Aus Hobbys fürs Leben lernen

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Viele Bundesländer haben sich gerade in die Pfingstferien verabschiedet. Oder zumindest können viele Berufstätige gerade ein laaaaaaanges Wochenende genießen. Zeit zum Nix-Tun. Oder Zeit für unsere Hobbies. Hobbies sind ja in der Regel dazu da, dass wir einen Ausgleich zum Alltag haben. Mal etwas tun, was keinem Ziel dient. Keine Erwartungen erfüllen. Einfach nur tun. Aber Hobbys haben auch einen schönen Nebeneffekt: in dem Moment, in dem wir entspannt einer Sache nachgehen, lernen wir ganz automatisch. Das ist mir vor einiger Zeit aufgefallen, als ich in der Toscana einen Westernstyle-Reitkurs gemacht habe. Ganz nebenbei habe ich sehr viel zu den Themen „Führung, Kompetenz und Ziele erreichen“ gelernt. Hier sind meine drei wichtigsten Erkenntnisse:

Aus Hobbies lernen – Erkenntnis # 1

Wenn ich keine klare Richtung vorgebe, macht auch das Pferd, was es will. Ist es mir tatsächlich egal, wo es gerade hingeht? Ok, dann lass ich mich einfach tragen und das Pferd trabt meist der Gruppe hinterher. Habe ich aber doch eine vage Vorstellung von der Richtung, sollte ich mich festlegen. Denn meine Unentschlossenheit überträgt sich automatisch auf das Tier.

Für den Alltag: Auf welchem Kurs sind wir gerade? Lassen wir uns einfach treiben? Gut, wenn uns das gerade Spaß macht. Dann können wir es einfach genießen. Wenn wir aber am Ende dort ankommen, wo wir gar nicht hinwollten, lohnt es sich, vorher nachzudenken.

Aus Hobbies lernen – Erkenntnis # 2

Ohne klare Kommunikation funktioniert nichts! Einen halbzerzigen Schenkeldruck oder einen leichten Zügelzug kann ich mir gleich sparen. Ich muss schon mit ganzem Herzen dahinterstehen.

Für den Alltag: Kommt das, was wir kommunizieren, auch bei unserem Gegenüber an? Hier ist das 4- Ohren-Modell sehr hilfreich, um sich darüber klar zu werden, woran es bei der Kommunikation scheitern kann.

Aus Hobbies lernen – Erkenntnis #3

Wenn es durch ein enges Gatter geht, muss ich unbedingt die Mitte am Horizont anvisieren. Dann geht das Pferd problemlos hindurch. Wenn ich aber den Pfosten anvisiere, bleibe ich mit dem Fuß dran hängen. Und das ist recht unangenehm.

Für den Alltag: Das gleiche Phänomen habe ich beim Surfen auch schonmal erlebt: Wenn wir das Hindernis fixieren, bleiben wir dran hängen. Wenn wir aber die Lücke im Blick haben, kommen wir unbeschadet durch. Gilt auch für größere Projekte und alles, was wir uns sonst so vornehmen.

Welche Lernerlebnisse leiten sie aus Ihren Hobbys ab? Ich freue mich auf Ihre Posts hier im BLOG.

P.S. Diesen Beitrag vom Juli 2013 habe ich heute frisch für Sie aufbereitet!

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7 Gedanken zu „Aus Hobbys fürs Leben lernen

  1. Hallo!

    vielen Dank für den interessanten Artikel; ich reite zwar nicht, aber mir ist beim Klettern auch schon oft eine Situation untergekommen, die man gut auf den Alltag umlegen kann.

    1.) Nicht aufgeben, wenn der 1. Versuch nicht klappt.
    Oft schafft man eine schwerere Route nicht auf Anhieb. Wenn man sich dann die Schlüsselstellen etwas genauer ansieht und noch mal probiert, schafft man es dann immer ein Stückchen weiter, bis man im besten Fall ganz oben ist.

    2.) Einfach tun
    Oft probiere ich Routen, die über meiner Leistungsgrenze liegen um mich zu steigern und manchmal komme ich dann weiter als gedacht.

    3.) Zielorientiertheit gepaart mit Selbstglaube
    Beim Klettern glaube ich an mich, bin stark und weiß wo ich hin will (ganz rauf) und oft bin ich dann erstaunt was ich alles schaffen kann.

    Liebe Grüße,
    Stephanie

  2. Dieser Blick auf Hobbies ist klasse 🙂 Manchmal denke ich, wir suchen unsere Hobbies aus, um bestimmte Fähigkeiten zu schulen. Ich male und fotografiere.
    Um ein stimmiges Bild zu malen, brauche ich Interaktion mit dem Gemalten, sprich: Zurücktreten ist sehr wichtig, in Ruhe das Bisherige anschauen und wirken lassen, um mit den neuen Eindrücken den nächsten Schritt machen und mit frischem Elan wieder ans Werk gehen zu können.
    Bei der Arbeit versinke ich manchmal im „Abarbeiten“ der Projekte, da ist die Gefahr groß, dass ich den Überblick verliere. Hier hilft genau diese Herangehensweise, um wieder einen klaren Blick zu bekommen.

