich weitgehend auf Zucker. Wir leben in einer Zeit, in der das Angebot leider oft ungesund ist. Und dennoch können wir uns noch einigermaßen gesund ernähren. Obst und Gemüse und Zutaten, um sich etwas leckeres und gesundes zu kochen ist immer da. Mehr Menschen hungern auf der Welt, als satt werden. Dieses Problem finde ich größer und lösenswerter. Darüber würde ich mir… mehr »

Ingrid Zasterova

Ich ernaehre mich seit meiner Kinderzeit Zuckerfrei… trotz allem fuehle ich mich identifiziert mit dem Typ Hanni Herzlich…dem es wie Cordula beschreibt und Ihr wisst..extrem schwer faellt nein zu sagen….ich finde Cordulas Thesen extrem wertvoll und dennoch weiss ich…nein zu sagen faellt mir schwer…!!!Dabei bin ich 54 Jahre alt,sportlich und sehr atraktiv…sehe aus wie 10 Jahre juenger ohne Botox und OP…..ich empfehle allen zuckerfrei und Tablettenfrei zu leben und die Gluecksstoffe im Serotonin zu suchen….Ausschuettung beim Walken…z B!!!!!!!!!!!!!Chapau fuer Cordula…fuer mich nachahmens-und bewundernswert

anna beger

In der chinesischen Medizin gibt es das Verständnis, das zuviel „süss“ die Milz / damit ist NICHT das organ gemeint, sondern der Funktionskreis/ schädigt.

Und dieser ist für – und jetzt kommts – innere Strukturierung und Abgrenzung zuständig.

Daher scheint mir das zu stimmen, das zuviel „süss“ das Grenzen setzen erschwert.

Das „zickig“ sein unter Diät würde ich dann aber doch eher den emotionalen Entzugserscheinungen zuordnen.

Eine starke Milz (im chinesischen Sinne) ist auch nicht zickig, sondern KLAR!

in diesem Sinne
herzlichst

Anna

Ps. Ein Buchtip: „Nein aus Liebe“ von Jesper Juls“

Petra Mayer

🙂 Nur mal so am Rande zum Thema „Wein“ und „Zucker“. Wenn es ein trockener Wein ist, dann hält sich das mit dem Zucker in verträglichem Rahmen. Der Zucker der Traube ist dann nämlich weitestgehend vergoren und von den fleißigen Hefen in Alkohol umgewandelt. Wenn das beim Weinkauf interessiert, der soll ruhig mal beim Winzer oder Fachhändler nach dem Restzuckergehalt fragen. Diese Analyse liegt den meisten beratend tätigen Weinverkäufern vor. Oder gleich nach der Angabe für „Diabetiker geeignet“ auf dem Etikett suchen, auch das bedeutet der Wein ist „vollständig“ durchgegoren. Da gibt es ganz andere Produkte, in denen Zucker versteckt… mehr »

Anneli

Interessante These. Ich würde aber mal Folgendes dagegen halten: es gibt im Amerikanischen die Bezeichnung ‚Lean and Mean‘ für schlanke Menschen, die zwar eine gute Figur haben, aber permanent schlecht gelaunt gelaunt um sich beissen. Ich möchte diesen Menschen immer raten, sich doch mal was zu essen zu gönnen, vor allem Zucker, dann würden sie nämlich ausgeglichener, glücklicher und umgänglicher werden, weil sie sich nicht mehr so quälen und sich das gönnen, was sie eigentlich haben wollen. Klar sagen diese Leute leicht nein….warum sollten die freundlich zu anderen sein, wenn sie sich selber so Scheisse fühlen, und obendrein auch noch… mehr »

TimeTac

Hallo, ich kann mir schon vorstellen, dass Naschkatzen nachgiebiger sind, als diejenigen, die sich zurückhalten können. Einerseits ist Selbstdisziplin und Selbstkontrolle für das Arbeitsleben sinnvoll. Andererseits kann es auch nicht schaden, wenn man sich selbst und auch anderen ab und zu etwas Süßes gönnt und das menschliche Belohnungssystem aktiviert ;). Das gilt auch im Privatleben.

Merve

Liebe Cordula, herzlichen Dank für diesen Artikel! Ich habe es vor ein paar Monaten (Ostern) mit 6 Wochen zuckerfrei probiert, erinnere mich aber nicht mehr daran, ob ich in der Zeit besser nein sagen konnte. Im Sommer habe ich aufgrund von Unverträglichkeiten mit Ernährungsumstellung rumprobiert und definitiv einen Zusammenhang zu meiner Energie und viel besseren Laune bemerkt. Jetzt muss ich herzhaft lachen, denn in den letzten Tagen darf ich wieder vermehrt nein sagen üben: mein Nachbarin hat ein neues Handy und steht jeden Tag vor demselben Problem: „Erklären Sie mir mal bitte, wie ich die SMS lesen?“ Und dann hat… mehr »

Dimitra

Darüber habe ich länger nachgedacht. Für mich ist da bestimmt was dran und ich versuche mich in Mäßigung. Das Gegenteil von dieser Theorie scheint jedoch bei meinem Sohn zu passieren: er wird „wild und aufmüpfig“ wenn er etwas Süßes zu sich genommen hat – Ketchup, Gummibärchen, Schokolade führen dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu Unruhe und Aggressivität. Hat jemand eine Idee?

Cordula

Hi Dimitra,
Zuckerkonsum erhöht unseren Zuckerspiegel im Blut, der wird wieder abgebaut, steigt beim nächsten Essen wieder und so weiter.
Übermässiger Konsum führt entsprechend zu einem stark schwankenden Insulinspiegel im Körper.

Leider sorgen zu viel Zucker und ein hoher Insulinspiegel für Unruhe und sogar Schlaflosigkeit.

Es ist also nachvollziehbar, dass Dein Sohn die neue Energie, die der Zucker ihm gibt, in Unruhe umsetzt, ja vielleicht sogar Agressivität.

Sehr spannende Beobachtung – ich bin kein Mediziner, aber evtl. kannst Du Dich da mal schlau machen, was die Medizin konkret dazu sagt?

Herzliche Grüsse
Cordula