Everybody’s Darling oder Everybody’s Depp?

16. Dezember 2019
grenzen setzen-nein sagen

Grenzen zu setzen kann bedeuten, dass wir uns Raum für uns selbst schaffen. Und oftmals beginnt diese Grenze mit einem „Nein“, wenn die Anfrage von anderen Menschen uns entweder in zeitlichen Stress bringt oder sogar unglücklich macht. Und dennoch, eigenartigerweise kostet uns dieses NEIN oft große Überwindung und stattdessen hüpft schnell ein vorlautes JA über die Lippen.
Warum ist das so? Offenbar sind wir getrieben es allen immer recht zu machen und gehen dabei den Weg des vermeintlich geringsten Widerstands. Schuld daran sind unsere inneren Antreiber, die uns mit Glaubenssätzen und Überzeugungen gefangen nehmen. Überlegen Sie bei welchen Gelegenheiten es Ihnen schwer fällt, Nein zu sagen? z.B. Appell an das Ehrgefühl, Mitleidtour, schlechtes Gewissen…Welche Saboteure sitzen da auf Ihrer Schulter?

Verschaffen Sie sich mehr Freiraum – diese 3 Impulse helfen:

  • Üben Sie das Nein-Sagen in unwichtigen Situationen, damit Ihre Stimme fest klingt.

  • Begründen Sie das Nein nicht! Denn jedes Argument kann mit einem Gegenargument zerlegt werden.

  • Legen Sie sich eine Abwehrrhetorik zu, die Ihnen Zeit gibt, eine geeignete Antwort zu finden. Zum Beispiel: „Lassen Sie mich darüber nachdenken, ich melde mich morgen bei Ihnen.“ Dann melden Sie sich zuverlässig und sagen: „Das passt leider im Augenblick nicht, beim nächsten Mal gerne wieder.“

Denken Sie daran: Welche Menschen werden am meisten geschätzt? Sind es diejenigen, die immer springen? Oder diejenigen, die auch mal souverän Grenzen setzen? Fakt ist: wer immer lieb Kind ist, wird schnell nicht mehr ernst genommen und ausgenutzt. Schluss damit! Kommen Sie raus aus dem automatischen JA-Sagen, enttarnen Sie Ihre „Ja-Knöpfe“ und sagen Sie souverän NEIN.

Bitte schreiben Sie uns, wie das bei Ihnen ist. Gibt es da auch einen Knopf, den man nur zu drücken braucht, damit sie Ja sagen? In welchen (unwichtigen) Situationen wollen Sie ein Nein üben? Wir freuen uns auf viele Kommentare! Unser Wald soll wachsen!

P.S. Wie Sie Ihre „Knöpfe“ finden und damit Ihre inneren Widersacher, darum geht es in unserem neuen Online-Kurs „Innere Saboteure zu Freunden machen“ (nächster Kursstart: 17. Februar 2020).

Advent – Tun Sie sich und der Welt etwas Gutes

Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Tipps als Kommentar unter diesem Beitrag. Nach Weihnachten verlosen wir unter allen Kommentatoren Buch-Überraschungs-Pakete von GABAL und Campus, sowie eine Übernachtung für 2 Personen im Schlosshotel Oberambach. Die Spielregeln finden Sie hier.

 

Und noch mehr: mit unserem Online-Adventskalender möchten wir gemeinsam ein Zeichen FOR FUTURE setzen und lassen für jeden Ihrer Kommentare einen Baum pflanzen. Schaffen wir 5.000 Bäume? Bestimmt! Teilen Sie diesen Adventskalender mit anderen Menschen – gemeinsam haben wir die Power.

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Edelgard

ich glaube, zuerst muss ich mal zu meinen eigenen inneren Antreibern „Nein“ sagen. Sie meinen es ja nur gut, aber manchmal wäre mir lieber, sie trieben mich zu mehr Ruhe, mehr Zeit für mich an.

