Ziele erreichen mit der PIDEWaWa-Methode

20. Juli 2015

Obwohl wir Kreative Chaoten nie um eine gute Idee verlegen sind, hapert es meist an der Umsetzung: Wie komme ich bloß ans Ziel? Häufig versanden dann gute Ideen in der Alltagswüste – schade eigentlich! Die PIDEWaWa-Methode kann helfen, unsere Wünsche und Visionen zu konkreten Zielen zu formulieren und wirklich umzusetzen. Wie geht das?

Machen Sie sich zunächst klar, ob Ihre neue Idee oder Ihr neuer Wunsch es wert ist, Zeit und Arbeit hineinzustecken. Brennen Sie dafür? Dann auf zur PIDEWaWa-Methode! Damit wird Ihnen der Weg zum Ziel viel klarer und leichter erscheinen!

P – Positiv: Formulieren Sie positiv
I – Ist-Zustand: Formulieren Sie in der Gegenwart und klar
D – Detailliert: Formulieren Sie konkret und messbar
E – Erreichbar: Suchen Sie sich realistische Ziele
Wa – Wann: Legen Sie einen Zeitrahmen fest
Wa – Warum: Begründen Sie, warum Sie ein Ziel erreichen wollen

P – Positiv: Formulieren Sie positiv

Meist fällt uns zuerst auf, was wir nicht mehr wollen: nicht mehr so beengt wohnen, nicht mehr diese alte Rostlaube fahren, nicht mehr so herablassend behandelt werden… Mit diesen Gedanken kommen wir allerdings nicht ans Ziel, denn unser Unterbewusstsein kennt das Wörtchen „nicht“ nicht. Ein beliebtes Beispiel: „Denken Sie jetzt nicht an einen rosa Elefanten.“ Oder „Ich will nicht mehr rauchen.“ – schon hüpft ein kleiner rosa Elefant vor unserem inneren Auge und die Zigarette glimmt verlockend.
Ein weiterer Nachteil von negativen Formulierungen: Sie sind nicht zielgerichtet und motivieren daher nicht zum Handeln. „Ich will in der Arbeit keine langweiligen Aufgaben mehr bekommen“ Ja, schön. Und nun? Fragen Sie sich in dieser Situation: „Was stattdessen?“ Und notieren Sie das als Ihr Ziel: „Ich will neue, spannende Aufgaben von meinem Chef bekommen.“ Merken Sie den Unterschied? Bei positiven Aussagen ist der nächste Schritt ganz klar – dem Chef von Ihrem Unmut erzählen – bei einer Negativformulierung hingegen nicht.

I – Ist-Zustand: Formulieren Sie in der Gegenwart und klar

Ich werde, würde, könnte, … Solche unsicheren Formulierungen motivieren uns nicht zum Handeln! Sagen Sie lieber „Ich bin …“, „Ich tue …“ Dann haben Sie das erreichte Ziel bereits vor Augen. Vermeiden Sie Einschränkungen wie „manchmal“, „vielleicht“ oder „eigentlich“. Das sind Erfolgskiller, die sofort Ihre inneren Widersacher aktivieren und einen Scheunentor für unseren inneren Schweinehund öffenn.

D – Detailliert: Formulieren Sie konkret und messbar

Im klassischen Effektivitäts-Management sagen die Experten: Je konkreter Sie Ihr Ziel formulieren, desto genauer können Sie Ihre ersten Schritte planen und gehen. Zu vage Formulierungen bringen Sie nicht in die Gänge.

Ein Beispiel für schwer und für gut erreichbare Ziele:

  • Schlecht: Ich gehe öfters mal schwimmen.
  • Besser: Ab Montag gehe ich jeden Montag ab 18 Uhr ins örtliche Hallenbad und schwimme zügig 30 Minuten. Ich steigere mich auf 60 Minuten bis Jahresende.

Ja, es kann sein, dass Sie durch solche detaillierte Vorstellungen tatsächlich ins Handeln kommen. Je höher Ihr kreativ-chaotischer Anteil jedoch ist, desto eher geht Ihnen alleine beim Formulieren dieses Ziels bereits die Motivations flöten. Weil es sie so einengt.

Deshalb: passen Sie den Grad der Detailliertheit an Ihren persönlichen „Prickel-Faktor“ an. Formulieren Sie so detailliert, wie es Ihnen einen Power-Schub versetzt – oder so vage. Wichtig ist in erster Linie, dass wir ein BILD in unserem Kopf sehen, was wir genau tun. „Ich gehe einmal die Woche schwimmen“ ist ein klares Bild – und das kann völlig ausreichen.

