Buch-Tipp: Leise Menschen – gutes Leben

13. November 2017
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Brauchen introvertierte Menschen andere „Rezepte“, um glücklich zu sein? Um ein erfülltes Leben zu leben? Autorin Sylvia Löhken sagt „ja!“. Und legt in „Leise Menschen – gutes Leben. Das Entwicklungsbuch für introvertierte Persönlichkeiten“ dar, warum das so ist.

Sie kennen mein Credo „Es gibt nicht DEN Weg zum persönlichen Glück. Es gibt IHREN Weg – und damit sehr viele verschiedene, individuelle Wege!“ Sylvia Löhken, Expertin für die „leisen Menschen“, bringt seit Jahren dazu eine zusätzliche Facette unserer Persönlichkeit ins Spiel. Denn es macht einen riesen Unterschied, ob ich eher der extrovertierte oder eher der introvertierte Mensch bin. Auch hier gilt (wie bei den Kreativen Chaoten oder den Systematikern): es gibt kein „besser“ oder „schlechter“, es gibt ein „anders“.

Introvertierte fühlen sich in unserer „lauten“ Welt oft falsch

Und diesem „anders“ mal genauer nachzugehen, das lohnt sich. Denn wie oft fühlen sich Introvertierte „falsch“, weil sie lieber alleine zuhause mit einem guten Buch sitzen, als mit Freunden auf dem Volksfest. Weil Sie lieber alleine einen Zug früher zur Tagung nehmen, als mit den Kollegen fünf Stunden Pflicht-Small-Talk zu machen.

Sie mögen beides? Alles zu seiner Zeit? Prima, dann geben Sie beiden Persönlichkeitsanteilen jeweils Raum! Mit GUTEM Gewissen. Denn darum geht es ja – dass wir so leben, wie es zu uns passt, und ein gutes Gefühl dabei haben. Ich hatte das lange nicht. Hatte mich als sehr extrovertiert gesehen – und mich mies gefühlt, wenn ich nach einem langen Seminartag mich in einer fremden Stadt dann doch nicht mit Freunden treffen wollte. Wenn ich nur alleine essen und mich im Zimmer einkuscheln wollte. Bis ich vor Jahren erkannt habe, dass auch eine große Portion Introvertierte in der Cordula steckt – und das auch gelebt werden will.

Introvertiert – extrovertiert: andere Motivation bei Veränderung

Hören Sie also mal in sich hinein, wie viel „Intro“ in Ihnen ist – und geben Sie dem Anteil mit den Tipps aus Sylvia Löhkes neuem Buch mehr Raum. Interessant fand ichbeispielsweise, dass introvertierte Menschen eine andere Motivation haben, in puncto Veränderungen. Der Grund: unsere Belohnzentren arbeiten unterschiedlich. Extrovertierte Menschen – so Löhken – verändern in ihrem Leben etwas, weil der Reiz des Neuen aufregend prickelt, weil sie eine Stimulation erfahren, die das Neue mit sich bringt. Introvertierte Menschen hingegen verlassen ihre Komfortzone nicht, weil sie den Nervenkitzel wollen, sondern erst dann, wenn die Unzufriedenheit mit der eigenen Situation nur mehr schwer zu ertragen ist. Sie kommen erst dann ins Tun, wenn der Schmerz größer ist, als der Aufwand für die Veränderung.

Und auch in vielen weiteren Aspekten zeigt Autorin Löhken auf, warum es sinnvollerweise ZWEI Herangehensweisen für introvertierte und extrovertierte Menschen gibt. So ist für Intros alles, was unsere Umwelt berechenbar macht, attraktiv. Beispiele: Kontrolle erhöhen, Routinen einführen, Verlässlichkeit gewinnen. Und auch beim Nein-Sagen gibt es stillere Wege 🙂

FAZIT: Wissenschaftlich fundiert, leicht zu lesen. Eine Fundgrube für leise Menschen, die ihre Introvertiertheit bewussster leben wollen.

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1 Kommentar
Christina

Hallo Cordula,

jetzt bin ich echt gespannt auf das Buch. Ich wusste schon immer dass ich „anders“ bin, doch habe ich es auch erst mit ca. 35 Jahren mit dem Begriff „Introvertiert“ verbunden. Vor 2 Jahren hat mich jemand auf das Buch „Still“ von Susan Cain aufmerksam gemacht. Wer noch mehr über die Unterschiede wissen möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.

Danke für deine Offenheit, das hat mich in meinem Empfinden und Einschätzen bestätigt.

Viele Grüße

Christina (E-Coaching „Geht-ja-doch“ und kurzer persl. Kontakt in Aachen nach deinem Vortrag 2017)

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