Glück & Happiness-Hype: Per Glücksratschlag ins Unglück

13. April 2020
glück & happiness-hype

Glück – um mehr davon in ihr Leben zu holen, befolgen viele Menschen einschlägige Glückstipps. Doch manche von diesen Ratschlägen wirken völlig kontraproduktiv. Statt die Zufriedenheit der Glückssucher zu erhöhen, stürzen sie sie erst recht ins Unglück. Zeit für Aufklärung, fand die Fachzeitschrift „Managerseminare“ und bat mich um entsprechende Auszüge aus meinem neuen Buch „Meine Glüxx-Factory – so mache ich mich einfach glücklich!“. Passenderweise veröffentlichte die Redaktion die Tipps am 20. März, dem Weltglückstag, und ich möchte Euch meine sechs liebsten „Anti-Glücks-Tipps“ natürlich nicht vorenthalten.

Hier mein Manuskript zum Fach-Artikel für Euch, der hier komplett in redigierter Fassung nachzulesen oder als Podcast zu hören ist. Da das Buch in der „Sie-Form“ geschrieben ist, und auch der Fach-Artikel, habe ich ihn in dieser Form belassen. Also wundert Euch nicht über die „Sie-Ansprache“. Viel Spaß mit den Anti-Glückstipps 🙂

Anti-Glückstipp 1: Suche Dein Glück!

Die Suche nach dem Glück ist und bleibt in Mode. Bereits die alten Griechen sinnierten über das Glück, und wie es zu erreichen sei. Heute wollen wir lernen, „hygge“ zu leben wie die Dänen, suchen unser „ikigai“ wie die Japaner oder probieren uns an „Lagom“ wie die Schweden. Die Suche nach Erfüllung und Glück treibt uns an. Aber leider scheinen viele Menschen bei ihrer Suche nie wirklich im glücklichen Erleben anzukommen. Der Grund? Sie suchen nach dem „Perfekten“. Nach dem „Wahren“. Dem „Einzig Echten“. Sie suchen und suchen und suchen – und übersehen dabei, dass sie bereits sehr viel erleben oder haben, was sie happy macht. Sie blicken permanent auf das nächste große Ziel, und meinen, wenn sie das endlich dann mal erreicht haben, dann seien sie glücklich.
Das ist wie bei Menschen, die ihr Leben verändern wollen, und dabei immer auf den entscheidenden Tipp, den ultimativen Ratschlag warten, mit dem endlich, endlich alles in ihrem Leben gut wird. Solche „Tipp-Seeker“, wie ich sie nenne, ticken ähnlich wie sensation seeker, die ständig auf der Suche nach starken Gefühlen und Abenteuer sind. Letztere brauchen ein hohes Erregungsmuster, um sich wohl zu fühlen, und sind immer auf der Jagd nach dem nächsten Thrill. Das Bekannte und Erlebte erscheint ihnen wertlos.
„Tipp Seeker“ sind immer auf der Suche nach dem entscheidenden Tipp, der ihnen in puncto Glück, Erfolg, Zufriedenheit, Zeitmanagement, Ziele erreichen, Traumhaus finden, Koreanisch lernen … endlich den Durchbruch beschert. Aber leider wenden sie nie das an, was sie bereits wissen. Sie kommen nicht ins Tun, und geben womöglich noch anderen die Schuld dafür, weil niemand sie wirklich unterstützt. Sie streben nach der Erfüllung – aber kommen nie wirklich an. Ergo sind sie unglücklich!
Machen Sie sich klar, dass alleine Handeln bereits glücklich macht. Blicken Sie nicht immer auf die Ergebnisse, sondern blicken Sie auf Ihre Entwicklung! Fragen Sie sich in Bezug auf Ihr persönliches Glück: Wollen Sie das Glück suchen oder wollen Sie glücklich sein? „Ja natürlich will ich glücklich sein!“, sagen Sie jetzt vielleicht aufgebracht. „Was für eine Frage!“
Wirklich? Was aber ist, wenn es der Akt der Glückssuche ist, der Ihnen viel mehr Befriedigung schenkt als das Finden? Was ist, wenn Sie gerne „unterwegs“ sind, und das Ankommen eher Nebensache ist? Kennen Sie den Begriff „Fahrt ins Blaue“? Da brechen tausende Cabrio- und Motorradfahrer ohne konkretes Ziel am Wochenende auf – einfach um das Unterwegssein in der schönen Landschaft zu genießen. Eingekehrt wird irgendwo unterwegs und abends kommen wir erfüllt von den Eindrücken des Tages wieder heim. Der Weg war das Ziel.
Ähnlich erlebe ich das bei vielen meiner Klienten. Sie denken immer, sie müssten das ganz große Glück finden – dabei brauchen viele kein konkretes „Ziel“, um im tiefsten Inneren glücklich zu sein. Im Gegenteil. Je mehr sie sich darauf versteifen, ein konkretes „Glücksziel“ zu benennen, desto unglücklicher werden sie. Weil sie das „eine“, das „konkrete“ einfach nicht benennen können.
Geben Sie also Ihrer „Suche“ gedanklich ein neues Etikett, und machen Sie sich klar, dass glücklich sein bei Ihnen bereits im Tun geschieht. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Ein „Ankommen“ im eigentlichen Sinne ist bei Ihnen nicht nötig.

