Vergessen Sie gute Vorsätze zu Neujahr!

27. Dezember 2013

Gute Vorsätze zu Silvester halten in der Regel nicht mal so lange wie der Neujahrskater. Warum? Darum:
Ein Interview mit Cordula Nussbaum

Warum haben gute Vorsätze so eine schnelle Verfallszeit

Cordula Nussbaum: In der Regel sind die Dinge, die wir uns in Sektlaune vornehmen oft nicht wirklich ernst gemeint. Wir nehmen uns etwas vor, weil „man doch gute Vorsätze haben muss“. Oder wir nehmen uns Dinge vor, die wir schon seit Monaten schleifen lassen: mehr Sport, gesünder essen, mehr Zeit für Freunde und Familie. Und dann hoffen wir auf die Wunderheilung im neuen Jahr. Vergebens.

 Was aber hilft?

Cordula Nussbaum: Es hilft, wenn Sie ein wenig nachdenken über das, was Ihnen WIRKLICH wichtig ist. Und wenn Sie dann weiter darüber nachdenken, was Sie bereits haben, um Ihre Ziele zu erreichen und was Sie noch dazu brauchen.

Klingt nach Arbeit…

Cordula Nussbaum (lacht): Nein, nicht wirklich. Klar passiert dies nicht nebenbei. Aber die meisten Menschen genießen es, wenn Sie mal in Ruhe nachdenken können und die Weichen für die kommenden Monate und Jahre stellen.

Sie arbeiten ja sehr viel mit „Kreativen Chaoten“, haben einen Zeitmanagement-Ratgeber für sie geschrieben, den Stiftung Warentest lobte, und jüngst einen Karriereratgeber. Wie unterscheiden sich die Jahresziele oder Neujahrsvorsätze von Kreativen Chaoten und Systematikern?

Cordula Nussbaum: Das Auffälligste ist, dass beiden Persönlichkeitstypen völlig andere Dinge wichtig sind. Den Kreativen Chaoten ist z.B. Abwechslung, die Lust auf Neues, Ausprobieren, Ideen spinnen und andere Menschen deutlich wichtiger als Ordnung, Zahlen, Daten, Fakten, Ergebnisse.

Wie finde ich heraus, wie ich „ticke“?

Cordula Nussbaum: Einen ersten Eindruck erhalten Sie mit den Gratis-Checks auf meiner Website www.Kreative-Chaoten.com, dem Zeitmanagement-Check (http://www.kreative-chaoten.com/metamenu/selbst-checks/chaot-oder-systematiker.html) oder dem Karrierecheck (http://www.kreative-chaoten.com/metamenu/selbst-checks/karriere-check.html). Und ausführlicher machen wir das dann im persönlichen Coaching.

Wie schaffen es kreativ-chaotische Menschen, also sehr ideenreiche Querdenker und Andere-Wege-Geher, ihre Jahresziele zu finden?

Cordula Nussbaum: Ganz wichtig ist es für sie, ihre Ziele eher als vage Leitsterne zu formulieren. Denn alles was zu konkret ist, engt Kreative Chaoten ein. Und nur, wenn sie vage bleiben und sich einen breiten Korridor an Möglichkeiten eröffnen, haben Sie Lust am Ball zu bleiben.

Sie bieten spezielle Seminare an für die Jahresziele?

Cordula Nussbaum: Ja, wir treffen uns am 18. Januar 2014 zu einem Dream-Day im Raum München. Hier erarbeiten die Teilnehmer unter Anleitung von mir als Business- und Life-Balance-Coach ihre persönlichen und beruflichen Ziele. Dabei arbeiten wir in kleinen Gruppen mit Coaching-Effekt, ich habe also Zeit und Möglichkeiten mit jedem Teilnehmer persönlich zu arbeiten.

Wer kann teilnehmen?

Cordula Nussbaum: Der Dream-Day ist für alle offen, informieren und anmelden können Sie sich unter http://www.kreative-chaoten.com/karrieregeheimnisse/dream-day.html

Wie können wir alleine an unseren Zielen arbeiten?

Cordula Nussbaum: Dabei kann uns ein kleines Experiment helfen: Wie wir die Entfernung zu einem Objekt einschätzen, hängt davon ab, wie sehr wir es uns wünschen. Das haben Forscher der New York Universität und der Cornell Universität bei einer Reihe von Experimenten herausgefunden (Psychological Science, Januar 2010). So erhielt zum Beispiel die eine Hälfte der Probanden reichlich Wasser zu trinken, die andere Hälfte bekam Salziges zu essen. Daraufhin sollten beide Gruppen die Entfernung zu einer Wasserflasche einschätzen. Das Erstaunliche daran: die „salzige“ Gruppe schätzte die Entfernung geringer ein. In einem anderen Experiment sollten die Teilnehmer einen Jonglierball auf ein ersehntes Objekt werfen. Auch hierbei unterschätzten sie die Distanz und warfen zu kurz.

