Oben Geld rein, unten Kind raus! Funktioniert nicht, neue Ansätze müssen her!

5. Februar 2013

Unglaubliche 200 Milliarden Euro gibt der Staat jedes Jahr für Familien aus. Dennoch steht die Familienpolitik der Bundesregierung derzeit schwer in der Kritik. Die Strategie „oben viel Geld rein, dann kommen unten viele Kinder raus“, funktioniert nach Meinung von Experten nicht. Denn der Deutsche „leistet“ sich im Schnitt nur noch 1,39 Kinder – deutlich weniger als die meisten EU-Nachbarn.

Was brauchen Eltern heute? Zeit, Geld und eine gute Betreuung für den Nachwuchs. Auf diese Faktoren kommt zumindest eine interdisziplinäre Forschergruppe, die drei Jahre der Frage nachgegangen ist, wie Kinder in unserer Gesellschaft wieder mehr Wertschätzung erlangen können.

Mehr über die Studie: http://www.zukunft-mit-kindern.eu/

Die Ideen: Lebensarbeitszeit, Kinderkasse und professionelles Personal

Ein Familienzeitkredit muss her, fordern die Forscher. Falls man während seines Berufslebens intensiv Kinder oder auch pflegebedürftige Angehörige betreuen möchte, dann besteht die Möglichkeit eine Auszeit zu nehmen. Und wer finanziert das? Da haben die Wissenschaftler auch eine Lösung in der Tasche. Die Menschen werden in der Auszeit von der Rentenkasse bezahlt und können diese „Pause“ nacharbeiten, will heißen  – entsprechend später in den Ruhestand eintreten. Gute Idee!

Die zweite Säule: Alle familienpolitischen Grundleistungen sollen in einer so genannten „Kinderkasse“ zusammengefasst werden, die von einer zentralen Behörde ausgezahlt wird. Das Geld bekommen alle – egal, ob arm oder reich. Das Finanzamt kümmert sich am Ende um die Versteuerung, abhängig von den Einkommensverhältnissen der Eltern. Das klingt gerecht!

Und natürlich ist die professionelle Betreuung eine dritte und wichtige Säule. Und das hört nicht nach Kinderkrippe und Kindergarten auf. Egal ob Krippe oder Ganztagesschule, geschultes Personal sollte sich außerhäuslich um unsere Kinder kümmern.

Bitte, liebe Forscher, gebt das möglichst schnell an die Politik weiter. Bis dahin versuchen wir noch den Familien-Alltag sicher in den Griff zu bekommen. Praktische Hilfe gibt dazu finden Sie in meinem neuen Buch „Familienalltag locker im Griff“, das seit Anfang Februar in den Buchhandlungen ausliegt.

Weiterer Blog-Beitrag zu diesem Thema: Familien im Dauerstress.

Und was halten Sie von der aktuellen Diskussion um die Familienpolitik?

 

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martin holz

Sehr gut über neue Modelle nachzudenken. Noch immer wird die klassische Rollenverteilung gelebt – Vater verdient, Mutter ist bei den Kindern und schafft es nur schwer in den Beruf zurück. Ausnahme sind vielleicht Sie, Frau Nussbaum. Deshalb muss an dieser Schraube gedreht werden. Vater können im Beruf kürzertreten, Mütter bekommen Chance in alten Beruf zurückzukehren. Dazu brauchen wir neues Denken der Arbeitgeber!