Das perfekte Herz – eine Adventsgeschichte

3. Dezember 2017

Adventszeit ist Geschichtenzeit – lassen Sie sich berühren!

„Ein junger Mann stand eines Tages auf einem Platz in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz der ganzen Stadt habe. Viele Menschen versammelten sich um ihn und alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es hatte keinen Fleck und keine Fehler. Alle versammelten Menschen gaben ihm recht. Es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten.

Der junge Mann war sehr stolz und prahlte laut mit seinem schönen Herz. Plötzlich tauchte ein alter Mann auf und sagte: „Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön wie meines.“

Die versammelte Menge und der junge Mann schauten auf das Herz des alten Mannes. Dieses schlug kräftig, aber es war voller Narben. Es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken. An einigen Stellen waren tiefe Furchen, und es fehlten sogar ganze Teile. Die Leute starrten ihn an: „Wie kannst du behaupten, dein Herz sei schöner?“

Der junge Mann schaute auf das Herz des alten Mannes, sah dessen Zustand und begann laut zu lachen. „Du musst scherzen“, sagte er. „Dein Herz mit meinem zu vergleichen. Mein Herz ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Furchen.“

„Ja“, sagte der alte Mann, „deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen.“ Die Menschen lauschten gespannt, als der Alte weitersprach: „Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es meinen Mitmenschen und oft geben sie mir dann ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle bei mir passt. Aber weil die Stücke nicht genau gleich sind, habe ich einige grobe Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der Andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen. Erkennst du jetzt die wahre Schönheit?“

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an und setzte es in sein Herz. Dann nahm er ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde im Herzen des jungen Mannes. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich herzlich und Seite an Seite gingen sie weg – und ließen die betroffene schweigende Menge zurück.“

Autor leider unbekannt.

Ihr Advents-Impuls:

Richten Sie heute den Blick auf das Unperfekte, auf das Echte und Menschliche. Wo können Sie heute liebevoller mit sich und anderen sein, weil Sie nicht (mehr) nach dem Perfekten streben. Und schildern Sie uns unten als Kommentar, wo Ihnen „gelebt und echt“ viel besser gefallen hat als „perfekt“.

Mitmachregeln – so geht es: Posten Sie Ihre Ideen bis heute Nacht 23.59 Uhr als Kommentar (gerne unter Pseudonym). Unter allen Tages-Postings verlosen wir Ende Dezember einen Übernachtungsgutschein im Traumhotel Schlossgut Oberambach, sowie drei Büchergutscheine. Außerdem spende ich für jeden Kommentar einen Euro zugunsten „Ärzte ohne Grenzen“ und zugunsten der gemeinnützigen Gesellschaft Charakerköpfe.org, die Erfolgswissen für jeden zugänglich machen will.

Lust auf einen „perfekten“ Moment? Dann schauen Sie sich das offizielle Video zum Song von Ed Sheeran an 🙂

 

 

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9 Kommentare
Yves

Dieses Wochenende singe ich in einem Workshop mit. Wir haben Spaß am gemeinsamen Singen, auch wenn nicht jeder immer die vorgegebene Stimme singt, sondern seine eigene Version der jeweiligen Stimmlage entwickelt. Heute kommen wir dann auf eine gemeinsame Version (so wie sie vom Chorleiter gedacht war) zurück, wobei teilweise noch eigene Versionen einfließen. Das macht so viel Freude und bereichert alle Teilnehmenden! Es ist nicht perfekt, aber gerade das macht es so großartig!

Mit diesem großaartige Gefühl und etwas Neuschnee starte ich in einen winderbaren 1. Advent, den ich euch allen auch wünsche!




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Sabine

Danke für diese herzenswarme Geschichte. Sie führt mir vor Augen, wie gnadenlos ich manchmal bin. Ich wünsche mir mehr Mitgefühl für andere. Diese liebevolle Geschichte hilft dabei.




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Regina's Nähküche

Ich durfte in den letzten 4 Monaten mit einem jungen Kollegen zusammenarbeiten bei der Führung eines Jugendgästehauses. Er war neu, aber sehr „gelehrig“ in diesem Metier, ich arbeitete da schon seit 4 Jahren auf Minijob-Basis. Wir haben gemeinsam viele Hürden und Klippen gemeistert, jeden Tag gabs neue Überraschungen. Von perfekt keine Spur, aber wir haben immer versucht, das Beste daraus zu machen und vor allem, wir habens immer mit Humor genommen. So viel gelacht wie in dieser Zeit hab ich selten!
Das Jugendgästehaus wurde im letzten Monat aufgelöst und das Inventar verkauft, unsere Wege trennen sich wieder. Auch ich hab ein Stück von meinem Herzen hergegeben.




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Dorothea

Ich habe heute mit den Enkeln (3 und 4 Jahre alt) den Adventsschmuck hergestellt.
Unperfekt, weil viel zu spät.
Aber erst heute passte der Zeitpunkt für alle Beteiligten.
Wir haben „Grünzeug“ gebunden und den Schmuck angebracht.
Das Gebundene ist ruppig und unregelmäßig,
der Schmuck völlig überladen und der Stil ist wild durcheinander.

Aber es hat SO Spaß gemacht
und sie sind SO stoöz darauf ! ! !




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Barbara Engel

Ich habe gestern das erste Mal einen Adventskranz selbst gewickelt. Absolut nicht perfekt aber selbst gemacht und das hat sich richtig gut angefühlt.




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Anna

3. Türchen
Wir sind doch alle perfekt.
Genauso wie wir sind.
Ich bin täglich unperfekt perfekt.
Oder perfekt unperfekt?
Nun ja, ich handle sehr oft vom Bauch und vom Herzen und mein Kopf meint manchmal, dass das aber nicht perfekt war. 🙂
Egal, Hauptsache mein Herz geht auf.

Einen beseelten unperfekten perfekten 1. Advent.
Oder doch perfekt unperfekt?




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Alabaster

Was ist schon perfekt?

Klar wünscht man sich immer mal wieder alles perfekt zu haben.
Aber das Unperfekte ist meistens viel schöner, gibt Freiheit, Kreativität und nimmt den Stress. Da kann ich dann mit leben, nicht alles so perfekt zu haben.




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Ina

oh ja…
Perfektionismus habe ich abgeschworen, zum Glück. Ich genieße unperfekte Augenblicke 🙂 und setze mich nicht unter Druck.
Das ist eines der Geschenke, die ich mir selbst machen konnte. Und es fühlt sich gut an 🙂




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Traveller

Ich möchte Aufgaben, die ich übernommen habe, gerne möglichst perfekt erledigen. Inzwischen habe ich gelernt, dass das letzte i-Tüpfelchen unverhältnismäßig viel Energie kostet – und kann mir erlauben, es unter den Tisch fallen zu lassen. Das fällt den wenigsten auf. 🙂




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