Warum kommt der Nikolaus?

5. Dezember 2018
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Nikolaustag! Heute und morgen ist für viele Kinder (und Erwachsene) bereits eine Art kleine Bescherung. Die Stiefel werden gefüllt aber wer nicht brav war, dem werden die Leviten gelesen. Doch warum kommt eigentlich der Heilige Nikolaus? Und warum feiern wir das? Wissen Sie es?

Warum kommt der Nikolaus?

Der 6. Dezember ist der Todestag des Heiligen Nikolaus von Myra. Wir feiern diesen Tag als Festtag des Heiligen sowie als Namenstag aller Männer mit diesem Namen oder der Kurzform Klaus/Claus. Braucht ist es, dass der Nikolaus den Kindern in der Nacht vor seinem Feiertag Süßigkeiten oder kleine Geschenke bringt. Und so ist mit dem Nikolausabend der Abend vor dem eigentlichen Nikolaustag gemeint, also der Abend des 5. Dezember. Der Nikolaustag selbst ist der 6. Dezember. Doch warum erhält dieser Tag so viel mehr Aufmerksamkeit als unsere anderen Namenstage? Und warum bekommen wir Geschenke? Wir haben uns für Sie mal ein bisschen schlau gemacht….Als historisch gesichert gilt, dass der Heilige aus Myra ein Wohltäter der Armen war. In den Legenden tritt er immer als Retter in der Not auf.

Hier ein paar Beispiele über die Wundertaten des Heiligen Mannes:

  • Nikolaus und die drei Jungfrauen: Ein verarmter Mann ist gezwungen, seine drei Töchter zu Prostituierten zu machen, weil er seine Schulden nicht bezahlen kann. Nikolaus, der noch nicht Bischof ist und gerade durch ein Erbe ein größeren Vermögen bekommen hat, erfährt von der Notlage. In drei aufeinander folgenden Nächten wirft er je einen großen Goldklumpen durch das Fenster des Zimmers der drei Jungfrauen. In der dritten Nacht gelingt es dem Vater, Nikolaus zu entdecken, ihn nach seinem Namen zu fragen und ihm dafür zu danken, dass nun die Mitgift für jede der Töchter gesichert ist. Aufgrund dieser Legende wird der Heilige Nikolaus oft mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln als ikonografischem Heiligenattribut dargestellt.
  • Nikolaus und die Rettung der Seeleute: In Seenot geratene Schiffsleute rufen den heiligen Nikolaus um Hilfe an. Da steht plötzlich ein Mann hinter dem Steuer und lenkt das Schiff sicher und ruhig durch den Sturm bis in den Hafen von Myra hinein. Am nächsten Tag gehen die Seeleute in die Kirche, um Gott für ihre Rettung zu danken. Hinter dem Altar steht Bischof Nikolaus und die Seemänner erkennen in ihm ihren Retter in der Not. Wegen der Rettung der Schiffbrüchigen ist der Heilige Nikolaus auch der Schutzheilige der Seefahrer.
  • Nikolaus und das Kornwunder: Nikolaus erbittet während einer Hungersnot in Myra von jedem der für den Kaiser in Rom bestimmten Schiffe Korn und versichert, dass durch sein Gebet nichts bei der Ablieferung fehlen wird. Schließlich gibt ihm der Kapitän zwölf Säcke Korn für die Hungernden in Myra. Als der Handelsherr des Kapitäns die Säcke später nachzählt und das Getreide wiegt, erkennt er, dass nicht ein einziges Körnchen fehlt.

Warst Du auch wirklich brav?

Wenn der Nikolaus die Kinder am 5. oder 6. Dezember besucht, will er immer wissen: „Seid Ihr denn auch brav gewesen“? Wer das bejahen kann, bekommt von ihm eine Belohnung. Wer nicht so brav gewesen ist, wird getadelt. Dieses Brauchtum geht auf die Perikopenordnung der katholischen Kirche zurück, also der Festlegung der Bibeltexte für den Gottesdienst an jedem Tag. Am 6. Dezember wurde im Gottesdienst das Gleichnis der anvertrauten Talente vorgelesen: Jesus schildert, wie drei Knechten Talente (Geldstücke) entsprechend ihrer Fähigkeiten anvertraut wurden. Nach der Rückkehr des Herrn musste jeder Knecht Rechenschaft ablegen, was er mit dem Geld gemacht hatte. Diejenigen, die die Talente vermehrt hatten, wurden von ihrem Herrn beschenkt. Deshalb werden heute alle Kinder, die über das Jahr hinweg brav waren (also: die etwas aus ihren Talenten gemacht haben) vom Nikolaus beschenkt.

