Wie gesund sind wir?

17. Oktober 2010

Ein Report der DKV hat den Gesundheitszustand der Deutschen analysiert und kommt zu überraschenden Ergebnissen.

Wie oft kommen wir nach der Arbeit nach Hause und sind einfach platt! Eigentlich sollten wir uns jetzt noch was Schönes kochen oder ein bisschen raus an die frische Luft – den ganzen Tag im Büro, da kommt die Bewegung immer zu kurz. Aber es ist viel einfacher, sich schnell was in die Mikrowelle zu schieben und sich dann mit einer Chipstüte vor den Fernseher zu fläzen. Einfach nichts tun, entspannen…

Die Deutsche Krankenversicherung hat nun den Lebensstil der Deutschen untersucht und ist dabei zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen. Nur 14 Prozent leben „rundum gesund“, das heißt sie erfüllen in allen fünf untersuchten Bereichen Aktivität, Ernährung, Rauchen, Alkohol und Stress den Richtwert für gesundes Leben. Das bedeutet aber auch, dass unter den restlichen 86 Prozent viele nur wenig verändern müssten, um ebenfalls „rundum gesund“ zu leben: mit dem Rauchen auf hören, nur noch ein Glas Wein oder Bier am Tag trinken, sich mehr als 30 Minuten pro Tag bewegen, sich ausgewogener ernähren oder Entspannungsübungen gegen den alltäglichen Stress machen. Ganz so düster sieht es also für die Deutschen nicht aus.

Insgesamt schneiden die Frauen mit knapp 18 Prozent deutlich besser ab als die Männer mit knapp 10 Prozent, obwohl sie ihren Zustand schlechter einschätzen. Sie bewegen sich mehr, empfinden weniger Stress, trinken weniger Alkohol und ernähren sich gesünder. Mit zunehmendem Alter steigt dann aber insgesamt das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen. Während bei den unter 30-Jährigen nur gut 7 Prozent „rundum gesund“ leben, sind es bei den über 63-Jährigen schon 20 Prozent. Im Ländervergleich liegt Mecklenburg-Vorpommern ganz vorn, am Schluss kommt Sachsen-Anhalt.

Auch der Bildungsstand hat einen Einfluss auf unseren Lebensstil, allerdings nicht so, wie es immer angenommen wird. Nicht die Akademiker leben am gesündesten, sondern Deutsche mit Hauptschulabschluss, obwohl sie sich ungesünder ernähren und mehr rauchen. Aber sie trinken weniger Alkohol und bewegen sich mehr. Grund ist laut Studie die Arbeitssituation. Insgesamt bewegen sich die Deutschen bei der Arbeit am meisten. Hochschulabsolventen arbeiten häufiger körperlich und bewegen sich dadurch automatisch viel mehr als Akademiker, die den ganzen Tag vor dem PC sitzen. So ist es kaum verwunderlich, dass Akademiker in Sachen Bewegung das Schlusslicht bilden. Allerdings treiben sie in ihrer Freizeit dann mehr Sport.

Mit der Bewegung sieht es bei den Deutschen überhaupt sehr Mau aus. Nur 60 Prozent bewegen sich mindestens 30 Minuten täglich. Die restlichen 40 Prozent erreichen nicht einmal dieses von der WHO empfohlene Mindestmaß an Bewegung. Auch trinkt jeder Fünfte zu viel Alkohol und jeder Vierte raucht. Bei der Ernährung sieht es auch nicht besser aus: jeder Zweite ernährt sich nicht abwechslungsreich genug. Da wundert es nicht, dass nur 12 Prozent es schaffen, fünf Stücke Obst und Gemüse pro Tag zu essen. Und – wie soll es auch anders sein –Männer essen viel mehr Fleisch, Frauen dafür mehr Süßigkeiten und Knabberzeug. Interessanterweise greift vor allem die Altersgruppe zwischen 30 und 45 am häufigsten zu Schokolade und Chips, die auch am meisten Stress empfindet.

Immerhin können wir unseren Lebensstil leicht manipulieren. Wenn wir uns selbst für gesund halten, wie 55 Prozent der Bevölkerung, leben wir auch gesünder. Zu mehr Sport werden wir am besten von unseren Freunden motiviert. Wenn Sie also einen sportlich gewissenhaften Freund haben, tun Sie sich selbst etwas Gutes und erzählen Sie ihm von Ihrem Bewegungsdefizit. Einen „Leidensgenossen“ zu haben, tut immer gut.

Geben Sie sich aber nicht dem Schicksalsglauben hin, den über die Hälfte der Deutschen teilen: „Wenn ich krank werde oder sterbe, dann passiert das eben. Ich kann es nicht beeinflussen.“ Viele Krankheiten wie Diabetes oder Rückenprobleme hängen sehr wohl mit unserem Lebensstil zusammen. Und den können wir auch beeinflussen. Bevor Sie sich also wieder nur Fast Food gönnen und dann vor dem Fernseher landen, vereinbaren Sie doch einen Kochabend mit Freunden oder gehen noch eine Runde mit dem Nachbarn joggen.

Viel Erfolg beim „rundum gesund“ leben!

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