Die Pandemie hat ihnen einen regelrechten Boom beschert – den Videokonferenzen. Während ich früher mehrmals die Woche via Zoom & Co. virtuell getagt habe, so hatte ich in den vergangenen Wochen so manche Tage, an denen ich fast nahtlos von einem digitalen Meeting ins andere wechselte. Klar, Videokonferenzen sind super: sie sparen Zeit und Kosten und ermöglichen uns, uns weltweit zu vernetzen. Aber immer häufiger höre ich Klagen, dass eine Teilnahme vorallem eines ist: anstrengend!

Nicht nur, weil uns zwischen den Calls wertvolle Pausen fehlen (und sei es nur der Gang von einem Raum in den anderen). Sondern weil viel zu häufig die Ton-Qualität unserer Mit-Meeter miserabel ist. Da hallt es wenn das Mikrophone offen ist, da fahren Lastwägen durch die Deine Ohren (weil der andere das Fenster offen hat) oder die lieben Kleinen im Hintergrund verursachen ein paar Dezibel mehr.

Sorge dafür, dass Du ein angenehmer Meeting-Teilnehmer bist – besonders in punkto Tonqualität. Hier mein 5-Schritte-Plan, mit dem Du die Akustik verbesserst und damit effektive Video-Calls durchführen kannst.

1. Einen geeigneten Raum finden

Die Akustik Deiner Video-Calls hat bisher zu wünschen übriggelassen? Dann könnte dies an der Bauweise des Raums, in dem Du konferierst, liegen. Stell Dir folgende Fragen:

  • Handelt es sich um einen sehr großen Raum?
  • Gibt es viele Fenster oder sogar Fensterfronten?
  • Ist ein Fliesenboden verlegt?
  • Ist nur wenig Mobiliar vorhanden?

Kannst Du eine oder mehrere dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, ist es an der Zeit, einen anderen Raum zu suchen bzw. den vorhandenen bestmöglich auszustatten. Das Problem sind schallharte Oberflächen wie glatte Wände, Metall, Glas, Beton oder harte Bodenbeläge. Diese reflektieren den Schall und sorgen damit für einen unerwünschten Nachhall.

Räume wie die Küche sind für Videokonferenzen – neben den offensichtlichen optischen Gründen – daher Tabu. Dort gibt es zu viele schallharte Oberflächen, die die Akustik deutlich verschlechtern. Prinzipiell gilt: Je größer der Raum, desto mehr Hall entsteht. Kleinere Räume sind daher für Video-Calls oftmals besser geeignet als große Besprechungsräume. Eine besondere Herausforderung stellen große Altbauräume mit hohen Decken dar.

2. Schallabsorbierende Raumelemente anbringen

Um die Tonqualität bei Konferenzen zu verbessern, kommst Du oftmals nicht drum herum, schallabsorbierende Raumelemente anzubringen. Diese nehmen den Schall auf, anstatt ihn zu reflektieren und reduzieren dadurch den Nachhall.

Erste Verbesserungen erzielst Du, indem Du Teppiche im Raum auslegst. Denn Textilien schlucken den Schall und verbessern die Akustik bereits erheblich. Genauso effektiv sind größere Möbelstücke wie etwa ein Bücherregal oder ein Kasten. Da ich bereits seit vielen Jahren meinen Podcast in meinen Büro-Räumen aufzeichne, habe ich zu Beginn Wolldecken und Eier-Kartons ausgelegt (bunt bemalt schauen die sehr witzig aus, ob sie wirklich helfen kann ich nicht bestätigen 🙂 ).

Wer eine etwas professionellere Variante sucht, dem sind spezielle raumakustische Lösungen angeraten. Diese verbessern gezielt die Raumakustik und lassen sich einfach nachrüsten. Beliebte Schalllösungen sind:

  • Akustikbilder
  • Wandabsorber
  • Akustikvorhänge
  • Stellwände

Akustikbilder und Wandabsorber sind nicht nur gut für die Tonqualität, sondern stellen ebenso ein Designelement dar. Es gibt sie in unterschiedlichen Farben und sie sind sogar bis zu einem gewissen Grad individualisierbar. Schallabsorbierende Akustikvorhänge hingegen schützen vor UV-Einstrahlungen und mindern zusätzlich den Schall. Sie müssen nicht zwingend an Fenstern angebracht werden, sondern können auch als Raumteiler eingesetzt werden.

Stellwände sind besonders praktisch, da sie meist mobil sind und somit je nach Bedarf an unterschiedlichen Orten eingesetzt werden können. Zudem verschönern sie den Hintergrund bei Videokonferenzen und erzeugen damit ein professionelles Bild vom Unternehmen. Vor einiger Zeit habe ich in so einen mobilen Raum-Paravent investiert, der deutliche Verbesserungen bringt.

