Die Qual der Wahl

7. Dezember 2017

Viele Menschen entscheiden nicht gerne. Manchmal, weil es ihnen irgendwie egal ist. Doch wer sich nicht entscheidet, muss das nehmen im Leben, was er bekommt. Und dabei schmerzlich lernen: „Egal ist PINK!“ – so wie dieser junge Mann.

Ein Bekannter erzählte mir von der besten Freundin seiner Mutter. Sie arbeitete im Vertrieb eines Brillenherstellers. Immer wenn sie auf ih­ren Vertriebstouren in Bayern unterwegs war, hat sie für ein paar Tage bei ihnen gewohnt. »Eines Abends hat sie in unserem Wohnzimmer einen großen Koffer mit der neuen Sonnenbrillenkollektion aufgemacht. Das waren echt wilde Brillen, in knallbunten Farben, neonfarben, knallgrün, rot, gelb – ein richtiger Hingucker. Ich war damals 14, fand die echt cool und schaute wohl begehrlich. In Gedanken malte ich mir schon aus, wie ich mit so einem ultramodernen Teil auf der Nase den Schulhof betrete, alle schauen mich an. Mutters Freundin konnte wohl Gedanken lesen, denn sie fragte mich, ob ich eine haben wolle. Ich nickte begeistert. ›Welche Farbe willst du denn gerne haben?‹, fragte sie mich. Ich zögerte. Ich haderte. Und schließlich sagte ich: ›Egal.‹ Zielstrebig griff die Freundin meiner Mutter in den Koffer. ›Egal ist pink‹, sagte sie und gab mir eine pinkfarbene Brille. Entsetzt schaute ich sie an. Pink! Ich konnte doch unmöglich mit einer rosa Brille bei meinen Freunden auftauchen. Da würde ich ja zum Gespött der ganzen Schule. Ganz die Ruhe selbst, klappte sie den Koffer wieder zu. Dann schaute sie mich an und sagte: ›Wenn du nicht weißt, was du willst, dann musst du das nehmen, was eben kommt. Egal ist pink!‹“*

Entscheiden zu dürfen, ist ein Privileg! Nutzen Sie es 🙂

* Quelle: „Geht Ja doch! Wie Sie mit 5 Fragen Ihr Leben verändern“ – Das Buch, S. 151. Bei Ihrem Buchhändler. Und natürlich auch online zu bestellen bei: amazonebook.de, buecher.de, thalia.de, hugendubel.de

Ihr Advents-Impuls:

Auch zu Weihnachten heißt es, viel zu entscheiden: Geschenke, Essen, Rituale, Feiern und und und. Wo haben Sie einmal „Pink“ erlebt, und was haben Sie dann bekommen? Teilen Sie gerne Ihre Erlebnisse rund um Weihnachten, oder auch solche, die Ihnen während des Jahres passiert sind. Wir freuen uns!

Mitmachregeln – so geht es: Posten Sie Ihre Ideen bis heute Nacht 23.59 Uhr als Kommentar (gerne unter Pseudonym). Unter allen Tages-Postings verlosen wir Ende Dezember einen Übernachtungsgutschein im Traumhotel Schlossgut Oberambach, sowie drei Büchergutscheine. Außerdem spende ich für jeden Kommentar einen Euro zugunsten „Ärzte ohne Grenzen“ und zugunsten der gemeinnützigen Gesellschaft Charakerköpfe.org, die Erfolgswissen für jeden zugänglich machen will.

 

 

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17 Kommentare
Jafabe

A: „Was machst du auf deiner Reise?“
B: „Freunde besuchen.“
A: „Und an Sehenswürdigkeiten?“
B: „Keine Ahnung, entscheide ich vielleicht vor Ort“

Person B war ich selber auf einer einwöchigen Weihnachstreise und habe es genossen mal nur für die passende Kleidung jeden Tag zu entscheiden.




