Warum ein Schwein kein Gold findet

20. Dezember 2018
rachel joyce erwartungen

„Was die Leute sehen, hängt zum großen Teil davon ab, was sie suchen“, lässt Rachel Joyce in ihrem Roman „Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“ einen ihrer Protagonisten sagen. Was für eine weise und treffende Bemerkung, denn sie macht auch klar, wodurch unsere unterschiedlichen Sichtweisen zustande kommen können. Unsere Wahrnehmung ist geprägt von unseren Erfahrungen. Und sie ist auch geprägt von unseren Erwartungen, unseren eigenen Wünschen und Interessen.

Verändern Sie Ihren Blick auf Ihr Leben und suchen Sie heute bewusst alles, was leicht ist, was Gelassenheit schenkt, was Ihren Selbstwert stärken kann, was Sie mutig macht. Sie sind gerade sehr genervt von anderen Menschen in Ihrem Umfeld? Hören Sie auf, die negativen Dinge von ihnen zu sehen, und halten Sie bewusst Ausschau nach den positiven Dingen an ihnen. Und das gilt auch für die Feiertage. Wenn wir denken, die Verwandtschaft wird nur sehen, was nicht perfekt ist, die Kinder werden nölen – dann wird das auch so sein. Unsere Erwartungen prägen unser Erleben.

Deshalb erwarten Sie von den kommenden Tagen ganz besonders nur das Beste, das Schönste, das Tollste. Es lohnt sich.

Nicht, dass Sie in die gleiche Falle tappen wir das kleine Schwein in der folgenden Geschichte.

Ein Schwein stahl sich aus seinem Stall und trottete die Landstraße hinunter zum Herrenhaus. Hinter den Ställen fand es ein Schlammloch. Vergnügt suhlte es sich darin, spazierte weiter zum Komposthaufen, den es mit seiner Schnauze ausgiebig durchwühlte, und entdeckte schließlich die Mülltonnen hinter dem Haus. Diese durchsuchte es nach Essbarem, schlenderte weiter zu den Blumen­ und Gemüsebeeten und durchfurchte genussvoll den wunderschönen Garten. Als es zum Bauernhof zurückkam, schnatterten die Hühner, die seinen Ausflug beobachtet hatten, aufgeregt: „Erzähl mal, man sagt, das Herrschaftshaus sei so wunderschön, mit prächtigen Zimmern, edlen Tapeten und teuren Vorhängen, wertvollen Gemälden an den Wänden und Gold und Silber überall. Hast du das alles gesehen?“ Das Schwein grunzte: „Nein, ich habe nichts davon gesehen. Wo man hinschaut, ist dort nur Dreck, Verrottetes, Matsch und Müll.“

Wo haben Sie schon mal bewusst den Blick verändert – und damit grandiose Erfahrungen gemacht? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Quelle: Auszug aus LMAA „Warum ein Schwein kein Gold findet“

Advent – Tun Sie sich und anderen etwas Gutes

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Edelgard

ja, das kenne ich auch, von mir und von anderen. Typisch ist die Suche nach Fehlern: da findet man doch immer was! Gerade mit unliebsamen Zeitgenossen habe ich gute Erfahrungen mit einer Plus- Minus-Liste gemacht. ich schreibe auf, was ich an dem Menschen nicht mag UND was ich an dem Menschen mag, seine Vor- und Nachteile. Das hilft mir immer, auch das Positive zu sehen und mich vom Negativen lösen zu können

Amazone

Ja, der Blickwinkel. Wenn man eine Situation erlebt hat, die so richtig schief ging und man nur Negatives sieht, gehe ich bewusst an diesen Ort an einem anderen Tag und simuliere nochmal, was da eigentlich passiert ist und siehe da: ich nehme ganz andere Dinge wahr, die ich vorher gar nicht gesehen habe ´. Die andere(n) Person(en), die zwar nicht da ist(sind), steht(en) nicht mehr im Fokus und so rückt sich alles wieder zurecht, es entsteht ein harmonischeres Bild, das mir Gelassenheit gibt und ich lerne, dass es auf mich, meine Tagesform, meine Einstellung ankommt, die Dinge, auch wenn sie… mehr »

Alexandra

Eine tolle Geschichte und natürlich wieder ein treffender Bericht! Mir gefällt diese Weisheit sehr gut: „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann“ (Autor ist mir nicht bekannt). In stressigen Situationen fühlt sich mein Kopf oft weniger rund, sondern so voll an, dass die Umkehr schwer fällt, aber wenn es klappt, gibt es oft interessante Erkenntnisse … 🙂

Dorothea

Ja, ich benutze diese Weisheit hin und wieder, um mir bewusst zu machen, dass das MEINE Denke ist.
Der berühmte Splitter im Auge der anderen und der Balken in meinem eigenen.
Wenn mir also an einem Menschen oder an einer Situation etwas nicht passt, ist das eine gute Gelegenheit, mich selbst zu erkennen.
Ist ja nicht immer verkehrt, das, was ich denke, aber es ist eben nur meine Sicht der Dinge.
Das erspart mir diese unerfreulichen Rechthabe-Diskussionen, die nur zu Krieg führen.

Regine

Geniale Geschichte – ja, meine Einstellung/ mein Fokus kreiert meine Realität. Danke fürs Erinnern.

Dimitra

Erst vor wenigen Tagen gelang es mir, den Blickwinkel zu wechseln: „eigentlich“ startete ich eine Diskussion mit meinem Mann ziemlich sauer, wir waren beide in einer gewissen Vorwurfshaltung… So ging es eine Weile zwischen uns hin und her – dann sah ich ihn an und merkte, dass er wirklich verstanden hat, dass ich mir von ihm wünsche, „emotional für mich erreichbar zu sein“. Da konnte ich sehen dass er sich für diesen Gedanken öffnet! Auf einmal war wieder Nähe zwischen uns – schön 🙂

Paulina

Ich habe mich heute auf Krücken in die Stadt gewagt, weil auch ich nicht ganz um Einkäufe herumkomme. Ich hätte mich entscheiden können, mich zu ärgern über alle, die mich anrempeln und fast umlaufen, mir aus Versehen die Krücke wegtreten oder vor mir durch schwere Schwingtüren gehen und mich hilflos davor stehen lassen. Ich habe aber beschlossen, mich zu freuen über jeden, der mir die Tür aufhält, der mir in der U-Bahn einen Platz anbietet, der mir das Gewünschte aus dem Regal holt, mir die Schlange erspart oder mir ungefragt gute Besserung wünscht. War eine gute Entscheidung 🙂

Biene

Ich hatte auf Arbeit eine große Aufgabe vor mir und habe mich daran erinnert, dass es mit guter Laune besser geht und habe mir auf der Arbeit einer meiner Lieblingssongs angehört und mir auch die Laune nicht während meines Mamutprojekt vermiesen lassen.

Regina

Ich hab heut beschlossen, beim Einkaufen einfach Zeit zu haben, auch wenn daheim noch viel Arbeit wartet. So konnte ich entspannt und ruhig mit unvermeidbaren Wartezeiten an der Kasse umgehen.

Yves

Eine schöne Übung ist, jeden Tag mit einem anderen Fokus durch den Tag zu gehen. Auch wenn man sich an den gleichen Orten aufhält, entdeckt man viel Neues!