    Beim Fotografieren ist es wichtig, erst gut zu schauen, aus all den Eindrücken eine stimmige Auswahl zu machen und erst dann abzudrücken. Sonst kämpfe ich anschließend mit Massen an (digitalen) Bildern, der Ausschuss ist dann extrem groß, diese unangenehme Arbeit kann ich sparen.

    Es gibt Phasen da bekomme ich so viele Aufträge gleichzeitig angeboten, dass ich „ersaufe“, wenn ich sie alle annehme. Hier hilft mir das gleiche Prinzip: Stehenbleiben, in Ruhe alles anschauen, dann auswählen, was stimmig ist (oder zumindest scheint). So bleibt auch das Interesse an den Projekten erhalten.

  3. Ich ziehe sehr viele Ideen/Kraft aus meinem Hobby. Wenn ich es recht bedenke, habe ich es mir sogar extra deswegen ausgesucht. Was mauss man tun um einen Marathon zu laufen? Über längere Zeit auf ein Ziel hinarbeiten, kleine Schritte machen und dran bleiben.

    Als ich den Marathon geschafft hatte, habe ich meine Grenzen erweitert und längere Strecken angepeilt. Auch die sind Machbar und zwar recht simpel,immer weiter machen, immer weiter gehen oder wie es Winston Churchill sagte, „wenn Du durch die Hölle gehst, geh weiter.“

    Durch die Lauferei habe ich Menschen kennen gelernt die die Grenzen ständig neu setzen bzw. durchbrechen. Auch wenn ich nicht alle meine Grenzen schon durchbrochen habe, so hilft es mir, zu wissen dass es kein Limit gibt.

  4. Tja, mein Hobby ist mir manchmal peinlich … vor allem, wenn um mich rum lauter Geschäftsleute sind (was öfter / fast immer vorkommt) … ich bin leidenschaftliche Bedienung (sogar das jetzt hier zu schreiben ist eine echte Überwindung!) für mich sind diese Termine einmal im Monat abends das pure Vergnügen und egal wie schlimm, stressig der Tag war, selbst wenn ich eigentlich gerade keine Lust habe zu gehen: ES IST DIE REINE ENTSPANNUNG! Und je voller der Laden, desto toller ist es! …

    Jetzt kommt aber das, was ich durch diesen Job lerne/ gelernt habe:

    1. es macht Spaß und es ist ein Glück damit Geld zu verdienen – auch wenn es weniger ist als in meinen anderen Jobs …
    2. ich tue es im Flow und das merken die Gäste dafür bekomme ich
    3. viele Komplimente, die ich dadurch erst gelernt habe ANZUNEHMEN (ich glaube es so langsam, dass ich gut bin 😉 – auch bei den anderen Sachen, kaum ein (fremder) Mensch sagt ja „Du bist gut“ und meint es nicht so)
    4. ist das ein perfektes Trainingsfeld für Kommunikation!!!!
    5. tue ich Dinge jetzt öfter im Flow, einfach weil sie Spaß machen und mich der STATUS den die diversen Jobs in der Gesellschaft haben nicht mehr bremst, dadurch bin ich
    6. selbst bewusster und sicherer geworden
    7. der Blick auf die Welt ändert sich, weil ich einen anderen Status habe (ich bin ja „nur“ die Bedienung), das ist so spannend Menschen beim Schubladiesieren zu beobachten
    8. ich denke mehr den je in Schubladen – für jeden eine – seine! 🙂
    9. erstaunlich – durch die vielen Kontakte, hat sich meine Menschenkenntnis bzw. meine Intuition intensiviert!

    Okay, das war jetzt viel „ich“, aber schließlich ging es ja um das Lernen, das ist schon recht persönlich 😉 und irgendwann gibt das was ich beim Bedienen gelernt habe, mal ein richtig gutes Coaching für Dienstleister und da kann leider keiner sagen: Du hast doch keine Ahnung wie es an der Front abgeht 😉

    Ein Fall für den DoitDonnerstag von Stahldust, nicht wahr, Cordula?

  5. Mein Hobby ist der Gesang und ich mache das seit 1,5 Jahren mit Gesangsunterricht und allem. Dabei habe ich gelernt:
    1) es macht mir Freude und gibt mir viel Tiefe -Musik ist mir wichtiger als ich dachte! Doch für mich wird erst mit Publikum eine runde Sache daraus. Wo bekomme ich eine Publikum her?
    2) Singen für mich ist schön, doch mit anderen viel schöner- so kam ich in den Chor 🙂
    3) weniger Anstrengungen bringen bessere Ergebnisse. Mehr Gefühl ist wichtig, aber dafür braucht es mehr Übung- sonst gewinnt der Kloß im Hals…
    Und von meinen anderen Hobbys habe ich auch gelernt… aber das sprengt hier den Rahmen 😉 Wir lernen immer und überall wenn wir es zulassen!

  6. Wow, danke für die tollen Beiträge, sehr inspirierend 🙂 🙂 🙂
    Eine schöne Woche euch allen und herzliche Grüße, auch von Cordula!
    Brigitte

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