Anti-Glückstipp 2: Erstelle ein Dankbarkeits-Tagebuch

Dankbarkeit hat viele positive Effekte auf uns: Berufstätige, die zwei Wochen lang ein Dankbarkeitstagebuch führten, erlebten eine Reduktion der Stressbelastung um 28 Prozent und der Niedergeschlagenheit um 16 Prozent. Dankbarkeit bewirkte bei Probanden eine 23-prozentige Senkung des Stresshormons Cortisol im Blut und erhöhte den Serotonin-Spiegel. Die Folge: eine erhöhte Ausschüttung des Botenstoffs führt zu Glücksgefühlen.
Allerdings möchte ich Sie davor warnen, jetzt jeden Tag übereifrig in ein Danke-Tagebuch zu schreiben. Das kann nämlich schnell zu einer weiteren Verpflichtung werden, und sobald es Pflicht wird, verliert es die positive Wirkung.
Es kann auch dazu führen, dass Sie glückliche Momente gar nicht mehr richtig genießen können, sondern nur denken: „Hoffentlich vergesse ich das bis heute Abend nicht, ich muss das ja noch aufschreiben!“ Hüten Sie sich davor, in eine Art „Dokumentier-Pflicht-Modus“ zu fallen, in dem Sie statt Gutes zu genießen immer nur auf der Suche nach dem nächsten Gig sind, der es wert ist, ins Tagebuch zu gelangen.
Das kennen Sie vielleicht von der Social-Media-Manie mancher Menschen: anstatt schöne Orte oder die Zeit mit Freuden zu genießen, sind sie nur damit beschäftigt, diese und sich dort in Szene zu setzen, um ein gutes Foto für Social Media zu haben.
Schreiben Sie ein Danke-Tagebuch lediglich sporadisch nach Lust und Laune. Oder lassen Sie einfach abends Ihren Tag vor dem inneren Auge Revue passieren lassen. Für welche Begegnungen, Erlebnisse oder Momente sind Sie dankbar? Fragen Sie sich dabei auch, was Ihr Anteil an diesen schönen Momenten war. Was haben Sie dazu beigetragen, dass dieser Moment entstehen konnte? Machen Sie sich immer wieder klar, dass Sie sehr viel Einfluss auf die kleine Glüxx-Fabrik in Ihnen selbst haben.

