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Warum Du vor dem Urlaub Urlaub machen solltest

14. Juli 2020
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Gehörst Du auch zu den Menschen, die im Alltag „on fire“ sind? Ständig erreichbar? Ständig am Denken, ständig am Machen, ständig für das Wohl der anderen im Einsatz? Und kaum kommt das Wochenende, oder der „wohlverdiente“ Urlaub, juckt die Nase, kratzt der Hals, gehst Du in die Knie? „Post-Stress-Symptom“ oder „Leisure Sickness“ (Freizeit-Krankheit) nennen Forscher diese Art von Erschöpfung, Schmerzen oder Wochenendmigräne. Sie trifft uns, wenn der Stress abfällt, wenn Körper und Seele zur Ruhe kommen. Doch statt die Auszeit so richtig genießen zu können, laborieren wir mit Wehwehchen herum.

Da hilft es auch nichts, dass wir unseren Stress-Pegel künstlich hochhalten, indem wir beispielsweise auch im Urlaub für Chef, Kollegen und Kunden erreichbar sind. Immerhin 2/3 der deutschen Arbeitnehmer sind im Urlaub für den Arbeitgeber erreichbar, berichtet aktuell der Digitalverband Bitkom.  61 Prozent lesen in der Auszeit Kurznachrichten über Dienste wie iMessage oder WhatsApp. 57 Prozent bleiben für die Daheimgebliebenen in Jobfragen telefonisch erreichbar. Und jeder Vierte (27 Prozent) liest seine geschäftlichen E-Mails. Laut Bitkom hält sich die Erreichbarkeit weiter auf hohem Niveau, sei aber im Vergleich zum Vorjahr (71 Prozent) leicht zurückgegangen.

Leisure Sickness – es trifft die Engagierten

Ob erreichbar oder komplett „off“ – die Leisure Sickness macht da keinen Unterschied. Es reicht, wenn der Stress-Level nur ein wenig fällt – und schon liegen wir flach. Meist trifft es Menschen mit einer hohen Stressbelastung, aber auch Menschen mit ausgeprägtem Verantwortungsgefühl, die sich schuldig fühlen, wenn sie mal „faul“ sind. Sie werden in der Freizeit viermal häufiger krank als Nicht-Gestresste, berichtet die Apotheken-Umschau. Der Grund: Unter Stress schüttet unser Körper Kortisol aus, das eine „Immunantwort“ auf Bakterien oder Viren wie Husten, Naselaufen & Co unterdrückt. Alle Anstrengungen des Körpers, um die bösen Feinde wieder loszuwerden, werden also unterbunden – äußerlich gesehen bleiben wir „gesund“.

Sobald wir jedoch entspannen, sinkt der Kortisolspiegel und die Kampftrupps legen los – wir werden krank. Der Ausweg? Bereits im normalen Alltag und vor allem in den Tagen vor dem Urlaub Stress reduzieren, mehr Pausen machen, sich an der frischen Luft bewegen. Je weniger gestresst Du ins Wochenende oder in den Urlaub startest, desto gesünder kannst Du die Auszeit erleben.

Gesund im Urlaub – so geht das

  1. Beobachte Dich,  wie emotional Du Dich belastet fühlst – und sorge frühzeitig immer wieder für Phasen, in den Du positive Gefühle hast. Beispielsweise mit der To-Feel-Liste (aus meinem Buch „111 Lifehacks“. Hier schreibst Du auf, welche Gefühle Du im Laufe eines Tages erleben willst (glücklich sein, herzhaft lachen, einen Motivationsschub spüren, sich mit anderen freuen, …) Das Schöne an dieser Liste ist, dass sie abends meist ganz von allein abgearbeitet ist, ohne dass Du viel dafür tun musstest. Allein der Gedanke an diese positiven Gefühle macht Dich achtsamer dafür.
  2. Mache im normalen Alltag regelmäßig Pausen. Ja, ich weiß, gerade DAS ist ja das Schwierige. Aber beobachte Dich mal: wir sind deutlich schneller und besser im Tun, wenn wir erholt und ausgeruht sind. Das heißt, die Zeit, die Du für Pausen investierst, die holst Du danach super-schnell auch wieder rein. Streue regelmäßig 5 Minuten im Laufe des Tages ein, in denen Du bewusst atmest, in Ruhe etwas trinkst, entspannst.
  3. Am schnellsten bauen wir Kortisol ab, wenn wir uns bewegen. Und das heißt jetzt nicht Joggen im Höchsttempo, sondern Bewegung in moderater Geschwindigkeit: zügig spazieren gehen, bewusst stramm in der Arbeit von einem Stockwerk ins andere, walken in der Natur. Experten zufolge reichen dreimal pro Woche 30 Minuten solcher Bewegungseinheiten aus, damit wir deutlich Stress reduzieren – und gesund in den Urlaub starten können.
  4. Fange bereits vor dem Urlaub an, Dich mental auf die Auszeit einzustimmen und Tempo aus dem Alltag zu nehmen. Koche bereits in den Wochen mit Freuden mal die Urlaubsküche nach (oder vor :-)) und höre Musik der Zieldestination.
  5. Gönne Dir bereits vor dem Urlaub Mini-Auszeiten, in denen Du zum Wellness gehen, Dich massieren lässt oder einfach nur am See abhängst.

Ich wünsche Dir einen gesunden Urlaub!

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