8 Fragen, mit denen Sie sich von unerwünschten Klammer-Affen befreien

22. Oktober 2017
klammer-affe, klammeraffe, minuten, manager, gefälligkeiten, nein sagen,

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wieviele Klammer-Affen auf Ihrer Schulter sitzen? Wieviele Aufgaben, Gefälligkeiten und Probleme, die im Kern überhaupt nicht Ihre Baustelle sind, auf Ihrer Agenda stehen? Dumm nur, wenn wir unter dem Gewicht in die Knie gehen. Zeit, etwas dagegen zu tun!

Kreative Chaoten sind offen für Neues. Sie sind aufgeschlossen, neue Themen zu entdecken. Sie übernehmen gerne Aufgaben, bei denen sie bislang Unbekanntes lernen. Und weil sie oft auch sehr hilfsbereit sind, haben sie schneller neue Aufgaben im Nacken sitzen als es ihnen gut tut. Klar – neue Dinge entdecken macht Spaß. Anderen Leuten helfen auch. Doch wie oft haben Sie schon abends festgestellt, dass sie vor lauter „fremden“ Aufgaben, Gefälligkeiten und fremden Problemen gar nicht zu dem kamen, was Sie „eigentlich“ erledigen wollten?

Das Klammer-Affen-Phänomen: wer ständig die Probleme anderer übernimmt, übernimmt sich

Im Buch „Der Minuten-Manager und der Klammer-Affe“ skizzieren die Autoren Kenneth Blanchard, William Oncken Jr. und Hal Burrows ein schönes Bild, für die vielen ungefragten To-Do´s, die uns täglich „anspringen“. Die Autoren bezeichnen neue Aufgaben, sowie jeden weiteren Schritt, der in Zusammenhang mit einer Aufgabe zu erledigen ist, als „Klammer-Affen“, der uns auf die Schulter springt. Je mehr Aufgaben wir haben, desto mehr Affen sitzen auf unserer Schulter. Entsprechend formulierten sie auch die Frage: „Management Time: Who’s Got the Monkey“ und sprechen von „Monkey-Business“.

Beispiel: Sie haben in meinem BLOG vielleicht den neuen Beitrag über die „Innere Kündigung“ der Berufstätigen gelesen und erzählen einem Bekannten davon. Der ist begeistert, und Sie versprechen, ihm den Link zu schicken. Ihn (und mich auch 🙂 ) freut das natürlich sehr – aber „Hüpf“ – schon haben Sie den Klammer-Affen „Link schicken“ auf Ihrer Schulter.

Das scheint Ihnen jetzt vielleicht nicht sonderlich viel, aber bis zum Ende der Woche haben Sie sich schnell mal 20 Klammer-Affen auf Ihre Schultern geladen (Ja, ich kümmere mich um den Mietwagen im Urlaub. Ja, ich brenne die CD mit den Netzwerktreffen-Fotos. Ja, ich stelle einen Kontakt zwischen zwei Bekannten her…..) Sie kennen das sicherlich: wir übernehmen zu viele Gefälligkeiten und Kleinkram-Aufgaben. Dann ackern wir To-Do für To-Do ab, die Last der Klammer-Affen erdrückt uns schier – und unsere wirklich wichtigen Aufgaben bleiben liegen.

Zusätzlich dumm daran: andere Menschen können mit ihrer Arbeit manchmal so lange nicht weitermachen, bis Sie Ihren Part erledigt haben – und damit blockieren Sie auch die Arbeit der anderen und produzieren Leerlauf. Berufstätige kennen das, wenn Sie von Kollegen oder Vorgesetzten eine Auskunft brauchen. Der andere verspricht, Ihnen die Info asap zukommen zu lassen – tut es aber nicht. Und so ist es auch umgekehrt: je mehr kleine Gefälligkeits-Klammer-Affen Sie sich auf die Schulter laden, desto mehr blockieren Sie unter Umständen andere Menschen, wenn Sie nicht sofort die gewünschten Sachen liefern.

Seien Sie nett und hilfsbereit – aber entscheiden Sie bewusst

Bitte verstehen Sie mich richtig: es geht mir NICHT darum, dass wir keine Mini-Aufgaben mehr übernehmen, dass wir keine netten, hilfsbereiten Menschen mehr sind. Im Gegenteil: anderen Menschen helfen mit einer Info, einem Kontakt, einem Handgriff, das macht nicht nur den anderen glücklich, sondern auch uns selbst. „Helfen macht glücklich“ haben zahlreiche Studien bewiesen. Und Glück, das wir austeilen, kommt mannigfach zu uns zurück.