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Sabine

Gestern beim Greulich-Wichteln: ich bekam eine Schneemann-Kerze und einen Schlips mit Weihnachtsmann. Aber wir haben Tränen gelacht…




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Ulrike

Ich erlebe es leider häufiger, dass Dinge weg sind, weil ich mich so schwer entscheiden kann: Der schöne Schal, das gemütlichste Urlaubsappartement, ein Kunstbuch – vergriffen, ausverkauft, hat ein anderer schneller gebucht. Nur bei der Partnerwahl hatte ich kein pink. Da habe ich die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt getroffen.




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Sara Pintsch

Entscheidungen zu treffen ist fällt nicht immer leicht . Eigentlich ist es ja auch nur die Angst vor der Reaktion der anderen . Gefällt ihnen was wir schenken?
Falls ich mal wieder nicht ins schwarze getroffen habe , dann ist es mir eben PINK egal




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Martina

Hier kommt von mir der Klassiker: Es kommt darauf an.

In der Tat gibt es bei mir einiges, wo ich mich schwer entscheiden kann. Wenn ich Pech habe, ist es dann auch zu spät. Da gibt es halt Pink.

Meistens kann ich mich aber durchaus gut entscheiden. Ob die Entscheidung am Ende die richtige war, ist aber wieder etwas Anderes. Schließlich ändern wir uns alle auch. Da kommt es dann vor, dass eine Entscheidung von früher plötzlich nicht mehr passt. Aber gut ist: Es gibt auch (fast) nichts, was sich nicht ändern ließe. Das ist einfach eine neue Entscheidung.




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Silvia Wolle

Beim Anti-Wichteln habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass PINK nicht für alle dasselbe ist 😉

Man muss sich bei Entscheidungen vor Augen führen, dass sie nicht in Stein gemeisselt sind. Ein Leben ohne Entscheidungen, wenn sie auch falsch waren, ist eine Reise ins Nirgendwo bzw. ein Treten auf der Stelle.




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Antje Boerner

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass keine Entscheidung immer die schlechteste Wahl ist.
Und als Tipp für Unentschlossene: zur Not greife ich einfach zum Würfel und lasse das Schicksal entscheiden – das funktioniert super!




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Anke

Jeder trifft Entscheidungen unterschiedlich. Mein Mann sucht auf einem Parkplatz mindestens einmal rum, um den besten Platz zu finden. Und es könnte ja immer noch einen besseren geben. Ich nehme den ersten, der sich mir anbietet.
Auch im Leben habe ich mit schnellen Entscheidungen aus der Situation heraus meist gute Erfahrungen gemacht. Auch bei der Jobwahl. Ich habe es bis heute nicht bereut, und ich bin zuversichtlich, dass dieses spontane Entscheiden mir auch weiterhin gute Situationen ermöglichen wird.

Ich wünsche allen einen schönen 7. Dezember! 🙂




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Britta Scholten

Mir hat mal ein Gedanke aus einem Buch geholfen (leider kann ich mich weder an Titel noch an den Autor erinnern): Jede Entscheidung hat ihren Preis. Und sich nicht zu entscheiden, ist auch eine Entscheidung – die dann eben auch ihren Preis hat.




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Julia Kunz

Ich habe neulich einen guten Spruch gelesen:

„Entscheidungen bedeuten Fortschritt.“

Der hängt jetzt vor mir an der Wand in meinem Büro und ist ungemein hilfreich.
Privat versuche ich, das auch meinen Kindern zu vermitteln: Wer nicht entscheidet, für den entscheiden die anderen – egal ist pink, genau.