Nikolausschiffchen

„Schiffchensetzen“ nennt man den seit dem 15. Jahrhundert bekannten Brauch, bei dem Nikolausschiffe aus Papier gebastelt werden, in die der heilige Mann seine Gaben legen soll. Hintergrund: Aufgrund der Legende der Rettung der Seeleute ist der Heilige Nikolaus ja der Schutzheilige der Seefahrer (siehe oben). Auch heute findet man auf vielen Handelsschiffen ein Bildnis von Nikolaus. Das Nikolausschiffchen wurde später durch Stiefel, Schuhe oder Strümpfe abgelöst, die am Abend von den Kindern vor die Tür gestellt werden und die über Nacht von ihm mit Süßigkeiten oder anderen Geschenken gefüllt werden. Dieser Brauch basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts von Bischof beschenkt wurden.

Bescherung schon heute

Ursprünglich war der Nikolaustag, der 6. Dezember, auch der Tag der Weihnachtsbescherung. Das galt bis ins 16. Jahrhundert. Erst nach der Reformation, als die Heiligenverehrung in protestantischen Gegenden unpopulär war, wurde die Bescherung in vielen Ländern auf den Weihnachtstag verlegt. In Folge dessen wurde das Christkind in evangelischen Familien zum Gabenbringer – anstelle des Heiligen Nikolaus. Die Bescherung durch das Christkind ist heute auch in katholischen Gebieten üblich.

Und warum kommt bei vielen Menschen der Weihnachtsmann?

Der Weihnachtsmann ist eine Symbolfigur, der in der Weihnachtszeit Geschenke bringt. Dargestellt wird er als rundlicher, freundlicher alter Mann mit langem weißem Rauschebart, gehüllt in ein mit weißem Pelz verbrämtes rotes Gewand. Fehlen dürfen natürlich nicht sein Geschenkesack und (häufig) eine Rute. Der Überlieferung zufolge bringt der Weihnachtsmann braven Kindern am Heiligen Abend Geschenke, den unartigen hingegen bloß eine Rute. Somit vereint er die Eigenschaften des heiligen Bischofs Nikolaus von Myra und seines Begleiters, des Knechts Ruprecht in einer Person.

Dass Coca-Cola den Weihnachtsmann „erfunden“ hat, können wir getrost abstreiten. Denn Postkarten aus dem 19. Jahrhundert beweisen, dass es den Weihnachtsmann damals bereits gab. Die Coca-Cola Company griff also die bestehende Symbolfigur lediglich auf, und nutzte sie ab 1931 alljährlich für die eigenen Werbekampagnen. Auf der deutschen Coca-Cola-Webseite steht dazu: „Die heute bekannte Figur des Coca-Cola Santa Claus gibt es seit 1931. Verantwortlich für sein Aussehen ist der Cartoonist und Grafiker Haddon Sundblom. Er entwarf den freundlichen Gesichtsausdruck und den weißen Bart und kleidete ihn in den Coca-Cola Farben Rot und Weiß“.

Populär ist der Weihnachtsmann in Deutschland vor allem in Nord-, Mittel- und Ostdeutschland. Weltweit finden wir ihn vorallem in evangelisch geprägten Regionen, beispielsweise in der französischsprachigen Westschweiz (Père Noël), den Niederlanden, Skandinavien, Estland, Lettland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Die Gestalt des Weihnachtsmannes geht vor allem auf die europäischen Volkslegenden um den heiligen Nikolaus zurück, er ist aber keinesfalls mit diesem gleichzusetzen.

Und was bedeutet Nikolaus für Sie? Feiern Sie? Wenn ja, wie?

Quellen:
Auszug aus: Wer war der Heilige Nikolaus?
Wikipedia
Website von Coca-Cola

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Andreas

Ich freue mich über den Schokoladen-Nikolaus in der Kantine und früher, als unser Sohn (bald 16) noch klein war, habe ich den Nikolaus gespielt und Geschenke verteilt. Nette Erinnerungen, aber heute spielt Nikolaus keine Rolle mehr für mich.

Nicole Schröder

Da ich Nicole heiße, hat der Nikolaustag schon eine Bedeutung für mich, als Namenstag. Daher freue ich mich über Ihre informative Seite rund um den Nikolaus.
Dabei sind mir allerdings auch die kleinen Details wichtig, zum Beispiel, zwischen Weihnachtsmann und Nikolaus zu unterscheiden – was auf dem Foto oben auf der Seite leider nicht der Fall ist, denn es zeigt einen Weihnachtsmann …

Dimitra

Die Kinder wissen natürlich, dass ich der „Nikolaus“ bin – und doch freuen sie sich jedes Jahr darauf, erinnern sich an diesen Brauch und stellen ihre Stiefel vor den Ofen. Ich sage es mal so: die Entzauberung hat stattgefunden, aber der Zauber ist geblieben 🙂
Es gibt kleine Geschenke, und für die Kinder immer auch einen schönen Kalender für 2019 -unsere kleine Familientradition!