Mir kommt es auf den Aspekt des bewussten Aufgaben-Übernehmens an. Haben Sie alle Zeit der Welt, dann nehmen Sie so viele Klammer-Affen wie Sie tragen können auf Ihre Schultern. Merken Sie allerdings, dass die Last der Affen bereits extrem viel wiegt, dann entscheiden Sie bewusst, wie Sie mit all Ihren Klammer-Affen umgehen wollen.

Das Bild der Klammer-Affen half mir persönlich vor Jahren, als ich das Buch zum ersten Mal las, endlich mein Überlastungs-Phänomen plakativ zu erkennen. Und bewusst zu sehen: besser ist es, den ein oder anderen Klammer-Affen gar nicht erst auf die Schulter zu lassen. So stelle ich mir seitdem bei Aufgaben, Gefälligkeiten und Angeboten, die in meine Nähe kommen, einen Klammer-Affen vor (kleine Aufgabe= kleines Äffchen, große Aufgabe = Riesen-Gorilla), und kann besser abwägen, „will ich den wirklich auf die Schulter nehmen oder lieber nicht?“

Mit 8 Fragen das „Monkey-Business“ richtig machen

  1. Überlegen Sie bei neuen Aufgaben oder möglichen Gefälligkeiten genau „Will ich wirklich diesen Klammer-Affen auf meine Schulter lassen?“ Oder kann der Klammer-Affe beim anderen landen, weil er sich beispielsweise den Beitrag im BLOG selbst googlen kann?
  2. Fragt der andere tatsächlich um Unterstützung? Oder habe ich in vorauseilendem Gehorsam einfach mal wieder wie üblich meine Schulter angeboten?
  3. Ist das Übernehmen der Gefälligkeit mein Service-Gedanke, der mich langfristig erfolgreich macht? Oder schieße ich übers Ziel hinaus?
  4. Versucht hier gerade jemand, seinen eigenen Klammer-Affen elegant auf meiner Schuler abzuladen? Obwohl das definitiv seine, und nicht meine Aufgabe ist?
  5. Ist der Klammer-Affe, der gerade versucht auf meine Schulter zu kommen, eine Aufgabe, die ich an jemanden delegiert hatte, und die derjenige jetzt an mich „rück-delegieren“ will?
  6. Wo ist für mich die Grenze zwischen „gemocht werden“ (und damit zahlreiche Klammer-Affen auf die Schulter zu nehmen) und mich mit fremden Dingen zu überlasten?
  7. Wo ist für mich die Grenze zwischen „Everybodys Daling“ und „Everybodys Depp“?
  8. Fühle ich mich derzeit fit uns leistungsfähig? Oder bin ich zunehmend müde und „leer“?

Überlegen Sie in der Ruhe, welche Klammer-Affen Sie ab sofort nicht mehr auf Ihre Schultern lassen. Und gewinnen Sie damit erheblich Zeit- und Spielraum für die wirklich wichtigen Aufgaben und Ihre Erholung.

Viel Erfolg!

Dieser Artikel ist super - den will ich meinen Freunden zeigen!
Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

3 Kommentare
TimeTac

Hallo,

ja, man sollte die selbständigen Fähigkeiten von anderen nicht unterschätzen und sein eigenes Zeitmanagement nicht überschätzen 😉

Beste Grüße!
TimeTac

Antworten
Dimitra

Liebe Cordula, vielen Dank für die Visualisierung!
leider bin auch ich eine tolle… Affenmutter, d.h. viele niedliche und lästige kleine Klammer-Affen lade ich im Verlauf eines Tages/einer Woche auf meine Schultern. Doch allein schon indem ich ein Bild vor Augen habe hilft es mir zu erkennen, ob es sich bei der Gefälligkeit um einen Klammer-Affen oder um wirklich eine kleine Sache handelt. Mal schauen, ob ich diese.. Sensibilisierung beibehalten kann – das wäre ein toller Anfang für mich 🙂

Antworten
Nina Graber

Ich finde das Beispiel total schön mit dem Klammeraffen.

Da habe ich gerade auch daran gedacht: Dauer-JA Sager. Und wie oft wollen wir einfach nicht nein sagen. Allerdings kommt da doch die Frage:
Wer ist die wichtigste Person in deinem eigenen Leben?
Und das hast du mit diesen Fragen sehr sehr gut dargestellt.

Toller Beitrag 🙂

Antworten
Klicke hier, um einen Kommentar hinzufügen

Hinterlasse einen Kommentar: