Denk-Bar: Mit dem Wertequadrat ins Tun kommen

14. März 2017

Wenn wir Dinge in unserem Leben verändern wollen, dann bläst uns häufig ein gewaltiger Gegenwind ins Gesicht, der uns von unserem neuen Weg abbringen will. In meinem 12-Wochen-Online-Kurs „Geht ja doch!“ (mit persönlicher Betreuung im „Kaminzimmer“) machen die Teilnehmer deshalb eine geniale Übung, mit der sie ihren Erfolgs-Saboteuren die Macht nehmen. Und die geht so:

Perspektivenwechsel mit dem Wertequadrat

Erfolgsblockaden hat jeder von uns. Und sobald wir uns dessen bewusst sind, ist die halbe Lösung schon in Sicht. Wenn wir erkannt haben, dass uns „irgendetwas“ immer wieder ausbremst, dann können wir den Gegenwind identifizieren und im nächsten Schritt abstellen oder sogar zum Rückenwind drehen. Hilfreich beim Lösen der Bremser kann es sein, die Sätze, Weisheiten, Regeln oder Beispiele, die uns „manipulieren“, und die uns immer wieder von unseren „eigentlichen“ Vorhaben abbringen, in ein neues Licht zu rücken. Eine geeignete Methode dafür ist das Wertequadrat.

Gemäß der Vorstellung von Aristoteles, dass „eine Tugend als die rechte Mitte zwischen zwei fehlerhaften Extremen zu bestimmen ist“, bilden Sie in einem Wertequadrat die Pole je zweier Werte ab und können die gesunde Mitte bestimmen. Ähnlich wie beim Yin-Yang-Prinzip der fernöstlichen Kultur geht man davon aus, dass es für jede Eigenschaft zwei Pole gibt und die Balance zwischen beiden Polen entspannend für uns ist.

Ein Beispiel: Sparsamkeit wird ohne Großzügigkeit zu Geiz, umgekehrt wird aber Großzügigkeit ohne Sparsamkeit zu Verschwendung. Bei einer solchen Visualisierung wird oft deutlich, wie extrem wir uns manchmal verhalten, um einen bestimmten Zustand weitestgehend zu umgehen, sozusagen vor dem „bösen“ Zustand zu flüchten. Je schneller Sie erkennen, dass in diesem Gegenpol ebenfalls ein positiver Kern steckt, desto eher können Sie Ihre „gesunde Mitte“ finden.

Beispiel aus einem Coaching: Mit meinem Klienten Ludwig zeichneten wir ein Wertquadrat, in das er zunächst eintrug, was er überhaupt nicht mochte („lähmende Schlappheit“) und was er gut fand („dynamische Kraft“).

Im Anschluss fragte ich ihn, welches denn für ihn die jeweiligen positiven oder negativen Gegenpole wären. Als positiven Gegenpol zu lähmender Schlappheit trug er „erholsame Ruhe“ ein, als negativen Gegenpol zur dynamischen Kraft das „hektische Getriebensein.“ Nachdenklich blickte er eine ganz Weile auf das Quadrat und meinte dann: „Ich habe das ständige Antreiben meines Vaters immer so verstanden, dass ich mich beeilen muss, um etwas zu erreichen und sah es als dynamische Kraft. Jetzt glaube ich aber vielmehr, dass ich vor lauter Angst, ‚lahm und schlapp’ zu sein, mich zum hektisches Getriebensein habe verleiten lassen. Ich will aber nicht hektisch und getrieben sein. Ich will ein guter Chef und Vater sein, ausgeglichen. Und nun erkenne ich, wenn ich mir mal Ruhe gönnen würde, dann wäre ich ja gar nicht lahm, sondern könnte erholsame Ruhe erleben. Das muss ich jetzt erstmal verdauen.“

Quelle: Geht ja doch! Das 12-Wochen-eCoaching für Ihr persönliches Geht-ja-doch!-Projekt

Ihr persönliches Wertequadrat in der Denk-Bar:

Denken Sie in unsere heutigen Denk-Bar mal darüber nach, welche Aussagen Sie lähmen. Was Sie gerne mögen. Und welche Pole jeweils dazugehören. Blicken Sie dann auf Ihre Aussagen und notieren Sie Ihre Gedanken. Lassen Sie uns gerne teilhaben oder auch gemeinsam nachdenken, welche Pole für Sie jeweils gut wären. Ich freue mich auf Ihre Gedanken.

Willkommen in unserer “wunderbaren Denk-Bar”.

Hier erhalten Sie alle zwei Wochen dienstags einen Impuls zum Nach-Denken, Vor-Denken, Mit-Denken. Denn alles was denk-bar ist, kann mach-bar werden. Ihnen gefällt dieser Beitrag? Dann gerne in Facebook, Twitter & Co. über die untenstehenden Buttons teilen.

 

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Dimitra

Liebe Cordula,
Danke und super, das ist wirklich ein starker Artikel! Puh, damit werde ich jetzt eine Weile grübelnd verbringen… Viele Grüße, Dimitra

ich

Wow, was für eine tolle Aufgabe! Mal sehen, wie ich meine zwei Pole benenne, aktuell sind sie ein Gefühl in der Magengegend, für das ich noch keinen richtigen Namen habe. Aber ich habe hoffentlich nachher ein bisschen Zeit für mich zum Nachdenken. Danke für diese Aufgabe!!!