Mehr Zeit dank weniger Zeug – Ausmisten auf die schnelle Art

13. April 2020
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In der Regel haben wir alle viel zu viel Zeug. In unseren Wohnungen, in unseren Büros, in unseren Schreibtischen, in unseren Kellern. Überall stapeln und sammeln sich Sachen – oft Sachen, die wir schon lange nicht mehr brauchen. Fakt ist: je mehr Zeug Du hast, desto mehr Zeit brauchst Du zum Putzen, Aufräumen, Verwalten, die Dinge versichern, Dir einen Überblick verschaffen (z.B. über Deine Girokonten, Bonus-Programme…) und auch zum Suchen.

So entsteht eine Art „Stau“ im Haus und an unseren Arbeitsplätzen. Auch weil Neues reinkommt, aber Altes nicht schnell genug abfließt. Entwickle ein Gefühl, wo in Deinem Haushalt oder in Deinem Büro solch neuralgische Punkte sind und schaffe sofort Abhilfe. Und zwar nicht, in dem Du neue Aufbewahrungsorte suchst, sondern indem Du die vorhandenen frei machst für schöne, neue Dinge.

Trenne Dich regelmäßig und in Baby-Schritten von Deinem Zeug. Gönne Die regelmäßige Ausmist-Aktionen. Warte nicht, bis wieder eine „Gewaltaktion“ nötig ist. Schaffe Dir die Grundlage für mehr „Luft“ und mehr Zeit, indem Du in den kommenden Tagen tüchtig aussortierst.

Mit folgenden „Ausmist“-Tipps geht das ganz leicht und nebenbei!

  • Der Dreizack: Jedes Mal, wenn Du in einem Schrank, einer Schublade, einer Tasche, einem Ordner etc. etwas suchst, lasse den Dreizack zustechen. Nimm drei Gegenstände oder Papiere heraus, die Du nicht mehr brauchst. Wirf sie weg und freue Dich, um wie viel leichter Dein Haus und Deine Seele werden.

  • Das Hotel: Lasse jedes Mal, wenn ein neuer Gegenstand bei Dir einzieht, einen älteren ausziehen. Betrachte Deine Kleidung oder Wohnungsausstattung nicht als Ewigkeitswerk, sondern als nette Wegbegleiter, die wieder in die große weite Welt hinauswollen. Wenn Du neue Kleidung kaufst, gib die entsprechende Anzahl an älteren Stücken in die Altkleidersammlung.

  • Das Duett: Lege am Abend, bevor Du ins Bett gehst, ein oder zwei Ausmist-Möglichkeiten heraus, oder notiere sie in Deiner To-do-Sammlung. Wenn Du am kommenden Tag Routine-Dinge erledigst, bei denen Du Dich nicht besonders konzentrieren musst und beide Hände frei hast, dann lasse die ausgewählten Einheiten im Duett mit der Routine-Tätigkeit auftreten. Beispiel: Schuhputz-Zeug aussortieren und mit Freundin plauschen; Kühlschrankfach ausmisten während das Nudelwasser kocht; Ordner entschlacken während Du in der Warteschleife am Telefon bist.
    WICHTIG: Mache nur Tätigkeiten parallel, von denen eine ohne Nachdenken von der Hand geht. Sonst riskierst Du, dass Du unkonzentriert bist und Dich zwischen zwei Aufgaben zerreibst. Das führt zu Stress und bewirkt keineswegs, dass die Sachen schneller erledigt sind.

  • Der Abschieds-Gruß: Schreibe auf Kisten oder Ordner ein Datum, ab dem der Inhalt keinen Nutzen mehr bringt. Als Privatperson musst Du beispielsweise Konto-Auszüge aufheben, bis der Steuerbescheid für das entsprechende Jahr erteilt ist. Schreibe auf den Ordnerrücken, in dem die entsprechenden Papiere sind: „Weg am 31.12.2023“. Sortiere auch Kassenzettel und Garantie-Urkunden nach „Wegwerf-Jahren“ (geht auch, wenn Du sie scannst und digital ablegst). Dann kannst Du zum entsprechenden Datum einen lauten Abschieds-Gruss loslassen und mit einem Handgriff (Mouseklick) unnötigen Ballast wegwerfen.