Aber was bringt uns das für unsere Ziele?

Cordula Nussbaum: Die Forscher sagen, dass dieser kleine Selbstbetrug durchaus nützlich ist für unsere Motivation. Weil uns das gewünschte Objekt näher erscheint, sind wir eher zu Anstrengungen und Mühen bereit, um es zu erreichen. Wir geben nicht so schnell auf und sind motivierter. Auf den Alltag übertragen können wir schlussfolgern: Je anschaulicher und konkreter wir unsere Wünsche und Ziele formulieren, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, am Ball zu bleiben und letztendlich unser Ziel zu erreichen.

Gibt es dabei ein Hilfsmittel?

Nussbaum: Ja, ein gutes Hilfsmittel, um Ziele erfolgsversprechend zu formulieren, ist die PIDEWaWa-Methode:

  • P – Positiv: Formulieren Sie positiv
  • I – Ist-Zustand: Formulieren Sie in der Gegenwart und klar
  • D – Detailliert: Formulieren Sie konkret und messbar
  • E – Erreichbar: Suchen Sie sich realistische Ziele
  • Wa – Wann: Legen Sie einen Zeitrahmen fest
  • Wa – Warum: Begründen Sie, warum Sie ein Ziel erreichen wollen

Mit diesen Hilfspunkten sollten Sie Ihr Ziel nun klar und deutlich vor Augen haben. Merken Sie schon, wie es näher rückt? Noch besser ist es allerdings, wenn Sie es auch tatsächlich sehen können! Nehmen Sie sich einen Stift und ein Blatt Papier und schreiben Sie Ihr Ziel auf. Gleich wird es verbindlicher und ist nicht mehr bloß ein Gedankenkonstrukt. Vielen Kreativen Chaoten ist das aber noch nicht genug. Worte sind schließlich auch nur abstrakte Bezeichnungen, die der Kopf zu Bildern umformt. Warum dann nicht gleich ein Bild malen, auf dem Sie mit Ihrem erreichten Ziel zu sehen sind? Oder fertigen Sie eine Kollage an. Gönnen Sie sich dabei ruhig viel Platz. Wer ganz handwerklich werden will, kann sich das gewünschte Objekt auch basteln. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hauptsache, Sie schaffen sich eine gute Erinnerung an Ihr Ziel und lassen es so konkret wie möglich erscheinen.

Und dann?

Cordula Nussbaum: Wichtig ist nun natürlich noch, dass Sie Ihr Kunstwerk (oder auch den Zettel mit der Zielformulierung) so platzieren, dass Sie es gut sehen können. Wenn Sie die kleine Hütte in den Bergen, von der Sie schon so lange träumen, im Keller basteln und sie dann dort stehen lassen, ist das gut gemeint, aber nicht sehr effektiv. Je öfter Sie an Ihr Ziel denken, desto mehr sind Sie auch bereit, etwas dafür zu tun. Häufig erledigen Sie dann auch Aufgaben, die Sie unbewusst Ihrem Ziel näher bringen.

* Exklusiv-Interview mit dem Online-Dienst „PR-Gateway“, aktualisiert 2013.

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Ich hatte jetzt noch keine Zeit die Selbststests zu machen, werde ich heute Abend aber noch machen, weil ich mir gut vorstellen kann, dass ich zu den kreativen Chaoten ein wenig mehr hintendiere. Und ja das macht es schwer und ja daher würde dieses Seminar Sinn machen. Haben Sie aber auhc ein Buch oder Ratgeber? weil München ist mir zu weit weg. Ich habe mir mal ganz motiviert so ein Ellipsentrainer gekauft (http://www.hammer.de/ausdauertraining/ellipsentrainer.html?ref=mainmenu) aber leider wirklich sehr sher schnell die mOtivation verloren. War wie herausgeschmissenes Geld. Und dabei war das im Fitnessstudio mein Lieblingsgerät. Tja aber da hatte ich mehr… mehr »

Cordula Nussbaum

Hallo,
ich habe keine Fitnessgeräte ; ).
Anbei meine Buchreihe:
http://shop.kreative-chaoten.com/buecher.html
Grüße
CN