Anti-Glückstipp 3: Nutze positive Affirmationen

Um aus negativen Gedanken herauszukommen, um uns positiv, kraftvoll, motiviert  zu stimmen, greifen viele Menschen zu Affirmationen, die sie stärken sollen. Aber Vorsicht! Bitte vermeiden Sie bei Ihren Sätzen Formulierungen wie „Ich bin glücklich“. „Ich bin ein toller Hecht“. Oder „Das schaffe ich mit links!“
Denn solche Aussagen funktionieren bei den meisten Menschen nicht. Oft bewirken sie sogar das Gegenteil. Forscher der University of Waterloo  untersuchten positive Affirmationen und ließen dazu Probanden 16-mal den Satz wiederholen: „Ich bin eine liebenswürdige Person“. Anschließend wurden sie nach Ihrer Befindlichkeit befragt. Das Ergebnis: Die Teilnehmer, die schon vor dem Experiment angegeben hatten, über ein normales bis hohes Selbstwertgefühl zu verfügen, fühlten sich nach der Übung ein kleines bisschen besser. Die Probanden hingeben, die ein eher geringes Selbstwertgefühl mitgebracht hatten, fühlten sich nach der Affirmation sogar noch schlechter. Das Mantra hatte ihnen geschadet.
Den Grund dazu vermuteten die Forscher darin, dass die Formulierung „Ich bin eine liebenswürdige Person“ die nicht-selbstsicheren daran erinnert hat, dass sie das doch eigentlich gar nicht seien. Und so klaffte die Schere zwischen „So bin ich“ und „So würde ich gerne sein!“ weiter auf und das frustrierte sie.
Affirmationen helfen also, einen Samen wachsen zu lassen, der bereits da ist. Alles andere machen sie eher kaputt. Deshalb nutzt es auch nichts, uns mantra-artig vorzusagen „Ich bin glücklich!“, wenn wir uns gar nicht so fühlen. Viel sinnvoller ist es, Formulierungen zu finden, die die alte – hinderliche – Aussagen behutsam in eine positive Richtung bringen, wie beispielsweise: „Mir gelingen immer mehr Dinge gut.“ Oder „Ich schaffe diesen nächsten Schritt.“
Suchen Sie Ihre Formulierungen, die Sie sich selbst abnehmen, die Ihnen ein gutes, warmes, sicheres Gefühl geben. Nur dann werden Ihre neuen Überzeugungen Sie auch motivieren und stark machen.

Anti-Glückstipp 4: Glücksroutinen machen happy

Gewohnheiten können uns in unserem glücklichen Leben sehr gut unterstützen, und deshalb dürfen wir auch „glücksbringende“ Routinen gerne neu in unserem Alltag etablieren. Die Ratgeber-Literatur ist mittlerweile voll von Tipps für einschlägige (Morgen-)Routinen – wie den „Miracle Morning“ oder Listen, die vor dem Frühstück von erfolgreichen Menschen abgearbeitet werden. In meinem Buch LMAA – 66 Mini-Plädoyers für mehr Mut, Leichtigkeit und Gelassenheit[i] rufe ich provokativ dazu auf „Stress Dich nicht vor dem Frühstück“, denn manche Erfolgsroutinen bekannter Menschen erzeugen bei einem anderen lediglich Stress und Frust. Und dann mutiert die vermeintliche Glücks-Aktion schnell zum Gegenteil. Oder wie ist das bei Ihnen?

Hier die Top-10-Gewohnheiten erfolgreicher Menschen, was diese VOR dem Frühstück tun.

  1. Früh aufstehen: 90 Prozent der Erfolgreichen stehen an Wochentagen vor 6 Uhr auf. Manche bereits um 4 Uhr.
  2. Wasser trinken.
  3. Bett machen.
  4. Sport machen (Personal Training, Crosstrainer, Tennis).
  5. Meditieren
  6. Keine Mails oder Facebook-Postings. Sondern etwas, was das Gehirn mit guter Nahrung füttert.
  7. Aufschreiben, wofür wir dankbar sind.
  8. Den Tag planen.
  9. Sich dem eigenen Traum widmen und konkret etwas dafür tun.
  10. Quality-Time mit der Familie verbringen.

