Das Blöde an schlechten Gewohnheiten ist, dass sie nun mal Gewohnheiten sind. Sonst wäre ja alles ganz einfach ; ). Prinzipiell sind Gewohnheiten nicht immer zu verteufeln – denn ohne Routinen wären wir komplett überfordert, unseren Alltag zu bewältigen. Wer ständig den Tagesablauf oder Aufgaben neu erfinden würde, der hätte gar keine Zeit um alles zu erledigen, was er erledigen will.
Gewohnheiten und Routinen erleichtern unser Leben ungemein, und da ist es ganz natürlich, dass sich auf die Dauer auch ein paar unerwünschte einschleichen. Nutzen wir die Gunst der Stunde, um endlich mal mit ein paar unserer unerwünschten Gewohnheiten zu brechen. Hier meine fünf besten Tricks!

Schlechte Gewohnheiten ablegen – Trick 1: Woran hapert’s?

Welche schlechte Gewohnheit willst Du ablegen? Und jetzt prüfe bitte mal liebevoll-selbstkritisch: wie wichtig ist es Dir überhaupt, dieses Verhalten tatsächlich zu ändern? Vielleicht handelt es sich um eine Gewohnheit, die Du lediglich in der Silvesternacht in den „Gute-Vorsätze-Topf“ geworfen hast – aber Hand aufs Herz – wirklich stören tut es Dich eigentlich nicht. Wunderbar! Dann ärgere Dich auch nicht weiter drüber, sonder nimm es kleine liebenswerte Macke an.
Doch, Dich ärgert dieses Verhalten und Du willst es ändern? In diesem Fall dürfen wir tiefer schürfen und nach dem Grundproblem suchen. Wofür steht das schlechte Verhalten? Schenkst Du Dir abends ein Gläschen Rotwein ein, um Dich zu entspannen? Greifst Du immer wieder in die Naschkiste, um Dir etwas Gutes zu gönnen? Gehst Du nicht zum Sport, weil Du auch mal faul sein dürfen willst? Hinterfrage Dein Verhalten und suche nach Mustern in Deinem Verhalten.

  • Wann tritt die schlechte Gewohnheit hervor?
  • Wie fühle ich mich davor? Vielleicht genervt, frustriert, traurig?
  • Wie fühle ich mich danach?

Schlechte Gewohnheiten ablegen – Trick 2: Ersetzen, nicht abgewöhnen!

Wenn wir uns etwas abgewöhnen wollen, hat das einen ärgerlichen Nebeneffekt: Wir denken viel zu viel daran. Und dann bekommen wir natürlich erst recht Lust drauf. Der Trick: Ersetze Deine schlechte Gewohnheit durch eine gute, suche Dir eine Ersatzbefriedigung. Überlege Dir, was Dich genauso zufrieden machen könnte, wie Deine schlechte Gewohnheit. Hier sind die Alternativen meist nicht offensichtlich. Spazieren gehen statt Fernsehen? Tee statt Kaffee oder Rotwein? Komischer Ersatz, denkst Du vielleicht. Probiere einfach viele Dinge aus und ärgere Dich nicht, wenn manche nicht funktionieren. Dann einfach auf zum nächsten!

Schlechte Gewohnheiten ablegen – Trick 3: Die Urlaubswandlung

Am leichtesten ändern wir unser Verhalten im Urlaub. Warum? Zum einen ist dort eh meist alles anders als zuhause und unsere alten Gewohnheiten greifen nicht mehr so leicht – egal ob nun gute oder schlechte. Außerdem sind wir weniger gestresst und Stress ist eine enorm starke Veränderungsblockade. Also raus aus dem Alltag! Du hast jetzt gerade keinen Urlaub parat? Dann betrachte die letzten Wochen der Krise als „Ausnahmezustand“ – und nutze diese als Sprungbrett für neue Gewohnheiten. Mache jeden Tag etwas Ungewohntes: ein anderer Arbeitsweg, 3 Minuten mit links schreiben, …

Schlechte Gewohnheiten ablegen – Trick 4: Das 30 Sekunden Wunder

Gehörst Du zu den „Wenn, dann richtig“-Menschen? Dann könnte Dir dieser Trick zwar etwas schwer fallen, aber wahre Wunder bewirken. Denn häufig sitzen wir in der Zwickmühle. 10 Minuten Sport lohnt sich nicht und für eine Stunde haben wir keine Zeit. So wird nur leider nie was draus. Bevor Du noch lange hin- und herüberlegst, wann denn der beste Zeitpunkt ist, mache einfach 10 Sit-ups. Spiele ein Musikstück. Schreibe eine ganz kurze Mail an einen Freund. Und das alles dauert kaum länger als 30 Sekunden. Mache das jeden Tag, und Du wirst am Ball bleiben.

Schlechte Gewohnheiten ablegen – Trick 5: Der Einfluss des Umfelds

Der Wille ist da, doch wenn da nur nicht der Süßigkeiten-Vorratsschrank wäre! Weg mit den Dingen, die Dich in Versuchung führen. Lege Dir lieber die Dinge in Dein Blickfeld, mit denen Du die schlechte Gewohnheit ersetzen möchtest. Also Sportschuhe vor die Eingangstür und Obst statt Schokolade. Betrachte auch die Menschen in Deinem Umfeld unter diesem Aspekt und triff Dich in den kommenden Tagen und Wochen verstärkt mit Menschen, die Deine positiven Gewohnheiten (unwissentlich) fördern. So ist es beispielsweise erwiesen, dass wir uns leichter gesund ernähren, wenn wir mit Menschen essen, die sich selbst völlig selbstverständlich Gesundes auf den Teller packen. Oder dass wir leichter bei Weiterbildungen am Ball bleiben, wenn die Menschen in unserer Nähe selbst viel in Weiterbildung investieren und offen für Lernen sind.

Du hast auch Tricks, wie Du Deinen inneren Schweinehund zum Freund machst und schlechte Gewohnheiten ablegst? Schreibe uns einen Kommentar! Wir sind gespannt.

(Frisch aufbereiteter Beitrag.)

 

„Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern, tu es jeden Tag.“
Konfuzius

Manchmal muss man einfach aufbrechen, loslegen, auch wenn man gar nicht genau weiß, wohin es gehen soll. Und das können wir üben.

  • Nimm heute mal einen anderen Weg ins Büro oder zum Supermarkt.
  • Wähle bewusst eine Alternativ-Route.

Das ist Aufbrechen im kleinen Stil. Gibt es aber auch Dinge in Deinem Leben, die im großen Stil verändert werden sollten?

Eine neue Farbe fürs Wohnzimmer, ein neues Auto, oder gar ein neuer Job?

Oft schieben wir solche Dinge immer wieder auf – und so nagen sie ständig an unserem Gewissen.

Mache heute den ersten Schritt, auch wenn es nur ein kleiner ist!

Das ist bereits eine gute Vorübung für Deine nächsten Schritte, die vielleicht sogar einen größere Veränderung bringen sollen.

 

Routinen gelten landläufig als Dolchstoß jeglicher Veränderung. Glauben Sie, dass Sie Gewohnheiten ändern müssen, wenn Sie erfolgreich und glücklich sein wollen? Ich glaube das nicht! Ich glaube, dass uns Gewohnheiten erst den Freiraum geben, um uns zu verändern. Ja, auch ich ermuntere meine Klienten, die Dinge mal anders zu machen, als gewohnt – die Plätze am Frühstückstisch zu tauschen oder statt des Lieblingsautors einen Unbekannten zu lesen. Und das haben wir ja vor einigen Tagen auch gemacht. Der Grund: Neue Impulse feuern unser Gehirn an, die Synapsen bekommen was zu tun. Das macht uns kreativ und gibt uns wertvolle Impulse für Veränderungen. Wir verlassen die Denkautobahnen und biegen beherzter in die Wege des noch Unbekannten ein.

Gewohnheiten verändern ist ein prima Tipp, wenn Ihnen momentan der Mut und die Inspiration fehlen, sich zu verändern. Und selbstverständlich ist es sinnvoll, ein als Gewohnheit etabliertes Verhalten, das Ihre Ziele und Wünsche torpediert, abzulegen. Dass Sie aufhören, abends Alkohol „zum Runterkommen“ zu trinken, wenn Sie Ihre Schlafprobleme lösen wollen. Oder dass Sie aufhören, Geld für Dinge auszugeben, die Sie eh nicht brauchen.

Gewohnheiten zu ändern, um in Ihrem Leben etwas zu verändern, ist allerdings ein schlechter Tipp, wenn die einzige Konstante in Ihrem Leben momentan die Veränderung ist. Weil Ihr Beruf jeden Tag andere Überraschungen für Sie bereithält, auf die Sie schnell und agil reagieren müssen. Weil Sie viel unterwegs sind, ständig in neuen Städten, in neuen Hotels. Weil Sie täglich mit neuen Menschen zusammenkommen, auf die Sie sich jeweils neu einstellen müssen.

Neue Situationen, neue Umgebungen, neue Menschen – all diese Reize lösen im Gehirn eine enorme Rechenleistung aus. Somit haben Kopf und Seele keine Kapazitäten frei, die für Sie doch viel wichtigeren Themen durchzudenken oder gar anzupacken.

Manchmal brauchen wir die Sicherheit des Gewohnten, damit Dinge reifen können. Wir brauchen die Ruhe der Routinen, um Kraft und Selbstvertrauen wachsen zu lassen. Und das kann für Sie bedeuten, dass Sie zunächst Ihre Gewohnheiten ausbauen. Indem Sie mehr Strukturen in Ihren Alltag bringen. Oder Routinen und Traditionen bewusst leben.

So wie das Schmücken des Weihnachtbaumes (siehe dazu auch diesen Beitrag: Was Ihr Weihnachtsbaum über Sie verrät). Wie schön, wenn wir bekannte Teile wie Kugeln oder Sterne jetzt langsam aus den Kisten holen. Und damit die ganzen Erinnerungen. Wie wunderbar sind Rituale, die uns durch die Feiertage begleiten. Ich glaube, gerade an Weihnachten dürfen wir in unseren Gewohnheiten und Routinen baden :-).

Wie ist das bei Ihnen? Welche Gewohnheiten lieben Sie, welche geben Ihnen Kraft? Welche Rituale bereichern Ihr Leben? Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare.

Quelle: Auszug aus LMAA – 66 Mini-Plädoyers für mehr Mut, Leichtigkeit und Gelassenheit

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