Amazone

Ich denke, diejenigen, die Nein sagen können, erhalten mehr Respekt von Anderen als diejenigen, die versuchen immer alles zu schaffen und zu machen, denn sie strahlen Selbstbewusstsein, Souveränität aber vor allem Ruhe aus. Man kann nicht alles schaffen. Im Alltag versuche ich zuerst sicher möglichst viel zu schaffen. Aber ich merke schnell, dass dann Vieles nur oberflächlich klappt und erledigt wird. Das ist nicht nur ineffektiv sondern macht mir persönlich keine Freude. Lieber verteile ich dann die Aufgaben, Erledigungen auf einen längeren Zeitraum oder lege fest, was geht und was nicht. Das ist ehrlich, realistisch, ich habe ein gutes Gefühl… mehr »

Phara

Du klingst sehr reflektiert liebe Amazone. Da kann ich mir wohl auch noch eine Scheibe von abschneiden. Besonders, was das „eins nach dem Anderen in Ruhe tun“ und fokussiert sein angeht. Danke fürs Teilen!

Sonja

Wenn ich selbst um mehr bitte, könnte ich vielleicht häufiger nein sagen… es ist so, dass wenn ich um etwas bitte, es wirklich wichtig ist. Dementsprechend projiziere ich das auf andere und sage dann schnell ja… Gute Freunde von mir wissen das zum Glück in beide Richtungen.

Rosa-Maria

Ein frohes „Nein, danke“ sagen zu können, ist ein gutes Ziel für das kommende Jahr.
Mit diesem Bild werde ich üben.

Bettina

bei genauerer Betrachtung gelingt mir das Nein-Sagen meist gut……
also muss ich es nur so beibehalten, denn im Grunde genommen bin ich schon der Typ, es allen recht machen zu wollen

Alexandra

Ich war fast immer höflich, freundlich, sehr hilfsbereit und bin irgendwann mal an einem Punkt angelangt, an dem mein Energielevel so Richtung Null ging. Ich hab dann überlegt, was / wer mir im Leben wichtig ist und erschreckenderweise festgestellt, dass auf dieser langen Liste das „Ich“ fehlt. Das zu ändern, was eine kleine Herausforderung, weil ich einfach gerne gegeben habe, aber halt auch oft festgestellt habe, dass dies einseitig ist. Mir einzugestehen, dass es in meinem Leben auch mal um mich gehen darf und das nicht gleich egoistisch sein muss, sondern einfach nur mit Selbstliebe beantwortet werden kann, hat gedauert.… mehr »

Paulina

Das klingt sehr reflektiert, da bist du offenbar schon einige Schritte weiter gekommen, gefällt mir 🙂

Dimitra

„Nicht alles was ich tun könnte muss ich auch tun.“ Puh, das hat für mich lange gedauert, an diese Erkenntnis zu gelangen! Es gelingt mir immer besser, gut für mich zu sorgen und dabei folge ich dem Grundsatz: „Ein Nein zu jmd. anderes ist ganz oft ein JA zu mir.“ Seit ich mir wichtig bin macht dieser Satz auch Sinn 😉

Katharina

Nein-Sagen war auch ein Riesen-Problem für mich, das ich Stück für Stück abbaue. Wenn jemand an mein schlechtes Gewissen appelliert, fällt es mir aber immer noch schwer beziehungsweise merke ich manchmal noch zu spät, dass ich wieder in die Ja-Sager-Falle getappt bin. Meist geht es darum, dass ich mich verantwortlich dafür fühle, wie sich jemand anders fühlt. Daher ist meine Aufgabe im Moment, mir in solchen Situationen zu sagen: „Das ist nicht mein Problem!“

Dorothea

Ja, das ist absolut „in“, der Appell, das Nein-Sagen zu üben.
Aber ebenso wichtig wäre das Training, ein Nein respektvoll zu akzeptieren.
Tatsächlich reagieren viele Mitmenschen äußerst gekränkt und böse, wenn sie ein Nein präsentiert bekommen.
Und mein Job ist es, gut abzuwägen, wessen Zorn ich mir ruhig einhandeln kann und wo ich lieber nicht riskiere, ausgegrenzt und angefeindet zu werden.
Und manchmal verkneife ich mir das Nein, um mein Gegenüber nicht zu bekümmern, weil ICH das nicht mag.
Ich tue es also meistens nicht um ihretwillen, sondern mir zuliebe, ob ich mir das Nein erspare oder es einfach postuliere..

