Buch-Tipp: Future Now – Die Zukunft ist jetzt! von Frank Astor

18. Juni 2018

Frank Astor ist ein Speaker-Kollege und Schauspieler, den ich seit Jahren kenne. Steht er nicht auf der Bühne, dann schreibt der Comedy-Profi Bücher. Sein neuestes Bühnen- und Buchstück nimmt uns mit in die Zukunft. Mit Witz und schrägen Wendungen. Lesen Sie rein in „Future Now – Die Zukunft ist jetzt“ mit der Leseprobe von „Früher war alles besser“ und „Digitale Natives“.

Viel Spaß:-)

>  Buch bestellen bei Amazon oder > Buch bestellen direkt beim Autor

Früher war alles besser?

Das sogenannte „Moor´sche Gesetz“ besagt, dass sich die Rechenleistung von Computern alle 18 Monate verdoppelt. Verdoppelt! Eine exponentielle Kurve! Sie erinnern die Geschichte vom Reiskorn und Schachbrett? Würde man ein Reiskorn 64 Mal verdoppeln, wäre am Ende die gesamte Erdoberfläche von einer zwei Meter dicken Reisschicht bedeckt. Sozusagen die „erste Reiszeit“.

Die digitale Entwicklung befindet sich ungefähr auf Feld 32. Da hat das exponentielle Wachstum noch gar nicht richtig Fahrt aufgenommen. In einer Geburtstagskarte, die „Happy Birthday“ singt, ist mehr Computerleistung als in sämtlichen Rechnern des Zweiten Weltkrieges zusammen. Jedes popelige Handy hat mehr Rechenpower als die Milliarden Euro teure Technik, die damals die Apollo XI auf den Mond gebracht hat. In einer Playstation steckt mehr Kapazität als in den militärischen Großrechnern der Millenniumsjahre.

Wissen hieß früher Wissen. Später hieß Wissen dann, wissen wo´s steht. Und heute ist Wissen nur noch eine Frage von Algorithmen, die für uns berechnen, welches Wissen überhaupt relevant ist. Dabei gibt es doch heute bereits weltweit mehr Wissen – als Intelligenz!

Mein Handy hat einen höheren IQ als sein Besitzer und es gibt bereits Toaster, die schlauer sind als der Durchschnittsabiturient. Mit Ihrem Handy können Sie heute von der Strandbar aus einen Weltkonzern leiten. Wenn Sie intellektuell dazu in der Lage sind. Und falls Sie zufällig einen Weltkonzern besitzen. Und vorausgesetzt natürlich, Sie haben gerade Netz.  Mancher wäre froh, wenn er überhaupt in der Lage wäre, mit einem Handy in Würde zu telefonieren. Sie lachen. Ich habe schon Sätze gehört: „Schaaaatz, kannst du mir bitte mal die Nummer wählen, ich habe jetzt schon zum dritten Mal mein Ohr fotografiert!“ Wenn früher jemand versucht hat, mit einem Telefon zu fotografieren, wurde er weggesperrt.

Gut, das war eine andere Zeit damals. Da gab es ja auch nur ein Telefon pro Familie! Nein, das ist jetzt kein Witz. EIN Telefon! Und das konnte man nicht mitnehmen, weil es nämlich mit einer Schnur an der Wand festgebunden war. Und das war nur die Spitze des Eisberges! Früher gab es pro Familie auch nur einen einzigen Deoroller. Und der hieß BAC. Das waren Kämpfe im morgendlichen Badezimmer: „Mein BAC, dein BAC, Kinder – BAC ist für uns alle da!“ Und dann mussten wir uns der Größe nach aufstellen und dann hat sich einer nach dem anderen mit dem einen Deoroller die Achseln … Und Achseln waren damals noch haarige Angelegenheiten. Genug Nostalgie!

In einer Welt, in der Kinder – die Digital Natives eben – in Bilderbüchern oder Illustrierten versuchen, die Grafik weiter zu wischen und auf ihrem ersten eigenen Smartphone die Testberichte für Babynahrung googeln, wird mein BAC sicher niemals mehr dein BAC und schon gar nicht unser BAC sein. Aber, kein Grund zur Traurigkeit. Für den Menschen galt, gilt und wird immer gelten: Das einzig Beständige ist der Wandel. Und darum Glück auf in die neue Zeit und bitte jedem sein eigenes Deo!

Digital Natives

„Du, Papa, du hast mir erzählt, ihr hättet früher keine Computer gehabt? – AHA! Und wie seid ihr dann bitteschön ins Internet gekommen?“, fragt die kleine Mia, acht Jahre alt, ihren Vater. Aus heutiger Sicht eine wunderbar kindliche, digital-native Logik. Der Vater lacht. Er lacht laut, er lacht ausgiebig. Dann plötzlich hält er inne und denkt nach. Er denkt lange, er denkt laut: „Scheiße, die Kleine hat recht! Ich habe wirklich keine Ahnung mehr, wie wir damals ins Internet gekommen sind? Und wie war das noch, wenn wir etwas für die Schule recherchieren wollten?“

Und langsam kommt die Erinnerung: „Unser Wikipedia damals war noch schwer und unhandlich,“ erklärt der Vater. „Es nannte sich Duden oder Brockhaus. Den Server nannte man Bibliothek. Da musste man noch persönlich hin radeln. Ja, Wissen zu beschaffen, war damals noch eine aufwändige und schweißtreibende Angelegenheit. Und das, was in den Festplatten, den sogenannten Büchern stand, war festgeschrieben und nicht veränderbar. Auch dann nicht, wenn es überhaupt nicht zur eigenen Meinung gepasst hat.“

Mias Frage war aber gar nicht so sehr auf die Recherche von Schulthemen gemünzt, deshalb hakt sie nach: „Und Facebook? Wie habt ihr bitte ohne Facebook gewusst, mit wem ihr befreundet seid?“ „Klar gab’s auch Facebook“, antwortet der Vater, „es hieß nur anders. Phonebook! Das Telefonbuch. Das waren große gelbe Kästen, die man sich einmal im Jahr bei der Post vom Stapel runterladen musste. Darin waren endlose Namenslisten. Freeware eben. Die Freundschaftsanfragen waren analog. Man stand vor dem Haus und klingelte und alle hatten denselben Klingelton. Wenn der Kumpel auch beim zweiten Mal nicht aufmachte, dann war der halt nicht da. Und wenn er mit seinen Eltern im Urlaub war, dann war er auch mal vier Wochen nicht da. Also weg! Nicht erreichbar! Bestenfalls hat er eine Ansichtskarte gepostet, die aber erst 14 Tage nachdem er wieder zuhause war, in meinem Postfach auftauchte.“

Mia zieht sich mit ihrem Laptop in ihr Zimmer zurück und ist glücklich. Aber ihr Vater tut ihr ein bisschen leid! Was für eine armselige Welt musste das damals gewesen sein!

Wer mehr lesen möchte aus dem neuesten Future Comedy-Buch von Frank Astor & Michi Marchner „Future Now-Zukunft ist jetzt!“ kann es hier direkt beim Autor bestellen.

Dieser Artikel ist super - den will ich meinen Freunden zeigen!

Hinterlasse einen Kommentar

  Antworten & Kommentare abonnieren?  
Benachrichtige mich (unter Beachtung der Datenschutzrichtlinien) zu: