Internet ganz ohne Stress

16. Juni 2011

Das Internet macht das Leben leichter – aber auch stressiger! Wie Sie sich nicht hetzen lassen.

Neulich schlug der Blitz bei uns ein. Rumms!!! und das Internet war weg. Ein ganzes Wochenende lang. Keine Mails, keine Anfragen, keine Recherche im Internet…

Aber da war noch etwas. Ruhe! Keine Mails, keine Anfragen, keine Recherche im Internet – warum eigentlich den PC anschalten? Kurz mal im Internet etwas nachschauen ging nicht. Damit war auch das Gefühl weg, tausende andere wichtige Informationen zu verpassen, die noch im großen weiten Netz umherschwirren. So entspannt war ich schon lange nicht mehr.

Das Internet mit seiner Fülle an Informationen und den unendlichen Möglichkeiten – Netzwerken, Recherchieren, Marktlücken entdecken… – hat auch eine unangenehme Nebenwirkung: Wir fühlen uns ständig ein bisschen hinterher. Grad mal eine freie Minute? Die sollte ich eigentlich nutzen, um meine Aktienkurse zu checken. Oder eine Email an eine Freundin schreiben. Genauso gut können wir aber auch unendlich viel Zeit im Internet verschwenden. Sinnlos lustige Videos auf youtube ansehen, Online-Games spielen oder stundenlang in Facebook die Seiten von Freunden durchstöbern. Anstatt nach der Arbeit endlich mal den Computer auszuschalten, verbringen wir sogar unsere Freizeit damit.

Das Internet bringt allerdings noch eine weitere zwiespältige Möglichkeit mit sich. Wir sind immer und (mit Smartphone) überall erreichbar. Feierabend? Das Büro wird einfach nach Hause verlegt. Wochenende? Kein Grund, die Mails nicht zu checken (wir sind ja auch so neugierig). Urlaub? Dank Smartphone und Notebook immer up-to-date. Doch wann schalten wir eigentlich mal ab? Den Stress, dem wir uns dadurch aussetzen, sollten wir nicht unterschätzen. In meinen Seminaren berichten immer wieder Teilnehmer, dass sie sich durch ständige Erreichbarkeit extrem unter Druck gesetzt fühlen. „Die Folgen sind Dauerstress, der zu Erkrankungen wie Burnout, Bluthochdruck oder Depression führen kann.“, sagt Prof. Dr. Götz Mundle, Leiter der auf psychische Erkrankungen spezialisierten Oberbergkliniken, im GEO.de-Interview. „Heute ist man immer erreichbar. Aber nicht das Netz macht krank, sondern die mangelnde Fähigkeit, ohne Netz lebendig zu sein.“

Legen Sie deshalb für sich selbst feste Zeiten fest, wann der Computer läuft – und wann nicht! Diese Tipps helfen, dabei konsequent zu bleiben und sich nicht stressen zu lassen.

  • Schreiben Sie in die Abwesenheitsmail Ihre erreichbaren Zeiten mit einer Bearbeitungszeit (z. B. von einem Tag). Dadurch ist allen klar, wann sie mit einer Antwort rechnen können.
  • Bereiten Sie Tweets für Twitter vor und terminieren Sie sie im Voraus mit einem Twitter-Client (z.B. Tweet Deck). Geben Sie sich dann einen festen Zeitraum – am besten eine sehr unproduktive Stunde wie nach dem Mittagessen – in der Sie nach interessanten Tweets sehen, Antworten versenden und retweeten. Jeden Tag oder nur einmal die Woche. Diese Zeitspanne legen Sie selbst fest, je nachdem wie wichtig für Sie Twitter ist.
  • Packen Sie sich selbst am Riemen. Natürlich ist es verlockend, immer mal wieder die Mails zu checken. Und mit Smartphone noch viel mehr. Deaktivieren Sie deshalb die Abruf-Funktion öfter mal ganz bewusst. Jetzt gerade nicht!

Noch mehr Tipps, wie Sie dem Alltagsstress entkommen können, finden Sie in meinem Buch „Organisieren Sie noch oder leben Sie schon?“ und in meinen Zeitmanagement-Seminaren.

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