In der Regel haben wir alle viel zu viel Zeug. In unseren Wohnungen, in unseren Büros, in unseren Schreibtischen, in unseren Kellern. Überall stapeln und sammeln sich Sachen – oft Sachen, die wir schon lange nicht mehr brauchen. Fakt ist: je mehr Zeug Du hast, desto mehr Zeit brauchst Du zum Putzen, Aufräumen, Verwalten, die Dinge versichern, Dir einen Überblick verschaffen (z.B. über Deine Girokonten, Bonus-Programme…) und auch zum Suchen.

So entsteht eine Art „Stau“ im Haus und an unseren Arbeitsplätzen. Auch weil Neues reinkommt, aber Altes nicht schnell genug abfließt. Entwickle ein Gefühl, wo in Deinem Haushalt oder in Deinem Büro solch neuralgische Punkte sind und schaffe sofort Abhilfe. Und zwar nicht, in dem Du neue Aufbewahrungsorte suchst, sondern indem Du die vorhandenen frei machst für schöne, neue Dinge.

Trenne Dich regelmäßig und in Baby-Schritten von Deinem Zeug. Gönne Die regelmäßige Ausmist-Aktionen. Warte nicht, bis wieder eine „Gewaltaktion“ nötig ist. Schaffe Dir die Grundlage für mehr „Luft“ und mehr Zeit, indem Du in den kommenden Tagen tüchtig aussortierst.

Mit folgenden „Ausmist“-Tipps geht das ganz leicht und nebenbei!

  • Der Dreizack: Jedes Mal, wenn Du in einem Schrank, einer Schublade, einer Tasche, einem Ordner etc. etwas suchst, lasse den Dreizack zustechen. Nimm drei Gegenstände oder Papiere heraus, die Du nicht mehr brauchst. Wirf sie weg und freue Dich, um wie viel leichter Dein Haus und Deine Seele werden.

  • Das Hotel: Lasse jedes Mal, wenn ein neuer Gegenstand bei Dir einzieht, einen älteren ausziehen. Betrachte Deine Kleidung oder Wohnungsausstattung nicht als Ewigkeitswerk, sondern als nette Wegbegleiter, die wieder in die große weite Welt hinauswollen. Wenn Du neue Kleidung kaufst, gib die entsprechende Anzahl an älteren Stücken in die Altkleidersammlung.

  • Das Duett: Lege am Abend, bevor Du ins Bett gehst, ein oder zwei Ausmist-Möglichkeiten heraus, oder notiere sie in Deiner To-do-Sammlung. Wenn Du am kommenden Tag Routine-Dinge erledigst, bei denen Du Dich nicht besonders konzentrieren musst und beide Hände frei hast, dann lasse die ausgewählten Einheiten im Duett mit der Routine-Tätigkeit auftreten. Beispiel: Schuhputz-Zeug aussortieren und mit Freundin plauschen; Kühlschrankfach ausmisten während das Nudelwasser kocht; Ordner entschlacken während Du in der Warteschleife am Telefon bist.
    WICHTIG: Mache nur Tätigkeiten parallel, von denen eine ohne Nachdenken von der Hand geht. Sonst riskierst Du, dass Du unkonzentriert bist und Dich zwischen zwei Aufgaben zerreibst. Das führt zu Stress und bewirkt keineswegs, dass die Sachen schneller erledigt sind.

  • Der Abschieds-Gruß: Schreibe auf Kisten oder Ordner ein Datum, ab dem der Inhalt keinen Nutzen mehr bringt. Als Privatperson musst Du beispielsweise Konto-Auszüge aufheben, bis der Steuerbescheid für das entsprechende Jahr erteilt ist. Schreibe auf den Ordnerrücken, in dem die entsprechenden Papiere sind: „Weg am 31.12.2023“. Sortiere auch Kassenzettel und Garantie-Urkunden nach „Wegwerf-Jahren“ (geht auch, wenn Du sie scannst und digital ablegst). Dann kannst Du zum entsprechenden Datum einen lauten Abschieds-Gruss loslassen und mit einem Handgriff (Mouseklick) unnötigen Ballast wegwerfen.

  • Das Sack-Hüpfen: Mache die folgende Sporteinlage so schnell wie möglich. Fünf Minuten je Einheit müssten reichen.

    • Nimm einen Müllsack und gehe durch Deine Wohnung. Wirf 29 Teile in den Müllsack, schließe ihn und wirf ihn weg. Höre nicht auf, bevor Du 29 Gegenstände hast.
    • Nimm dann einen neuen Sack (oder einen Karton) und sammle in Deiner Wohnung 29 Gegenstände, die Du weggeben kannst. Wenn Du fertig bist, bringe die Kiste ins Auto und gib bei der nächsten Fahrt die Dinge dort ab, wo sie hin sollen (Altkleidersammlung, Wertstoffhof, Freunde).
    • Immer wenn Du das Sackhüpfen machst, wirst Du Dich erleichtert fühlen und nach und nach Deinen Hausstand auch leerer bekommen.
  • Abschied beschleunigen. Manche Menschen misten gerne aus – und dann stehen die gepackten Kisten oder vollen Tüten wochenlang im Hausflur herum. Sorge dafür, dass die aussortierten Dinge schnell Deine vier Wände verlassen. Ich nutze beispielsweise den Ankäufer momox.de (Startseite), um aussortierte Bücher zuhause abholen zu lassen.

Hier findest Du noch einen Buch-Tipp, der zum Ausmisten motiviert und hier habe ich mal einen Podcast zum Thema „Ordnung schaffen“ gemacht, wenn Du lieber hörst als liest.

Hast Du selbst Turbo-Tipps fürs Ausmisten, die Du mit uns teilen willst? Ich freue mich auf Deine Ideen.

Quelle: „Organisieren Sie noch oder leben Sie schon? Zeitmanagement für Kreative Chaoten“.

Frisch aufbereitet am 13. April 2020

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