Obwohl wir Kreative Chaoten nie um eine gute Idee verlegen sind, hapert es meist an der Umsetzung: Wie komme ich bloß ans Ziel? Häufig versanden dann gute Ideen in der Alltagswüste – schade eigentlich!

Die PIDEWaWa-Methode kann helfen, unsere Wünsche und Visionen zu konkreten Zielen zu formulieren und wirklich umzusetzen.

Wie geht das?

Mache Dir zunächst klar, ob Deine neue Idee oder Dein neuer Wunsch es wert ist, Zeit und Arbeit hineinzustecken. Brennst Du dafür?

Ja?

Dann auf zur PIDEWaWa-Methode 🙂 Damit wird Dir der Weg zum Ziel viel klarer und leichter erscheinen!

Was genau bedeutet PIDEWaWa?

P – Positiv: Formuliere positiv
I – Ist-Zustand: Formuliere in der Gegenwart und klar
D – Detailliert: Formuliere konkret und messbar
E – Erreichbar: Suche Dir realistische Ziele
Wa – Wann: Lege Dir einen Zeitrahmen fest
Wa – Warum: Begründe, warum Du Dein Ziel erreichen willst

So gelingt es Dir die PIDEWaWa-Methode richtig anzuwenden

P – Positiv: Formuliere positiv

Meist fällt uns zuerst auf, was wir nicht mehr wollen: nicht mehr so beengt wohnen, nicht mehr diese alte Rostlaube fahren, nicht mehr so herablassend behandelt werden… Mit diesen Gedanken kommen wir allerdings nicht ans Ziel, denn unser Unterbewusstsein kennt das Wörtchen „nicht“ nicht. Ein beliebtes Beispiel: „Denken Sie jetzt nicht an einen rosa Elefanten.“ Oder „Ich will nicht mehr rauchen.“ – schon hüpft ein kleiner rosa Elefant vor unserem inneren Auge und die Zigarette glimmt verlockend.
Ein weiterer Nachteil von negativen Formulierungen: Sie sind nicht zielgerichtet und motivieren daher nicht zum Handeln. „Ich will in der Arbeit keine langweiligen Aufgaben mehr bekommen“ Ja, schön. Und nun? Frage Dich in dieser Situation: „Was stattdessen?“ Und notiere das als Dein Ziel: „Ich will neue, spannende Aufgaben von meinem Chef bekommen.“ Merkst Du den Unterschied? Bei positiven Aussagen ist der nächste Schritt ganz klar – dem Chef von Deinem Unmut zu erzählen – bei einer Negativformulierung hingegen nicht.

I – Ist-Zustand: Formuliere in der Gegenwart und klar

Ich werde, würde, könnte, … Solche unsicheren Formulierungen motivieren uns nicht zum Handeln! Sage lieber „Ich bin …“, „Ich tue …“ Dann hast Du das erreichte Ziel bereits vor Augen. Vermeide Einschränkungen wie „manchmal“, „vielleicht“ oder „eigentlich“. Das sind Erfolgskiller, die sofort Deine inneren Widersacher aktivieren und einen Scheunentor für unseren inneren Schweinehund öffenn.

D – Detailliert: Formuliere konkret und messbar

Im klassischen Effektivitäts-Management sagen die Experten: Je konkreter Sie Ihr Ziel formulieren, desto genauer können Sie Ihre ersten Schritte planen und gehen. Zu vage Formulierungen bringen Sie nicht in die Gänge.

Ein Beispiel für schwer und für gut erreichbare Ziele:

  • Schlecht: Ich gehe öfters mal schwimmen.
  • Besser: Ab Montag gehe ich jeden Montag ab 18 Uhr ins örtliche Hallenbad und schwimme zügig 30 Minuten. Ich steigere mich auf 60 Minuten bis Jahresende.

Ja, es kann sein, dass Du durch solche detaillierte Vorstellungen tatsächlich ins Handeln komst. Je höher Dein kreativ-chaotischer Anteil jedoch ist, desto eher geht Dir alleine beim Formulieren dieses Ziels bereits die Motivations flöten. Weil es Dich so einengt.

Deshalb: passe den Grad der Detailliertheit an Deinem persönlichen „Prickel-Faktor“ an. Formuliere so detailliert, wie es Dir einen Power-Schub versetzt – oder so vage. Wichtig ist in erster Linie, dass wir ein BILD in unserem Kopf sehen, was wir genau tun. „Ich gehe einmal die Woche schwimmen“ ist ein klares Bild – und das kann völlig ausreichen.