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3. Passende technische Ausstattung wählen

Damit beim Video-Call alles rund läuft und sich die Gesprächsteilnehmer gegenseitig verstehen, ist es wichtig, dass Du für eine gute technische Ausstattung sorgst. Dabei ist das Mikrofon in Sachen Akustik besonders wichtig.

Achte bei der Wahl des Mikrofons darauf, dass dieses eine Echo-Cancellation-Funktion besitzt. Diese filtert und unterdrückt auftretendes Echo vor der Übertragung und steigert somit die Sprachverständlichkeit. Ich persönlich nutze seit einigen Monaten ein hochwertiges Rode-Tisch-Mikrofon, wenn ich in Videos zu sehen bin (mit „Knopf im Ohr“ für den Ton des anderen, z.B. in meinen VLOGs >>hier). Wenn wir nur die Ton-Spur nutzen, dann liebe ich mein ur-altes (aber hochwertiges) Logitech-Headset, das ich früher auch in meinen Interviews verwendet habe. Und falls Du Dir jetzt die Videos angeschaut hast, und denkst: Ton ist super – aber das Bild!!!! Vergangene Woche habe ich mir eine neue Kamera gekauft – die nächsten VLOGs werden um Quanten-Sprünge besser :-).

Ein gut funktionierendes Headset ist vorallem die beste Wahl, wenn Du vorwiegend allein an Videokonferenzen teilnimmst. Denn damit vermeidest Du Rückkopplungen automatisch. Bei mehreren Teilnehmern wird es schon etwas schwieriger. In jedem Fall solltest Du das Mikrofon nicht zwischen den unterschiedlichen Gesprächsteilnehmern herumreichen müssen. Denn bei der Bewegung entstehen unerwünschte Geräusche, die an die Gesprächspartner übertragen werden. Prinzipiell bietet es sich an, entweder für jeden Teilnehmer ein Richtmikrofon bereitzustellen oder aber ein hochwertiges Grenzflächenmikrofon auf dem Tisch zu platzieren.

4. Mikrofon richtig einrichten

Bevor der Video-Call startet, ist es wichtig, dass Du das Mikrofon richtig einrichtest und einem Test unterziehst. Achte darauf, dass zwischen Mikrofon und Lautsprecher genügend Abstand besteht, ansonsten steigt die Gefahr einer Rückkopplung. Drehe das Mikrofon daher zum Sprecher hin und vom Lautsprecher weg.

Platziere zudem nichts zwischen Mikrofon und Sprecher. Laptops, Gläser, Tassen oder Ordner musst Du für die Dauer der Konferenz an einem anderen Ort unterbringen. Diese schaffen eine unnötige Barriere und beeinträchtigen die Sprachverständlichkeit.

Grundsätzlich gilt: Je größer der Abstand zwischen Mikrofon und Sprecher, desto schwieriger wird es, ihn zu verstehen und desto deutlicher sind etwaige Nebengeräusche zu hören. Teste am besten unterschiedliche Abstände zum Mikrofon aus, um die ideale Position für Dich und Deine Kollegen zu finden.

5. Störgeräusche minimieren

Der Raum ist fertig eingerichtet und das nötige technische Equipment ist vorhanden? Dann musst Du jetzt nur noch dafür sorgen, dass während der Videokonferenz keine Störgeräusche auftreten. Schließe deshalb alle Fenster und Türen. Deaktiviere laute Ventilatoren und Klimaanlagen oder schalte sie auf die niedrigste Stufe.

Selbst scheinbar leise Geräusche wie das Tippen auf der Tastatur oder das Klicken der Maustaste solltest Du während der Übertragung tunlichst vermeiden. Diese sind für Dich zwar sehr leise, können Dein Gegenüber jedoch stören.

Vermeide außerdem Störgeräusche, die durch Dein Handy verursacht werden. Lege dieses möglichst weit von Lautsprecher und Mikrofon entfernt ab oder schalte es aus. Es ist außerdem ratsam, das Mikrofon bei längeren Sprechpausen zu deaktivieren. So lassen sich mögliche Nebengeräusche zumindest für den Gesprächspartner ausblenden.

Fazit: Souverän durch die Videokonferenz

Video-Calls stellen uns alle vor eine besondere Herausforderung. Eine schlechte Akustik und fehlendes technisches Knowhow sorgen für Schwierigkeiten bei der Übertragung und beeinträchtigen die Qualität der Konferenz. Du kannst mit diesen 5 Schritten die akustischen Rahmenbedingungen im Nu verbessern und garantierst, dass Dich Deine Gesprächspartner einwandfrei verstehen. Viel Erfolg!

Welche Tipps hast Du noch für uns? Gerne als Kommentar teilen, ich freue mich!

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