Was wir jetzt brauchen: Toleranz & Respekt

19. März 2020
toleranz, respekt, corona, #stayhome

Tag 4 von umfassenden Schul- und KITA-Schließungen, kollektiven Home-Office-Anordnungen und die nachdrückliche Bitte um die Einschränkung der sozialen Kontakte. Und schon geht es emotional hoch her! Liebe Leute, bitte seid jetzt tolerant miteinander! Jeder von uns kämpft gerade mit seinen ganz eigenen Ängsten um Gesundheit oder seine wirtschaftliche Zukunft. Sorgen und Befürchtungen lassen jeden von uns einen Blickwinkel einnehmen, in dem wir nicht mehr für Argumente der anderen zugänglich sind.

Die einen befürworten die Anordnungen nach sozialer Distanz, und sind für eine konsequente Umsetzung, um die Verbreitung von Corona so schnell wie möglich zu verlangsamen. Das ist ihr gutes Recht – aber es darf NICHT dazu führen, dass andere Menschen, die sich draußen aufhalten, in den Sozialen Medien gedisst werden! Löst jetzt #rausgehshame die #flughame ab???? Wertet nicht über die anderen, die vielleicht nur eine kleine Wohnung haben, oder Klein-Kinder, die einfach Bewegung brauchen. Man kann sich auch im Park aus dem Weg gehen. Und wenn zwei gemeinsam unter einem Dach wohnen, dann dürfen sie auch gemeinsam auf der Parkbank sitzen! Sonne, frische Luft und Bewegung verhindern, dass Depressionen und Selbstmordraten steigen! Urteilt nicht einfach vom ersten Eindruck, sondern hinterfragt das Verhalten der anderen.

Auf der anderen Seite ist es schwer zu verstehen, wenn nach wie vor „Corona-Parties“ stattfinden, oder sich ganze Familien bei diesem schönen Wetter vor den Biergärten ballen. Genau solche „Trotzhaltungen“ werden uns die komplette Ausgangssperre bescheren! Ja, die Anordnungen mögen uns in unserer Freiheit beschränken, aber es darf nicht dazu führen, dass die Trotzreaktionen einiger weniger das Wohl aller einschränken.

In Italien sitzen jetzt mehrköpfige Familien mit kleinen Kindern in kleinen Wohnungen fest – lasst es bei uns nicht soweit kommen.

Bei vielen Menschen liegen die Nerven blank, die Grundaggression steigt – und das erschreckt mich zutiefst. Ich habe keine Angst, mich mit dem Virus anzustecken, aber ich habe Angst, dass wir als Gesellschaft vergessen respektvoll miteinander umzugehen, und auch andere Sichtweisen zu tolerieren. Gerade jetzt sind ein toleranter Umgang miteinander und der Respekt vor den einzelnen Sichtweisen und Ängsten das Gebot der Stunde.

Hört auf, Euch gegenseitig beweisen zu wollen, wer „recht“ hat. Wir sind längst jenseits von vernünftigen Fakten, und tief drin in den Überzeugungen. Zu jeder Meinung lassen sich Fakten von Experten finden, um die eigene Sichtweise zu untermauern. Selbst Virologen sind sich untereinander nicht grün, ob das alles sinnvoll ist, was gerade geschieht. Aber wir haben die Lage, wie sie jetzt ist – also macht Euch gegenseitig das Leben nicht noch schwerer.

Ich appelliere an jeden Einzelnen, besonnen, tolerant und wertschätzend miteinander umzugehen. Informiert Euch aus seriösen (!) Quellen, prüft ob Informationen plausibel sind, und lasst die anderen Menschen ihre eigenen Meinungen haben. Lebt respektvoll und tolerant ein Miteinander. Das wünsche ich mir.
Was meint Ihr?

Dieser Artikel ist super - den will ich meinen Freunden zeigen!

2
Hinterlasse einen Kommentar

1 Comment threads
1 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
2 Comment authors
  Antworten & Kommentare abonnieren?  
Benachrichtige mich (unter Beachtung der Datenschutzrichtlinien) zu:
Katharina

Großartiger Post, vielen Dank dafür. Ich kann dem nichts hinzufügen außer dir, liebe Cordula, dazu zu gratulieren, was für tolle und weise Worte du gefunden hast.