Kennst Du das: Selten laufen die Dinge so ganz nach Plan?

Eigentlich wolltest Du gerade für das Abendessen einkaufen gehen (leckere Lasagne!), da ruft ein guter Bekannter an und schon hast Du Dich verquatscht und die Läden sind zu.

Na gut, dann geht’s halt zum Chinesen, denkst Du und reservierst gerade einen Tisch, als die Nachbarn klingeln und Dich mit in den Biergarten schleppen.

Warum ist das positiv für unsere grauen Zellen?

Was sich für viele wie ein komplett chaotischer Tag anhört, ist eigentlich positiv für unser Gehirn. Denn das Belohnungszentrum ist aktiver, wenn es auf Unerwartetes trifft. Dadurch bleibt es uns eher im Gedächtnis als die „normalen“ Dinge. Das haben Neurologen von der Universität Bonn nun erforscht (Neuron, Februar 2010).

Das Ergebnis ist uns ja schon bekannt. Wenn etwas Unvorhergesehenes geschieht, merken wir es uns besser, als wenn alles nach Plan läuft. Der Neurologe Nikolai Axmacher bringt dafür ein schönes Beispiel: Wenn wir den üblichen Morgenkaffee verschütten oder einen geschenkt bekommen, können wir uns daran eher erinnern, als wenn alles wie gewohnt abläuft. Allerdings war bis jetzt der dazu nötige Vorgang im Gehirn noch nicht bekannt. Den haben Axmacher und sein Team nun mit einem Experiment herausgefunden, bei dem sie die Gehirnströme der Probanden aufzeichneten.

Die Probanden bekamen rote Bilder mit Köpfen und grüne mit Häusern zu sehen. Waren die roten Bilder in der Überzahl, konnten sich die Probanden danach erheblich besser an die grünen mit Häusern erinnern.

Der Grund: An die roten hatten sie sich bereits gewöhnt, dadurch waren die grünen ungewohnter für das Gehirn. Die Forscher fanden heraus, dass bei unerwarteten Eindrücken das Belohnungszentrum aktiviert wird und so eine größere Menge des Botenstoffs Dopamin an das Gedächtniszentrum sendet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis ins Langzeitgedächtnis übernommen wird.

Je mehr Ungewohntes Du an einem Tag erlebst, desto mehr bleibt auch davon hängen 🙂

Denke also ruhig öfter mal quer und überrasche Deine grauen Zellen!

  • Nimm doch einen neuen Weg zur Arbeit, vielleicht auch das Fahrrad.

  • Oder probiere mittags mal ein anderes Lokal aus.

  • Schreibe mit der anderen Hand.

  • Höre Musik, die Du noch nie gehört haben.

  • Lass Dir einfach etwas Ungewohntes einfallen.

Und wenn mal wieder alles drunter und drüber geht, dann ärgere Dich nicht lange!

Deine grauen Zellen sind dabei aktiver und speichern das Erlebte eher ab, als wenn nur die übliche Routine abgespult wird 🙂

Höchstwahrscheinlich würde sich unser Gehirn zu Tode langweilen, wenn alles nach Schema F liefe.

Da wäre es ja kein Wunder, wenn die grauen Zellen zu schlummern anfingen…

Und für einen Kreativen Chaoten ist nichts schlimmer als das!

Inspirationen Buecher_graue Zellen
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