Ich weiß ja nicht, wie Ihre frühmorgendliche Verfassung ist. Meine ist desolat. Wenn um 6 Uhr der Wecker klingelt, ist mein Schlafpensum noch lange nicht erfüllt. Gähn. Die Vorstellung, um 4 Uhr morgens aufstehen zu müssen, um zumindest zwei Stunden für mich zu haben, ist ein Gräuel. Aber ich probiere alles aus – auch die Top-Ten-Morgentipps der Erfolgreichen.
Machen wir es kurz – nach vier Tagen war ich so unausgeschlafen, dass ich beim Meditieren auf dem harten Wohnzimmerboden eingeschlafen bin, nach dem Mittagessen im Büro selbst nach 5 Espressi keine Zeile schreiben konnte und abends zu Fuß heimging, obwohl ich eigentlich mit dem Fahrrad im Büro war. Am nächsten Tag habe ich den Wecker gar nicht mehr gehört.
Wie ist das bei Ihnen, wenn Sie solche Listen lesen? Feuert es Sie an, Ihr Verhalten zu verändern und es sich gut gehen zu lassen? Oder macht es Ihnen ein schlechtes Gewissen, weil Sie so faul, so undiszipliniert sind?
Sagen Sie gelassen „LMAA!“ zu Listen und „bewährten“ Erfolgs-Routinen – und picken Sie sich lediglich die Anregungen heraus, die Ihnen wirklich gefallen, die zu Ihnen und Ihrem Alltag passen. Lassen Sie sich von solchen Vorschlägen inspirieren, aber tun Sie dann nur das, was Ihnen wirklich zusagt.

Anti-Glückstipp 5: Befrei Dich von Überflüssigem

Eine gewisse Grundordnung am Arbeitsplatz und in den eigenen vier Wänden kann unsere Produktivität, Kreativität und Zufriedenheit erhöhen, während zu viel Gerümpel, zu viele Deko-Gegenstände, überbordende Regale, vollgestopfte Schränke oder herumliegende Sachen uns offenbar unglücklich machen. Das stellten zumindest Forscher der University of California fest: Bewohner von zu chaotischen Wohnungen erlebten sich als „gestresster und unglücklicher“ als Menschen, die eher nach dem Motto „Weniger ist mehr“ eingerichtet waren. Den Grund dafür sehen die Forscher darin, dass Unordnung häufig mit Scheitern assoziiert wird. Und da die meisten Menschen nicht gerne scheitern, verhindert das schöne Glücksgefühle.
Mit zwiegespaltenen Gefühlen nehme ich allerdings momentan den neuen Trend zum Minimalismus wahr. Egal welchen Fernsehsender Sie gerade einschalten, egal welche Zeitschrift Sie aufschlagen – überall schallt uns seit einigen Monaten der Ruf nach „Weniger ist mehr!“ entgegen. Die Medien stürzen sich auf Rentner, die mit 50 Dingen leben, auf Digitale Nomaden, die als Singles mit lediglich einer Reisetasche auf Achse sind, oder auf Pärchen, die in Tiny-Houses umziehen. Auf YouTube zeigen uns selbsternannte Minimalismus-Coaches, wie wir radikal ausmisten und mit fast nichts leben können, und Ausmist-Bücher landen sogar auf der Spiegel-Bestseller-Liste.
Der Effekt: Immer mehr Menschen sprechen mich an, wie unglücklich sie seien, wie furchtbar es sei, dass sie so viel Zeug haben, wie verzweifelt sie seien, weil sie einfach nicht loslassen und ausmisten können. Das allgegenwärtige „Weniger ist mehr!“ hat sich als Schlechtes-Gewissen-Booster herausgestellt. Anstatt unser Leben zu vereinfachen und uns glücklicher zu machen, stürzt uns der neue Minimalismus-Trend in ein kollektives Unglück. Den meisten Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz geht es materiell so gut wie nie zuvor. Und jetzt stehen wir vor unseren Bergen des dinglichen Wohlstandes – und fühlen uns unglücklich?
Befreien Sie sich vom Diktat des Minimalismus. Es geht in Ihrem Leben nicht darum, ob Sie viele Dinge haben oder wenige. Es geht darum, dass Sie die für Sie richtigen Dinge haben. Jeder von uns hat ein Wohlfühl-Level wie leer oder gefüllt unsere Regale und Zimmer sind. Und natürlich hat es auch seine Vorteile, wenn uns Dinge umgeben und uns sogar gehören. Besitz schafft ein Gefühl von Sicherheit, wertet vielleicht unser Selbstwertgefühl auf, Statussymbole oder Sammlerstücke können uns allein beim Anschauen schon glücklich machen und viele unserer Gegenstände bergen ja auch emotionale Erinnerungen.
Lösen Sie sich also von den extremen Beispielen aus den Medien .Lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen machen, wenn Sie ein paar Dinge mehr besitzen, als lebensnotwenig sind, sondern seien Sie dankbar dafür. Freuen Sie sich, dass Sie sich Dinge leisten können, freuen Sie sich über die Gegenstände, die Ihnen das Leben leichter machen und die Ihnen glückliche Momente verschaffen können – auch wenn Sie den Fondue-Topf nur einmal im Jahr nutzen.

