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Manfred Spitzer: Multitasking macht dumm!

31. Mai 2011

Abb.: Hirnforscher Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer

Manfred Spitzer erklärt im Media Spectrum-Interview, warum wir uns eine Aufmerksamkeitsstörung antrainieren, wenn wir mehrere Dinge gleichzeitig machen

Kreative Chaoten können wahre Zauberstücke vollbringen, wenn es ums Multitasking geht: Zähneputzend in der Dusche, in der anderen Hand das Handy. Während die Tomatensauce köchelt die Emails checken und noch schnell ein paar neue Schuhe übers Internet bestellen…

Doch wir tun uns damit keinen Gefallen. Denn Multitasking macht dumm. „Jede Funktion, die beim Multitasking wesentlich ist, wird schlechter, wirklich jede!“ stellt Hirnforscher Professor Manfred Spitzer im Interview mit der Fachzeitschrift Media Spectrum aus dem Wiesbadener Gabler Verlag klar. „Durch Multitasking trainieren wir unser Gehirn in eine bestimmte Richtung“, erklärt Spitzer. „Wenn Sie dauernd versuchen, alles Mögliche gleichzeitig zu erledigen, dann trainieren Sie sich eine Aufmerksamkeitsstörung an und diese überträgt sich dann auch auf anderes.“ Denn alles, was der Mensch mit seinem Gehirn macht, hinterlasse Spuren – das Gehirn ändere sich mit seiner Benutzung. Auch die ständige Präsenz im Internet habe negative Auswirkungen. „Wenn Sie dauernd gestört werden, weil Sie eben 24 Stunden online sind, hat das Gehirn keine Zeit mehr, um etwas zu verarbeiten“, fasst der Hirnforscher die neurowissenschaftlichen Ergebnisse der vergangenen 20 Jahre zusammen.

Doch nicht nur unser Gehirn nimmt Schaden. Auch ganze Volkswirtschaften leiden darunter. Ein amerikanischer Wissenschaftler beziffere laut Spitzer den jährlichen Multitasking-bedingten Ausfall alleine für die USA auf 650 Milliarden US-Dollar. Nur ein verantwortungsvoller Umgang der Gesellschaft und der Vertreter der Werbebranche mit den digitalen Medien könne dem entgegenwirken.

Lassen Sie also Multitasking den Menschen, die sich unbedingt hetzen und verzetteln wollen. Konzentrieren Sie sich lieber auf eine einzige Aufgabe. So sind Sie voll bei der Sache und gewinnen am Ende mit dieser Strategie Zeit. Schließlich müssen Sie hinterher nicht ausbaden, was Ihre fehlende Konzentration angerichtet hat: Tomatensauce auf dem Laptop, Schuhe in der falschen Größe bestellt und Freundin verprellt, weil Sie mal wieder nicht richtig zugehört haben.

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Corinna

das hat mein mann auch immer gesagt, eine aufgabe nach der anderen fertigmachen

soll ich also mit einem Buch vor der wascmaschine sitzen, bis sie fertig gelaufen ist?

ADeSsiprinzessi

Nein, Du musst der Waschmaschine zugucken! Wenn Du nebenher ein Buch ließt, ist das ja Multitasking 😉