Paulina

Das sind sehr wichtige Gedanken. Ein Ja ist oft das kleinere Übel. Wenn man ein Nein auch wirklich so meint und die Sache ist wichtig genug, lohnt es sich wahrscheinlich, genau zu schauen, wie man es respektvoll rüberbringen kann. Also zu üben, Nein zu sagen, ohne dass der andere glaubt zurückschlagen zu müssen. Da muss ich selbst noch sehr viel üben.

Phara

Auch eine sehr treffende Perspektive… Wenn ich es mir so überlege, war das bei mir auch schon oft die Motivation für ein Ja.

Alexandra

Toll auf den Punkt gebracht mit dem „Nein“ zu akzeptieren, ist auch eine Form von Respekt, die der Gesellschaft auch gut tun würde …

lena

…ich probiere in „unverfänglichen“ Situationen, Fragen, Entscheidungen ein „Nein“ zu antworten…und zähle dann innerlich von 10 runter, um gerade NICHT einen ellenlangen „Disclaimer“ hinterherzuschieben…manchmal funktioniert es 😉

Ute

Ich bin eigentlich auch eher der Ja-Sager-Typ und freue mich meistens, wenn ich weiterhelfen kann. Aber seitdem mein Nein-Sager-Zertifikat (clevere Idee, Cordula!) ständig sichtbar neben meinem Schreibtisch hängt, hat es mich schon vor manchem undankbaren JA bewahrt

Phara

Nein-Sagen fällt mir mittlerweile überhaupt nicht mehr schwer. Einzige Ausnahme: Ich kann das nein für mich selber nicht befriedigend begründen. Wenn ich nicht weiss, warum ich nein sagen möchte, dann fällt es mir schwer, eine Entscheidung zu treffen.

Natalie

Bei mir ist es eher so, dass ich zu viel „Nein“ gesagt habe in der Vergangenheit. Ich bin gerade dabei das „Ja“ zu üben. „Ja“ dazu neue Dinge auszuprobieren, „Ja“ zum positiven Denken, „Ja“ zum Hilfe anbieten.
Wenn ich „Nein“ sage, dann übe ich, mich nicht zu verteidigen. Und auch die Taktik, mir Zeit zum Nachdenken zu verschaffen finde ich sehr wertvoll!

Sophia

Dem kann ich mich nur anschließen, mir geht es genauso. Gib dem Ja eine Chance – Das sehe auch ich eher als mein Übungsfeld.

Paulina

Ich habe dieses Jahr ein ganz großes Nein gewagt und dabei festgestellt: wenn alle unter dem „Ich-kann-doch-auf-keinen-Fall-als–Einzige-ausbrechen-Syndrom“ leiden, machen oft alles etwas, das sie eigentlich nicht wollen. Jeder denkt dann still für sich: Wenn die andern nicht wären, würde ich ja ganz was anderes machen, aber die wollen das nun mal so. Klingt so ohne konkretes Beispiel jetzt etwas abstrakt, aber ist schon interessant.

Ute Liebhard

Das Nein auszusprechen löst manchmal ein inneres Rumoren aus – dann hinterfrage ich mich ob das Nein auch wirklich stimmt – dann geht es mir besser.
Ich habe die Ahnung, dass ich durchaus Luft nach oben haben mit den Neins – aber nein zu üben des Übungswillen – hmmm…..
nicht so wichtige Punkte suchen um nein zu sagen ist gerade herausfordernd.
Werde mal erforschen wo die Neinreise hin geht.

Claudine

Bei Fremden fällt es mir relativ leicht, Grenzen zu setzen. Schwieriger ist es schon gegenüber meinem Freund, da er dann oft stinkig reagiert.
Den Tipp, keine Begründung fürs Neinsagen hinzuzufügen, finde ich sehr hilfreich.

Barbara Engel

Für alle die Nein sagen lernen möchten:
Ich habe es bei Cordula im Zeitmanagement Seminar gelernt und sogar eine Bescheinigung darüber bekommen. Es ist gar nicht so schwer, auch wenn es anfangs echt ungewohnt ist.