Anti-Glückstipp 6: Hilf anderen

In den vergangenen Jahren hat sich die Glücksforschung intensiv damit beschäftigt, was zu unserem Glück und Wohlbefinden beiträgt. Helfen und für andere Menschen da sein steht dabei ganz oben auf der Liste der glücksbringenden Aktivitäten.
Vielleicht kennen Sie es aus eigener Erfahrung: Helfen macht nicht nur den glücklich, der die Hilfe bekommt, sondern auch den Hilfe-Geber. Wir fühlen uns gut, wenn der andere sich freut oder sogar bedankt. Wir fühlen uns gut, weil wir stolz sein können auf unsere selbstlosen Taten. Wir empfinden innere Wärme, wenn wir etwas geteilt haben.
Doch das klappt nicht automatisch! Wer nämlich nur hilft, um „gutes Karma“ zu sammeln und Helfen als Pflichtübung betrachtet, der verfehlt dieses Ziel. Wer hilft, weil er sonst ein schlechtes Gewissen hat („Du musst dich schon um deine kranke Mutter kümmern, du bist schließlich ihre Tochter!“), der verbraucht beim Helfen Kraft und Energie. Auch wer unerwünscht anderen Menschen seine Unterstützung aufdrückt, kehrt den positiven Effekt schnell um. Denn er entmündigt den anderen, und das sorgt nicht für Wohlbefinden.
Jüngst habe ich einen kritischen Bericht über ehrenamtliche Sanitäter und Feuerwehrleute gelesen, und der Autor ging hart ins Gericht mit den Helfern, die sich aufgrund ihres Einsatzes der Gesellschaft moralisch überlegen fühlten. Er kritisierte die Haltung derjenigen, die ihre Hilfsaktionen wie einen Schild vor sich hertrugen und sich als die „besseren Menschen“ fühlten.
Ich kann seinen Ansatz nachvollziehen, denn sobald Helfen zum Selbstzweck verkommt oder gar ins Helfersyndrom kippt, fühlen wir uns auch als Annehmender nicht mehr gut. Wer gibt und Dankbarkeit fordert, der hat das Kernprinzip nicht verstanden. Klar freuen wir uns über ein „Dankeschön“, aber wenn Dankbarkeit der Preis ist, mit dem eine gute Tat bezahlt werden muss, dann verliert sie als gute Tat ihre Sinnhaftigkeit.
Ich glaube, das ist das Geheimnis: Wer hilft und sich dabei selbst verliert, der wird nicht glücklich. Wer allerdings auf die eigenen Bedürfnisse achtet, wer gut für sich selbst und die eigenen Wünsche sorgt und dann für andere Menschen da ist, der hat eine echte Quelle des Glücks aufgetan.
Lassen Sie Ihre Hilfsbereitschaft Ihnen in Fleisch und Blut übergehen, und sei Sie absichtslos für die anderen da. Seien Sie gut zu sich selbst – und lassen Sie andere teilhaben.

[i] Vgl. Cordula Nussbaum, LMAA – 66 Mini-Plädoyers für mehr Mut, Leichtigkeit und Gelassenheit, Gabal 2018, S. 96f.

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Meike

Es sind die kleinen Dinge im Alltag die glücklich machen. Seit dem meine Personaltrainerin mir dies regelmäßig bewusst macht und ich Erfolgserlebnisse beim Training habe, fühle ich mich allgemein sehr viel glücklicher und zufriedener im Alltag.