Manchmal kann es jedoch fast noch mehr Erfolg bringen, wenn Du vage bleibst. Wenn Du z.B. sagst: „Ich bewege mich jeden Tag ein paar Minuten intensiv.“ Denn dann könntest Du bei Deinem nächsten Einkaufsbummel einen strammen Schritt vorlegen und ein paar Bizeps-Trainings-Einheiten machen mit den Einkaufstüten. Du kommst dadurch auf die Idee, die Treppe statt den Lift zu nehmen. Oder mal eine Station früher aus dem Bus auszusteigen. Je vager wir formulieren, desto mehr Möglichkeiten der Umsetzung

E – Erreichbar: Suche Dir realistische Ziele

Theoretisch ist alles möglich auf der Welt. Scheue Dich also nicht davor zurück, Dir große, spannende Ziele zu setzen. Das motiviert und treibt an! Lasse Dich von Pessimisten nicht verwirren und denke positiv – als Kreativer Chaot ist das ja keine schwere Übung. Musst Du darauf achten, dass DeineZiele realistisch bleiben? Ich glaube nicht! Denn ich habe in meiner nun fast schon 20jährigen Tätigkeit als Coach noch nie (!) einen Klienten gehabt, der etwas völlig unrealistisches notiert hatte. Im Gegenteil: es geht sehr viel mehr, als wir immer denken. Ja, vielleicht brauchen wir ein wenig mehr Zeit, um diese „Spinnerei“ zu realisieren (siehe nächster Punkt). Oder wir schaffen es mit Querdenken. Ich bin sicher, was Du für Dich notierst – es ist machbar!

Wa – Wann: Lege einen Zeitrahmen fest

Bis wann Du welches Ziel erreichen willst, bestimmt maßgeblich, wie schnell und intensiv Du Dein Ziel in Angriff nimmst. Große Ziele brauchen eben ein wenig mehr Zeit, kleine Vorhaben können wir ziemlich schnell realisieren.

Damit Dein innerer Schweinehund bei langfristigen Projekten nicht merkt, dass nichts eilt und sich gemütlich einkuschelt, zerlege Deine große Idee doch ein kleine Häppchen. Oder um im Bild aus meinem Buch und eCoaching „Geht ja doch“ zu sprechen: welche Inseln willst Du anlaufen, auf Deiner Paddeltour durch Deinen Ozean? Zwischen-Inseln sind genial, damit Du voller Selbstvertrauen Deine Paddeltour überhaupt anpackst. Außerdem bringen Zwischen-Inseln das Schönste im Leben: die Belohnung.

Wa – Warum: Begründe, warum Du ein Ziel erreichen willst

Wer sich klargemacht hat, warum er bestimmte Dinge erreichen will, der spürt wesentlich mehr Kraft und Entschlossenheit. Laut dem amerikanischen Autor Charles Garfield entspringen 80 Prozent unserer Motivation dem Warum und nur 20 Prozent dem Was und Wie. Wenn Du Dir über den Grund nicht vollkommen klar bist, überlege Dir:

  • Ist es ein Alibi-Ziel, das Du Dir nur vornimmst „weil man doch Ziele braucht“ (denkst Du an die Flops der Neujahrs-Vorsätze)?
  • Ist es Dein eigenes Ziel oder ein fremdes (etwa von Eltern, Partner, Kollegen oder der Gesellschaft)?
  • Ist es vielleicht nur ein 50:50-Ziele („Es wäre nett, wenn ich Spanisch könnte, aber wenn ich es nicht kann, ist es auch nicht schlimm“)
  • Möchtest Du mit Deinem Ziel anderen etwas beweisen?

Höre auf Deine innere Stimme. Was sind Deine Bedürfnisse? Was tut Dir gut?

Und dann?
Wenn Du alle PIDEWaWa-Fragen beantwortet hast, schreibe diese ausformulierten Sätze auf ein Blatt Papier. Oder bastele Dir eine Collage mit bunten Bildern, die Dein Ziel darstellen. Hänge Dir diesen Zettel so auf, dass Du ihn täglich siehs. Das hilft, um am Ball zu bleiben!

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