  • Das Sack-Hüpfen: Mache die folgende Sporteinlage so schnell wie möglich. Fünf Minuten je Einheit müssten reichen.

    • Nimm einen Müllsack und gehe durch Deine Wohnung. Wirf 29 Teile in den Müllsack, schließe ihn und wirf ihn weg. Höre nicht auf, bevor Du 29 Gegenstände hast.
    • Nimm dann einen neuen Sack (oder einen Karton) und sammle in Deiner Wohnung 29 Gegenstände, die Du weggeben kannst. Wenn Du fertig bist, bringe die Kiste ins Auto und gib bei der nächsten Fahrt die Dinge dort ab, wo sie hin sollen (Altkleidersammlung, Wertstoffhof, Freunde).
    • Immer wenn Du das Sackhüpfen machst, wirst Du Dich erleichtert fühlen und nach und nach Deinen Hausstand auch leerer bekommen.
  • Abschied beschleunigen. Manche Menschen misten gerne aus – und dann stehen die gepackten Kisten oder vollen Tüten wochenlang im Hausflur herum. Sorge dafür, dass die aussortierten Dinge schnell Deine vier Wände verlassen. Ich nutze beispielsweise den Ankäufer momox.de (Startseite), um aussortierte Bücher zuhause abholen zu lassen.

Hier findest Du noch einen Buch-Tipp, der zum Ausmisten motiviert und hier habe ich mal einen Podcast zum Thema „Ordnung schaffen“ gemacht, wenn Du lieber hörst als liest.

Hast Du selbst Turbo-Tipps fürs Ausmisten, die Du mit uns teilen willst? Ich freue mich auf Deine Ideen.

Quelle: „Organisieren Sie noch oder leben Sie schon? Zeitmanagement für Kreative Chaoten“.

Frisch aufbereitet am 13. April 2020

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8 Kommentare
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Hallo! Danke für die tollen Tipps, die ich recht hilfreich finde! Was ich festgestellt habe: Wenn man es sich lange im Voraus vornimmt, auszumisten, dann wird`s nie was. Was super klappt: Wenn man nur sehr wenig Zeit hat – und obendrein vielleicht auch ein wenig genervt ist, dann flutscht`s super. Man sollte natürlich aufpassen, dass man nichts im Wahn wegschmeißt, was man doch besser behalten hätte. Die Taktik, im Grunde permanent dran zu bleiben, ist auf jeden Fall sinnvoll. Ich liebe das Gefühl, wenn man sich von unnötigem Ballast befreit hat! Viele Grüße, Anette

Also ich sage immer, was man schon lange nicht mag oder nicht genutzt hat, sollte auf die Wegwerfliste! Man muss aber einen festen Entschluss fassen! Wer immer nur von rechts nach links verschiebt, ist sich meistens aber nicht sicher! Der Grund ist idR, dass Erinnerungen daran hängen und man nicht mehr neutral bewertet. Wenn das allerdings überhand nimmt, kanns zum problem werden. Man müllt das Zimmer / die Wohnung zu und fühlt sich selbst nicht mehr wohl in den eigenen vier Wänden. Hier wäre dann die Einschaltung einer Entrümpelungsfirma wohl zwingend geraten. Das kostet aber Geld! Deshalb immer wieder ein… mehr »

Petra

Ich nutze das Prinzip „Zwischenablage“ für Dinge bei denen ich unentschlossen bin. Ich habe ein Fach im Schrank, in das Dinge kommen, die ich eigentlich schon lange nicht mehr verwendet habe. Aber wenn ich mich noch nicht trennen kann, kommt es in die „Zwischenablage“. Diese wird dann bei der nächsten Ausmist-Aktion komplett geleert. Aber ich habe auch schon einmal eine alte Bluse wieder rausgeholt, weil mir einfiel „ach die habe ich doch noch“. Durch den Abschied auf Raten kann ich mich dann auch wirklich von den Vielleicht-Dingen gut trennen.

Sandra

Für mich ist es wichtig Nutzen zu stiften! Dinge einfach weg werfen geht nur sehr schwer für mich. Wenn ich allerdings Sachen zB für den „Tierheim-Flohmarkt“ zusammensuche kann ich mich deutlich leichter trennen.

Und alles kommt so noch einem guten Zweck zu Gute!!!