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Dimitra

Super Geschichte! Ja, ich bekenne: PINK hatte ich schon ein paar Mal dabei in meinem Leben. An sich konnte ich dann aber gut damit umgehen – hätte ich mich entscheiden können wäre das ja nicht passiert… Manchmal tue ich mich wirklich sehr schwer mit Entscheidungen. Dann stelle ich dem nächsten Besten die Frage: „a“ oder „b“ und nehme ohne mit der Wimper zu zucken die Antwortvorgabe – mein … Würfel kann atmen und sprechen 😉 Erst gestern konnte ich mich nicht wirklich zwischen zwei Outfits (Kleid oder Hose) entscheiden. Ich fragte meine Tochter nach der A/B Methode und dann bekam ich das Hosenoutfit 🙂




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Dorothea

Ach ja.
Und heute werden alle Mädchen automatisch auf pink getrimmt.
Selsbt Lego-Duplo Grundkästen gibt es für Mädchen. Da sind dann ein paar pinkfarbene Steine dabei . . .

Aber jetzt zum Thema:
Ich habe im Laufe der Zeit gelernt, wie man seine Wünsche äußern und seine Entscheidungen treffen muss, um das zu bekommen, was man will.

Aber dann ist mir klar geworden, dass jede Entscheidung, die ich selbst treffe, meinen Vorlieben, meinen Erfahrungen, meinen Erwartungen entspricht und ich so immer im eigenen Saft brate.

Manchmal ist es viel spannender, Dinge offen zu lassen und zu schauen, welche unbekannten neuen Welten sich auftun.




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Regina

Ich hab die Geschichte grad meiner 12jährigen Tochter vorgelesen, die sich auch immer sehr schwer entscheiden kann – sie sagt allerdings selten „egal“. Wenn ich ihr helfen soll bei der Entscheidung für dies oder das, ihr einen Tipp gebe – nimmt sie meist genau das andere :-).
Ich musste mich neulich zwischen zwei Arbeitsstellen entscheiden, auch nicht ganz einfach, ich ließ dann den Kopf entscheiden, nicht den Bauch – „egal“ gabs in diesem Fall nicht! Und ob die Entscheidung richtig war, wird sich erst in ein paar Wochen rausstellen, und das ist nicht sicher, denn ich hab ja nicht den unmittelbaren Vergleich.
Ich hab mir angewöhnt, zu meiner Entscheidung zu stehen. Meistens kann man es eh nicht mehr ändern.




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Alabaster

Ich habe wenig Probleme mich zu entscheiden, das kann und tue ich, aber es gibt Situationen, wo eine schnelle Entscheidung nicht sinnvoll ist. Mache Dinge müssen eben reifen. Das eine vom Anderen zu unterscheiden, ist die Kunst.




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Rosa-Maria

Manchmal ist Pink eben auch der Knaller!
Doch im Regelfall treffe ich gern und leicht Entscheidungen – meistens aus dem Bauch heraus…
doch es gibt, wie Alabaster schon erwähnt hat, auch die Entscheidungen die Zeit brauchen um gut überdacht, gut nachgespürt getroffen zu werden.




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Yves

Ich liebe schnelle Entscheidungen. Ewig hin und her überlegen, wenn ich nicht alle Konsequenzen meiner Entscheidung kenne (also fast immer) sind für mich Zeitverschwendung. Wenn ich eine falsche Entscheidung getroffen habe, entscheide ich mich eben um oder finde einen neuen Weg. Umwege erhöhen die Ortskenntnis! Und manchmal wird mir erst Jahre später klar wofür das eine oder andere gut war, was ich früher (vermeintlich falsch) entschieden habe.




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Ina

ja entscheiden. Das fällt mir eigentlich schon leicht.
Oft ist es mir aber auch nicht wichtig, da ist das eine so gut wie das andere.
Ob eine Entscheidung wirklich falsch war, weiß man im Grunde ja nicht. Denn je nach dem, werden andere Ereignisse in Gang gesetzt.
Vielleicht bin ich deshalb eher entspannt, weil jede Entscheidung eine aktive Beteiligung am eigenen Leben ist. Und das ist immer gut 🙂

Das mit „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“ gefällt mir unheimlich gut 🙂 danke Yves!




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