Harmoniefimmel

Im rechten Moment ( das heisst meistens früher als später ) Nein sagen verhindert massiv Frust. Mein Harmoniefimmel hält mich zu häufig davon ab

Felicitas

Mein Sohn brachte mich eine Zeitlang schier zur Verzweiflung, weil er auf alle möglichen Bitten und Förderungen schnell JA sagte und dann nichts folgte- er wollte dem vermeintlichen Ärger durch ein NEIN aus dem Weg gehen- für mich viel schlimmer! Sehr heilsam insgesamt für mich, ich vermeide inzwischen weitgehend halbherzige vorschnelle JAs auch aus Respekt vor mir und dem Gegenüber, weil ich mich früher damit oft übernommen habe und dann aus dem JA für beide Beteiligte öfters auch nichts Gutes folgte. Erstmal mir Zeit zum Überlegen zu gestatten hat sich dabei als sehr hilfreich erwiesen, wenn ich merke, ich habe… mehr »

Martha

Möglichst bei seiner Ansicht bleiben, wenn man so gern ja sagt, das ist eine Herausforderung. Heute hat es geklappt, ich habe einer Kollegin einen Urlaubswunsch nicht genehmigt, weil Arbeitsgründe dagegen sprachen. Gar nicht angenehm, aber ich finde es im Interesse der Sache richtig. Also: Kopf hoch!
Eine junge Kollegin hatte ein großes Blatt an der Wand, auf dem stand: „hmmmmm – nein!“ Kann man also auch so üben.

Hans

Glücklicherweise habe ich frühzeitig gelernt „Nein“ zu sagen.
Um dies bei KollegInnen auch unterzubringen habe ich folgende Situation geschildert:
Wenn Du jemanden auf Dich zukommen siehst von dem du kennst, daß er etwas will wo du eher „Nein“ sagen solltest, dann muß Dir ein „Nein“ auf die Zunge springen.
Hilfreich ist auch ein Zettel mit einem großen „NEIN“ am Telefon.

Merke: Aus einem „Nein“ ein „Ja“ zu machen ist sehr einfach, aus einem „Ja“ ein „Nein“ zu machen sehr schwierig bis unmöglich.

Sigrid

ein so wichtiger Ratschlag und für mich ein wertvoller Vorsatz, das Nein ganz bewusst und klar zu üben und sich ein paar Floskeln zurechtzulegen, ohne zu Argumentieren.

Ina

Nein sagen… oh ja, das sollte man wirklich öfter. Ja sagen, weil es sich so gehört, oder weil man keine „passende Ausrede“ hat… schlimm. Ich bin froh, wenn ich mit Menschen zusammen bin, wo auf ein Nein keine Erklärung folgt. Das würde ich gerne auch im beruflichen Alltag nutzen können… daran muss ich aber noch arbeiten 🙂

Janine

Ich stimme Edelgard absolut zu. Nach außen fällt es mir immer einfacher, auch mal nein zu sagen. Meine Beziehung hat mich regelrecht dazu gezwungen, da ich viele Dinge der Harmonie willen und um zu gefallen getan habe, die mir eigentlich komplett gegen den Strich gingen und mich immer mehr gefrustet haben. Mein Freund hat nach 4 Jahren sehr daran zu knaubeln, dass ich jetzt oft nein sage, weil es mir nicht passt, ich es nicht will, es mich nicht glücklich macht oder einfach nur frustet. Aber sich ständig für andere zu verbiegen, das geht einfach nicht. Das macht einen krank.… mehr »

Bojo

Ich hätte gerne überhaupt mehr Situationen, zu denen ich Ja oder Nein sagen könnte. Ich selbst zerdenke Sachlagen oft, wenn ich Hilfe bräuchte, ob ich jetzt auch wirklich fragen sollte. Weil ich jederzeit helfen würde, unterstelle ich das auch allen anderen. Gleichzeitig möchte ich aber auch nicht zur Last fallen. Deswegen kostet es mich viel Überwindung überhaupt zu fragen. Daran übe ich noch.

Bojo

Wenn ich Nein sagen muss, dann zu meinen Kindern und auch nur in wichtigen Angelegenheiten (Straßenverkehr, Saft auf Teppich verteilen…). Mir ist es in der Erziehung wichtig zu überlegen, ob ich etwas ablehne, weil es wirklich nicht geht oder weil ich zu faul bin. Immerhin macht es mir mehr Arbeit, wenn mit Wasserfarben gemalt werden will oder die Kinder mitkochen wollen. Aber dafür habe ich ja Kinder bekommen, sonst hätte ich mir auch Puppen anschaffen können, die ich hübsch und ruhig in die Ecke setzen kann.