Gewohnheiten ändern? LMAA!

22. Dezember 2018
gewohnheiten

Routinen gelten landläufig als Dolchstoß jeglicher Veränderung. Glauben Sie, dass Sie Gewohnheiten ändern müssen, wenn Sie erfolgreich und glücklich sein wollen? Ich glaube das nicht! Ich glaube, dass uns Gewohnheiten erst den Freiraum geben, um uns zu verändern. Ja, auch ich ermuntere meine Klienten, die Dinge mal anders zu machen, als gewohnt – die Plätze am Frühstückstisch zu tauschen oder statt des Lieblingsautors einen Unbekannten zu lesen. Und das haben wir ja vor einigen Tagen auch gemacht. Der Grund: Neue Impulse feuern unser Gehirn an, die Synapsen bekommen was zu tun. Das macht uns kreativ und gibt uns wertvolle Impulse für Veränderungen. Wir verlassen die Denkautobahnen und biegen beherzter in die Wege des noch Unbekannten ein.

Gewohnheiten verändern ist ein prima Tipp, wenn Ihnen momentan der Mut und die Inspiration fehlen, sich zu verändern. Und selbstverständlich ist es sinnvoll, ein als Gewohnheit etabliertes Verhalten, das Ihre Ziele und Wünsche torpediert, abzulegen. Dass Sie aufhören, abends Alkohol „zum Runterkommen“ zu trinken, wenn Sie Ihre Schlafprobleme lösen wollen. Oder dass Sie aufhören, Geld für Dinge auszugeben, die Sie eh nicht brauchen.

Gewohnheiten zu ändern, um in Ihrem Leben etwas zu verändern, ist allerdings ein schlechter Tipp, wenn die einzige Konstante in Ihrem Leben momentan die Veränderung ist. Weil Ihr Beruf jeden Tag andere Überraschungen für Sie bereithält, auf die Sie schnell und agil reagieren müssen. Weil Sie viel unterwegs sind, ständig in neuen Städten, in neuen Hotels. Weil Sie täglich mit neuen Menschen zusammenkommen, auf die Sie sich jeweils neu einstellen müssen.

Neue Situationen, neue Umgebungen, neue Menschen – all diese Reize lösen im Gehirn eine enorme Rechenleistung aus. Somit haben Kopf und Seele keine Kapazitäten frei, die für Sie doch viel wichtigeren Themen durchzudenken oder gar anzupacken.

Manchmal brauchen wir die Sicherheit des Gewohnten, damit Dinge reifen können. Wir brauchen die Ruhe der Routinen, um Kraft und Selbstvertrauen wachsen zu lassen. Und das kann für Sie bedeuten, dass Sie zunächst Ihre Gewohnheiten ausbauen. Indem Sie mehr Strukturen in Ihren Alltag bringen. Oder Routinen und Traditionen bewusst leben.

So wie das Schmücken des Weihnachtbaumes (siehe dazu auch diesen Beitrag: Was Ihr Weihnachtsbaum über Sie verrät). Wie schön, wenn wir bekannte Teile wie Kugeln oder Sterne jetzt langsam aus den Kisten holen. Und damit die ganzen Erinnerungen. Wie wunderbar sind Rituale, die uns durch die Feiertage begleiten. Ich glaube, gerade an Weihnachten dürfen wir in unseren Gewohnheiten und Routinen baden :-).

Wie ist das bei Ihnen? Welche Gewohnheiten lieben Sie, welche geben Ihnen Kraft? Welche Rituale bereichern Ihr Leben? Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare.

Quelle: Auszug aus LMAA – 66 Mini-Plädoyers für mehr Mut, Leichtigkeit und Gelassenheit

Advent – Tun Sie sich und anderen etwas Gutes

Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Tipps als Kommentar unter diesem Beitrag. Nach Weihnachten verlosen wir unter allen Kommentatoren Buch-Überraschungs-Pakete von GABAL und Campus, sowie eine Übernachtung für 2 Personen im Schlosshotel Oberambach am Starnberger See.

Und noch mehr: für jeden Kommentar in unserem Online-Adventskalender spenden wir nach Weihnachten einen Euro für einen guten Zweck zugunsten der Charakterköpfe.org. Machen Sie also aktiv mit. Je engagierter Sie sind, desto mehr gewinnen auch andere Menschen mit Ihnen. Die Spielregeln finden Sie hier.

 

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Edelgard

ohne mein morgendliches Ritual- Kaffeetrinken im Bett und lesen- fängt der Tag nicht gut an. Darauf möchte ich nicht verzichten und stelle mir sogar den Wecker 15 Minuten früher

Svenja

Ja, ich es gibt Rituale, die einem durch den vollen Tag helfen. Bei mir sind es die fünf Minuten morgens in Ruhe meinen Tee trinken, am liebsten auf dem Balkon, wenn es wettertechnisch möglich ist.

