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Fastenzeit? Essenszeit? Warum wir essen müssen, um abzunehmen

6. März 2019

Heute beginnt nach katholischem Brauch die Fastenzeit. Ein guter Auftakt, um mal wieder bewusst zu schauen, was wir essen, was wir konsumieren an Medien und vielleicht den ein oder anderen Verzicht zu üben. Was wir allerdings nie machen sollten, ist eine Null-Diät oder anders hungern. Wir alle wissen, dass das völlig kontra-produktiv ist. Warum ? Das – und noch mehr – erklärt uns Michael Handel, Autor des Buches „Warum Sie essen müssen, um abzunehmen“ im Interview.

?Wir wissen, dass Diäten kontraproduktiv sind. Aber warum genau?

Michael Handel: Wer abnehmen will, darf nicht hungern. Vorübergehender Verzicht, Low Carb oder Fastenzeiten bringen uns nicht weiter. Im Gegenteil. Immer dann, wenn wir eine Diät machen oder nicht regelmäßig essen, schaltet unser Gehirn auf „Notsituation“ – mit fatalen Folgen für unser Gewicht: Der Stoffwechsel wird langsamer, der Energieverbrauch wird gesenkt, die Produktion des Hungerhormons Ghrelin wird angekurbelt und Heißhungerattacken und Jo-Jo Effekt sind die Folgen.

? Light-Produkte sind aber auch keine Lösung…..

Michael Handel: Ja, richtig. Da bei den Light-Produkten Fett als Geschmacksträger fehlt, enthalten sie oft eine ganze Menge an Süßstoffen und Geschmacksträgern. Und die machen dick! Mehrere Studien haben ergeben, dass Menschen, die zweimal täglich Süßstoff konsumieren, schneller dick werden als andere. Außerdem das Risiko für Diabetes und Herzinfarkt um bis zu 25 % ansteigen. Wer viel Süßstoff oder Light-Produkte zu sich nimmt, wird auch nicht mehr richtig satt und hat dadurch mehr Hunger als andere. Denn das Gehirn erkennt diesen Betrug und fordert ständig echte Nahrung an. Süßstoffe fördern sogar das Wachstum der ungesunden Darmbakterien. Die gesunden Bakterien bleiben auf der Strecke und können uns nicht mehr dabei unterstützen, Nahrungsfette abzubauen.

? Gilt der alte Ratschlag noch, viel Obst zu essen, um gesund zu bleiben?

Michael Handel: Obst gehört zwar zu einer gesunden Ernährung, aber zu viel davon schlägt schnell aufs Gewicht. Der im Obst reichlich vorhandene Energiespender Fruktose macht kaum satt und verwandelt sich rasch und ohne große Umwege in ungesundes Bauchfett. Vorsicht geboten ist vor allem bei Dosenobst, fertigem Obstsalat und süßen Früchten. Auch Fruchtsmoothies und Fruchtmischgetränke sind wahre Kalorienbomben und für Menschen mit Gewichtsproblemen überhaupt nicht geeignet. Besser sind da schon säuerlich schmeckende Äpfel, Aprikosen, Waldbeeren, Guaven, Grapefruit, Melonen, Kiwi.

? Wie können wir Fettkiller in die Ernährung einbauen?

Michael Handel: Es gibt sie tatsächlich – Lebensmittel mit Fett-weg-Wirkung. Entweder sie verbrennen mehr Kalorien, als sie beim Essen zuführen, oder sie lösen in unserem Körper Prozesse aus, die den Gewichtsverlust beschleunigen. Chicorée, Radicchio und Bittergurken sind echte Verdauungsbeschleuniger und fördern durch wertvolle Inhaltsstoffe die Fettverbrennung. Und dunkle Schokolade mit mindestens 85% Kakaoanteil kann sowohl die Bildung von Fett im Körper als auch die Aufnahme von schlechten Fetten und Kohlenhydraten aus dem Darm vermindern. Die Grapefruit ist ebenfalls ein echtes Abnehmwunder. Der Bitterstoff Naringin senkt den Blutzuckerspiegel und sorgt dafür, dass wir sehr lange satt bleiben.

? Gibt es auch bei Getränke Abnehmwunder?

Michael Handel: Auch bei den Getränken gibt es echte Turbo-Shooter, mit denen sich überflüssige Pfunde gezielt wegtrinken lassen. Ein schwarzer Kaffee zum Beispiel, kurz vor dem Sport getrunken, steigert die Kalorienverbrennung um ein Vielfaches. Auch grüner Kaffee (als Pulver oder Aufgussgetränk) aktiviert den Stoffwechsel, steigert die Fettverbrennung und wirkt sättigend. Beim Ingwertee ist es die Kombination aus wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen sowie den Scharfstoffen Shogaol und Gingerol, die den Stoffwechsel kräftig ankurbelt und damit viel Energie verbraucht.

? Und wie kann ich mit Ausdauertraining unterstützen?

Michael Handel: Ausdauertraining lässt nur dann die Kilos purzeln, wenn wir dabei im moderaten Fettverbrennungspuls bleiben. Dieser berechnet sich wie folgt: maximale Pulsfrequenz minus 40 %. Beispiel: Bei einem 50-Jährigen liegt die maximale Pulsfrequenz im Bereich von 170–180. Optimal für die Fettverbrennung wären dann 40 % weniger, also ein Puls von 100–110. Eine gute Orientierung dafür ist auch, wenn Sie sich beim Ausdauersport noch locker unterhalten können. Sportarten wie leichtes Joggen, Wandern, schnelles Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren auf ebener Strecke sind dafür ideal.

? Vielen Dank für das Gespräch.

Der Autor: Dr. Michael Handel studierte Wirtschaftswissenschaften und promovierte zum Thema Psychologie und Motivation. Er absolvierte Zusatzausbildungen in Ernährungswissenschaften. Seit 30 Jahren berät er führende Unternehmen u. a. zu dem Thema aktives Gesundheitsmanagement. Die richtige Ernährung, Stressabbau, Krankheitsprävention und persönliches Wohlbefinden stehen dabei im Vordergrund. Bei Scorpio ist von ihm bereits erschienen: Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. www.michaelhandel.com

Das Buch: Michael Handel, Warum Sie essen müssen, um abzunehmen. Ernährungsmythen, die Sie getrost vergessen können
ISBN 978-3-95803-234-7

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