Manchmal kann es jedoch fast noch mehr Erfolg bringen, wenn Sie vage bleiben. Wenn Sie z.B. sagen: „Ich bewege mich jeden Tag ein paar Minuten intensiv.“ Denn dann könnten Sie bei Ihrem nächsten Einkaufsbummel einen strammen Schritt vorlegen und ein paar Bizeps-Trainings-Einheiten machen mit den Einkaufstüten. Sie kommen dadurch auf die Idee, die Treppe statt den Lift zu nehmen. Oder mal eine Station früher aus dem Bus auszusteigen. Je vager wir formulieren, desto mehr Möglichkeiten der Umsetzung

E – Erreichbar: Suchen Sie sich realistische Ziele

Theoretisch ist alles möglich auf der Welt. Scheuen Sie also nicht davor zurück, sich große, spannende Ziele zu setzen. Das motiviert und treibt an! Lassen Sie sich von Pessimisten nicht verwirren und denken Sie positiv – als Kreativer Chaot ist das ja keine schwere Übung. Müssen Sie darauf achten, dass Ihre Ziele realistisch bleiben? Ich glaube nicht! Denn ich habe in meiner nun fast schon 20jährigen Tätigkeit als Coach noch nie (!) einen Klienten gehabt, der etwas völlig unrealistisches notiert hatte. Im Gegenteil: es geht sehr viel mehr, als wir immer denken. Ja, vielleicht brauchen wir ein wenig mehr Zeit, um diese „Spinnerei“ zu realisieren (siehe nächster Punkt). Oder wir schaffen es mit Querdenken. Ich bin sicher, was Sie für sich notieren – es ist machbar!

Wa – Wann: Legen Sie einen Zeitrahmen fest

Bis wann Sie welches Ziel erreichen wollen, bestimmt maßgeblich, wie schnell und intensiv Sie Ihr Ziel in Angriff nehmen. Große Ziele brauchen eben ein wenig mehr Zeit, kleine Vorhaben können wir ziemlich schnell realisieren.

Damit Ihr innerer Schweinehund bei langfristigen Projekten nicht merkt, dass nichts eilt und sich gemütlich einkuschelt, zerlegen Sie Ihre große Idee doch ein kleine Häppchen. Oder um im Bild aus meinem Buch und eCoaching „Geht ja doch“ zu sprechen: welche Inseln wollen Sie anlaufen, auf Ihrer Paddeltour durch Ihren Ozean? Zwischen-Inseln sind genial, damit Sie voller Selbstvertrauen Ihre Paddeltour überhaupt anpacken. Außerdem bringen Zwischen-Inseln das Schönste im Leben: die Belohnung.

Wa – Warum: Begründen Sie, warum Sie ein Ziel erreichen wollen

Wer sich klargemacht hat, warum er bestimmte Dinge erreichen will, der spürt wesentlich mehr Kraft und Entschlossenheit. Laut dem amerikanischen Autor Charles Garfield entspringen 80 Prozent unserer Motivation dem Warum und nur 20 Prozent dem Was und Wie. Wenn Sie sich über den Grund nicht vollkommen klar sind, überlegen Sie sich:

  • Ist es ein Alibi-Ziel, das Sie sich nur vornehmen „weil man doch Ziele braucht“ (denken Sie an die Flops der Neujahrs-Vorsätze)?
  • Ist es Ihr eigenes Ziel oder ein fremdes (etwa von Eltern, Partner, Kollegen oder der Gesellschaft)?
  • Ist es vielleicht nur ein 50:50-Ziele („Es wäre nett, wenn ich Spanisch könnte, aber wenn ich es nicht kann, ist es auch nicht schlimm“)
  • Möchten Sie mit Ihrem Ziel anderen etwas beweisen?

Hören Sie auf Ihre innere Stimme. Was sind Ihre Bedürfnisse? Was tut Ihnen gut?

Und dann?
Wenn Sie alle PIDEWaWa-Fragen beantwortet haben, schreiben Sie diese ausformulierten Sätze auf ein Blatt Papier. Oder basteln Sie sich eine Collage mit bunten Bildern, die Ihr Ziel darstellen. Hängen Sie diesen Zettel so auf, dass Sie ihn täglich sehen. Das hilft, um am Ball zu bleiben!

Dieser Artikel ist super - den will ich meinen Freunden zeigen!

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