Regina

Rituale und Gewohnheiten geben Sicherheit, gerade auch bei Kindern. Vieles davon nimmt man ins Erwachsensein mit und möchte es nicht missen – besonders an Weihnachten. Aber trotzdem haben sich bei mir – rückblickend auf mein Leben – schon viele Rituale verändert oder ich/wir haben sie angepasst. Mit vier Kindern zwischen 13 und 23 Jahren geschieht das manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Gemeinsam stellen wir manchmal auch ein Ritual infrage: wollen wir das weiterhin so handhaben wie bisher, passt das noch für uns? Dass das Christkind heimlich die Kerzen am Baum anzündet, muss auf jeden Fall immer noch so sein ;-), den… mehr »

Amazone

Mit dem Auto mal andere Wege fahren, beim Wandern neue andere Wege gehen. Bei uns sind Rituale wichtig, auch mit den Kindern, aber sie werden immer wieder angepasst. Ich selbst bin ein kreativer Mensch, der immer wieder etwas neu oder Verrücktes tun muss, so wie mein Seminar/Workshop, das ich mit 16 Mitarbeitern eines Unternehmens gemacht habe im November, das mal nicht in einem normalen Raum, sondern in der Kirche stattgefunden hat.

Paulina

Ich lebe in einer recht komplizierten Familienkonstellation, aber einen dummen Spruch zu Weihnachten habe ich mir in all den Jahren nie anhören müssen. Nicht einen einzigen. Das wurde mir erst beim Nachdenken über diese Frage so richtig bewusst. Eigentlich toll. Nicht nur eigentlich. Toll.

Paulina

Das gehörte eigentlich zum Thema Schlagfertigkeit. 🙂

Paulina

Das gehörte zum Thema Schlagfertigkeit 🙂

Paulina

Früher wusste ich ab dem Abend des 23. bis zum 26. immer ganz genau, mit welchen Menschen ist feiere, wenn ich wann und wo treffe. Ein langes, sich über Tag erstreckendes Ritual. Ich fand das sehr schön. Was immer das Leben an Turbulenzen brachte, diese Tage verliefen immer gleich. Ich brauche so etwas. Seit es das an Weihnachten nicht mehr gibt, habe ich den Ostersonntag zu meinem Tag des Rituals gemacht. Ich mag Ostern mittlerweile lieber als Weihnachten. Das liegt vielleicht auch daran. Ostern ist mein Anker geworden.

Anna

Zur Weihnachtszeit liebe ich das Rauhnachtsritual. Über die Stille-bei mir ankommen, hole ich mir meine Kraft.
Mir selbst zu lauschen schenkt mir inneren An- und Auftrieb

Danke, für die Fragen.
Danke, für die Begleitung mit diesem Adventskalender.

Dimitra

Rituale sind schön! Für mich gehört Weihnachtskarten-schreiben dazu. Dabei reflektiere ich das Vergangene, bedanke mich, blicke voraus. Anpassung erfolgt, indem ich nicht “den immer gleichen Verteiler” nehme, sondern ganz bewusst wähle! Sonst gehört auch Plätzchen backen dazu, aber dieses Jahr fiel es aus, wir hatten einfach keine Lust oder gar Muße.. Und zwischen den Jahren schreibe ich gerne ein paar bewusste, achtsame Zeilen an liebe Freunde…
Übrigens geht es mir wie Cordula: früher war ich auf Kriegsfuß mit Ritualen, inzwischen weiß ich viele meiner täglichen Routinen so richtig zu schätzen!

Martina

Ich liebe es, morgens in Ruhe eine Tasse Kaffee oder Tee zu trinken, dabei ein süßes Brot mit Marmelade oder Honig zu essen und gemütlich durch meine Social-Media-Kanäle zu stöbern. Danach starte ich mit Schwung in den Tag.

Dorothea

Über diesen Impuls habe ich lange nachgedacht.
Ich glaube, ich habe keine Gewohnheiten.

Bei nichts von dem, was ich tue, würde ich erklären, dass ich es tue, weil ich es immer tue.
Selbst Zähne Putzen tue ich nicht, weil ich es immer tue, sondern weil es fies anfühlt, wenn ich es man nicht getan habe.
Gewohnheiten empfinde ich schnell als Zwang und hinterfrage ihren Sinn ziemlich bald.
Ab wie vielen Wiederholungen ist eine Tätigkeit eine Gewohnheit?

Yves

Früher war Weihnachten so schön, mit der Familie erst in die Kirche, Krippenspiel aufführen, Musikmachen, Geschenke und dann essen. seit die Familie größer ist und wir an unterschiedlichen Orten wohnen, stellt sich der Zauber nicht mehr ein.

Helena

Raclette Heiligabend ist ein unumstößliches Ritual, Samstag auf dem kleinen Markt um die Ecke einzukaufen auch, morgens zu meditieren ist seit Mitte September ein liebgewordenes Ritual geworden….es sind auch Rituale verschwunden…Weihnachtsplätzchen backen…mal ja mal nein….ich bin mittlerweile auch abends zu müde, um noch zu lesen…

Andreas

Silvester mit der Familie feiern würde ich nicht als Ritual bezeichnen, aber das mache ich schon immer. Ein paar Mal habe ich etwas anderes gemacht, aber es war nicht so schön wie mit der Familie, vielleicht auch nur ungewohnt. Meine Oma hatte am 31.12. immer ihren Geburtstag gefeiert. Sie ist 1995 leider gestorben, aber wir machen das immer noch.

Andreas

Und es war wieder richtig schön!